Gesundheit für Mensch, Tier & Pflanze

Tollwut

Humane Tollwuterkrankungen sind in Europa zur Rarität geworden. In vielen Weltgegenden ist die Tollwut aber immer noch endemisch; das höchste Risiko besteht bei Reisen nach Südostasien, Indien oder Nordafrika.

Tollwut (Rabies) ist eine durch Lyssaviren verursachte Erkrankung, deren natürliches Reservoir Säugetiere, v. a. hundeartige Tiere wie Hunde und Füchse sind. Fledermäuse als Krankheitsüberträger sind von zunehmender Bedeutung. Das Virus verbreitet sich durch Speichelkontakt, in den meisten Fällen durch Bissverletzungen mit erkrankten Tieren. Die Infektion des Menschen führt zu einem akuten neurologischen Krankheitsbild, das in nahezu allen Fällen innerhalb kurzer Zeit zum Tod führt. Weltweit sind nur einige wenige humane Erkrankungsfälle beschrieben, die nicht tödlich endeten.

Jährlich versterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ca. 59.000 Menschen an Tollwut, wobei in den meisten Fällen Hunde als Überträger fungieren. Fast die Hälfte der Betroffenen sind Kinder unter 15 Jahren. Jedes Jahr erhalten weltweit mehr als 29 Millionen Menschen eine postexpositionelle Prophylaxe. Die WHO schätzt, dass dadurch hunderttausende Todesfälle durch Rabies verhindert werden.

Eine Infektion in Österreich gilt als extrem unwahrscheinlich. Obwohl Österreich seit 2008 als frei von terrestrischer Tollwut („erdgebundene Tollwut“, übertragen durch z. B. Fuchs, Hund, etc.) erklärt wurde, besteht die grundsätzliche Möglichkeit einer Infektion durch illegal eingeführte Tiere, z. B. Hunde, die aus tollwutendemischen Ländern importiert wurden, bzw. einer Infektion durch Fledermäuse.

Reisende sollten sich bewusst sein, dass Tollwut in manchen Ländern endemisch ist und somit das Risiko einer Infektion besteht. Das höchste Risiko besteht bei Reisen nach Südostasien, Indien oder Nordafrika.

Autor:innen: Sonja Pleininger, Astrid Füszl, Stefanie Schindler,  Alexander Indra, Zoltán Bagó

Aktualisiert: 14.09.2022

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