PATDOG - Olfaktorisches Erkennen von pflanzenpathogenen Schaderregern in Dauerkulturen im Obstbau

Zusammenfassung

In großen Pflanzenbeständen ist es schwierig, mit Krankheiten infizierte Pflanzen rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Insbesondere symptomlose, aber bereits befallene Pflanzen sind mit freiem Auge nicht von gesunden Pflanzen zu unterscheiden. Im Projekt PATDOG werden Spürhunde darauf trainiert, ausgewählte bakterielle und pilzliche Erreger von Pflanzenkrankheiten zu detektieren.

Projektbeschreibung

In der Praxis stellt das Auffinden von infizierten Einzelpflanzen in einem dichten oder weitläufigen Pflanzenbestand eine große Herausforderung dar. Aktuell erfolgt der Nachweis von Krankheitserregern über Untersuchung von Stichproben. Durch die limitierte Anzahl an untersuchten Pflanzen können Infektionen leicht unentdeckt bleiben und sich unter geeigneten Bedingungen zu einem ernsten Befall entwickeln. Mit Hilfe von ausgebildeten Spürhunden ist im Gegensatz dazu eine flächendeckende Untersuchung großer Pflanzenbestände schnell und effizient möglich. Hunde haben einen ausgesprochen guten Geruchssinn und werden unter anderem bereits zum Auffinden verschiedener Substanzen oder zur Detektion von Krankheitserregern beim Menschen eingesetzt. Durch Erkrankungen verändert sich die Physiologie des erkrankten Organismus und somit auch der Geruch. Diese Veränderungen sind die Basis für das Aufspüren von Erregern durch Spürhunde. Im Projekt PATDOG wird getestet, ob Hunde die Erreger der Pflanzenkrankheiten Feuerbrand und Kastanienrindenkrebs aufspüren können.

Feuerbrand, ausgelöst durch das Bakterium Erwinia amylovora, kann unter günstigen Witterungsbedingungen erhebliche Ertragsverluste an Kernobst und verschiedenen Wild- und Zierpflanzen verursachen, wobei infizierte Pflanzen ohne Symptome oft als Ausgangspunkt für Infektionsherde dienen. Kastanienrindenkrebs, ausgelöst durch den Pilz Cryphonectria parasitica, ist eine weitverbreitete Krankheit bei Edelkastanien. Eine frühzeitige Sanierung der befallenen Stellen ist die wichtigste Bekämpfungsmaßnahme.

Im vorliegenden Projekt wird geprüft, ob trainierte Hunde diese Schaderreger zuverlässig erkennen und damit eine Früherkennung potenziell gefährlicher Krankheiten ermöglichen. Weiters wird untersucht, bis zu welchen Konzentrationen die Hunde die Erreger finden und treffsicher anzeigen können. Bei Freilanduntersuchungen wird getestet, ob die Hunde die Pflanzenbestände vollständig absuchen und wie hoch die Trefferquote beim Anzeigen infizierter Pflanzen ist.

Bei Versuchen im Gewächshaus wird getestet, ob die Spürhunde während ihrer Arbeit die Erreger von Pflanze zu Pflanze übertragen könnten bzw. wie hoch das damit verbundene Ausbreitungsrisiko ist.

Darüber hinaus wird ein Anforderungsprofil für Pflanzenschutz-Hundeteams erstellt, das als Basis für die Inhalte einer entsprechenden Ausbildung dient. Daraus kann eine mögliche Zertifizierung für Hundetrainer:innen und Hunde entwickelt werden.

Nutzen des Projekts

Ziel des Projekts PATDOG ist es, Spürhunde auf die Erreger von Feuerbrand und Kanstanienrindenkrebs zu trainieren. Die Hunde sollen diese Erreger in Pflanzenbeständen erkennen und auch in geringen Konzentrationen finden können. Damit wird eine neue Methode etabliert, um Erreger von Pflanzenkrankheiten frühzeitig und nicht invasiv zu erkennen. Ein frühes, sicheres Auffinden von Pflanzenkrankheiten kombiniert mit Hygienemaßnahmen, wie dem Ausschneiden erkrankter Pflanzenteile, verhindert eine weitere Ausbreitung der Erreger.

Projektdetails

Projekttitel: Olfaktorisches Erkennen von pflanzenpathogenen Schaderregern in Dauerkulturen im Obstbau

Projektakronym: PATDOG

Projektleitung: Ulrike Persen, AGES

Projektpartner: SLOTTA-BACHMAYR & WERNER OG

Finanzierung: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft

Projektlaufzeit: 09/2023 bis 02/2025

Aktualisiert: 19.03.2024