Kleiner Bienenstockkäfer

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Zuletzt geändert: 08.06.2018

Entwarnung - Verdacht auf Einschleppung des Kleinen Bienenstockkäfers nach Frankreich hat sich nicht bestätigt

Das EU-Referenzlabor für Bienengesundheit hat informiert, dass am 26. März 2018 ein Königinnenimport aus Argentinien stattfand und bei der Untersuchung der Käfige im französischen Untersuchungslabor vier verdächtige Eier gefunden wurden. Da bei  Eiern die morphologische Untersuchung für eine Artbestimmung nicht zielführend ist, wurde eine molekulargenetische Untersuchung durchgeführt. Diese ergab kein eindeutiges Ergebnis, da Menge und Qualität der gewonnenen DNA nicht ausreichten.  Die nachfolgende Risikoanalyse ergab ein Risiko von Null bis fast Null für eine mögliche Etablierung des Kleinen Bienenstockkäfers in Frankreich, da der Import gemäß den EU-Richtlinien kontrolliert wurde. Im Zuge der Kontrolle wurden die Königinnen in neue Transportkäfige transferiert, wie die ordnungsgemäße Vorgangsweise bei Königinnenimporten dies vorsieht.

Aus Vorsorgeüberlegungen wird dennoch ein Überwachungsprogramm mit  Völkerinspektionen am Untersuchungsort der Königinnenkäfige, am Ort der Königinneneinweiselung sowie beim Ankunftsflughafen gestartet.

Hier erhalten Sie nähere Informationen dazu (in englischer Sprache):

https://sites.anses.fr/en/minisite/abeilles/suspicion-introduction-small-hive-beetle-aethina-tumida-france

Aktuelle Publikation mit Tipps für die visuelle Untersuchung von Bienenvölkern auf den Kleinen Bienenstockkäfers:

·         Cornelissen B & Neumann P (2018): How to Catch a Small Beetle: Top Tips for Visually Screening Honey Bee Colonies for Small Hive Beetles. Bee World
 https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/0005772X.2018.1465374

Der Kleine Bienenstockkäfer ist in Süd-Italien seit 2014 etabliert

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Kleiner Bienenstockkäfer

In der Region Kalabrien, dem Bereich des Erstauftretens im Jahr 2014, gab es seither jedes Jahr Funde des Kleinen Bienenstockkäfers in Bienenvölkern, trotz der sehr rigoros und laufend durchgeführten umfangreichen Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen. Damit ist dieser Schädling als in dieser Region etabliert zu betrachten. Im Jahr 2016 wurde der Kleine Bienenstockkäfer auch in der Provinz Cosenza, etwa 100 km entfernt von der Schutzzone um Gioia Tauro, an fünf Bienenständen eines Betriebes festgestellt, was auf eine einmalige Verschleppung hinweist.

Für Sizilien stellt sich die Situation anders dar. Hier gab es 2014 den Nachweis auf einem Bienenstand, dessen Völker sich im Sommer 2014 in Kalabrien befunden hatten und anschließend nach Sizilien zurückgewandert worden waren. Nach den erfolgten Bekämpfungsmaßnahmen ergaben die umfangreichen Inspektionen in Sizilien bis 2017 keine weiteren Funde, sodass dort die Sperr- und Überwachungszone im März 2017 per EU-Durchführungsbeschluss (EU 2017/370) aufgehoben werden konnten.

Ab 2015 wurden durch die Veterinärbehörden in diesen Gebieten Überwachungsableger (sogenannte „Sentinel-Völker“) aufgestellt, um ein Bild über die Befallssituation zu erhalten.

Im übrigen Italien ergaben die Monitoringaktivitäten bislang keine Funde des Kleinen Bienenstockkäfers.

Die Daten der bestätigten Fälle erhalten Sie auf folgenden websites in Tabellenform sowie in Abbildungen:

http://www.izsvenezie.com/aethina-tumida-in-italy/ (englisch)
http://www.izsvenezie.it/aethina-tumida-in-italia/
(italienisch)

Herkunft und bisher bekannte Verbreitungsgebiete

Der Kleine Bienenstockkäfer stammt ursprünglich aus Afrika südlich der Sahara. Er gehört systematisch zur Familie der Glanzkäfer. Ausgehend von diesem Vorkommen tauchte er 1996 in den USA auf, 2002 in Australien. Inzwischen wurde dieser gefährliche Bienenschädling in viele weitere Länder verschleppt und es gibt Vorkommen in Nord-, Mittel- und Südamerika, auf den Philippinen, in Südkorea und seit 2014 in Süditalien. Für Europa ist Letzteres bereits die zweite Einschleppung. Erstmals waren seine Larven in Königinnenversandkäfigen nach einem Königinnenimport von Texas nach Portugal (2004) entdeckt worden. Durch die rasche Entdeckung und die rigorosen behördlichen Maßnahmen erfolgte aber keine Etablierung und der Befall konnte wieder getilgt werden.

Die durch einen Befall verursachten Schäden umfassen nicht nur direkte Schäden an Bienenvölkern, sondern auch schwere wirtschaftliche Verluste aufgrund von Import- und Exportsperren für Bienen und Königinnen aus Befallsgebieten.

Befall bzw. Verdacht sind anzeigepflichtig!

In der EU Melderichtlinie 82/894/EWG (zuletzt geändert durch den Durchführungsbeschluss 2012/737/EU der Kommission zur Änderung der Anhänge I und II dieser RL ) ist der Befall mit dem Kleinen Bienenstockkäfer (Aethina tumida) als meldepflichtige Seuche im Anhang I aufgezählt. Gemäß österreichischem Bienenseuchengesetz sind sowohl ein Befall mit dem Kleinen Bienenstockkäfer als auch der Verdacht seines Vorkommens anzeigepflichtig (Bienenseuchengesetz, § 3. (1) 1. und 2.).

Gesetzliche Regelungen zur Einfuhr von Bienen

Da auch für Österreich die Gefahr besteht, dass der Käfer eingeschleppt wird, ist es unbedingt notwendig, die gesetzlichen Regelungen zur Einfuhr von Bienen einzuhalten. Die EU-Vorschriften für den innergemeinschaftlichen Handel mit lebenden Bienen und Hummeln besagen, dass „Bienen/Hummeln aus Gebieten stammen müssen, in denen in einem Umkreis von mindestens 100 km‑Radius keine Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Verdacht oder dem bestätigten Vorkommen des Kleinen Bienenstockkäfers in Kraft sind“ (Teil 2 von Annex E zu Richtlinie 92/65/EWG). Da die ganze Region Kalabrien als Überwachungszone Beschränkungen unterworfen ist (nach 2014/909/EU), ist eine Verbringung von Bienenvölkern aus der Region Kalabrien und einem 100 km breiten Ring rundherum nicht erlaubt (siehe Abb.).

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Die eingezeichnete blaue Linie markiert das Gebiet, für das ein innergemeinschaftliches Verbringungsverbot für Bienenvölker und Imkereimaterial (ausgenommen Königinnen mit max. 20 Begleitbienen, s.u.) besteht (persönliche Mitteilung Mutinelli 2017)

Durch die Änderungen vom 20. November 2017 (Durchführungsbeschluss (EU) 2017/2174 vom 20. November 2017 zur Änderung des Anhangs E der Richtlinie 92/65/EWG der Regelungen für den Handel mit Bienen und Hummeln), gelten für den Transport von Königinnen in Käfigen (einzelne Königin mit höchstens 20 Pflegebienen pro Käfig) kleinere Mindestabstände zu Befallsgebieten des Kleinen Bienenstockkäfers:

Die minimale Entfernung zu den Grenzen einer Schutzzone mit einem Radius von mindestens 20 km um ein bestätigtes Auftreten des Kleinen Bienenstockkäfers muss mindestens 30 km betragen. Dies bedeutet daher mindestens 50 km Distanz zu einem bestätigten Fall. Dies gilt aber nur unter der Voraussetzung, dass regelmäßige behördliche Kontrollen des Gebietes mit genau definierter statistischer Zuverlässigkeit stattfinden. Für die Verbringung von Hummelvölkern gilt nun nur mehr die Einschränkung, dass die Zucht in einer von der Außenwelt abgeschirmten Einrichtung stattfinden muss.

Grundvoraussetzung für jede Verbringung sind gültige Veterinärzeugnisse des Herkunftslandes, die Meldung der Verbringung über TRACES und die Meldung an die zuständige Veterinärbehörde des Empfängerlandes. Damit sind sowohl die Behörden des Herkunfts- als auch des Aufnahmelandes über die Verbringung von Bienen (Hummeln) informiert und können gezielte Kontrollen durchführen.

Aussehen und Lebensweise des Kleinen Bienenstockkäfers

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Adulter Kleiner Bienenstockkäfer

Der erwachsene Käfer ist 5-7 mm lang, 2,5-3,5 mm breit, nach dem Schlüpfen hell gefärbt, später bis braunschwarz. Die Larve wird bis 1 cm lang, ist cremeweiß, besitzt drei Beinpaare und hat am Rücken zwei Borstenreihen.
Die Eier haben ca. 2/3 der Größe von Bieneneiern und werden meist in Häufchen oder einzeln in Ritzen abgelegt.

Erwachsene Käfer leben im Bienenvolk, können aber auch außerhalb überleben. Im Gegensatz zur Varroamilbe ist er nicht auf Bienen als Transportmittel angewiesen, sondern kann selbst aktiv mindestens 10 km weit fliegen, um ein Bienenvolk aufzusuchen. Nach dem Eindringen in das Volk legt das Weibchen in mehreren Schüben eine große Anzahl von Eiern ab. Die Larve schlüpft aus dem Ei und frisst im Bienenvolk Brut, Pollenvorräte und Honig. Ausgewachsen verlässt sie das Bienenvolk und verpuppt sich in der Erde in der Nähe des Bienenvolkes. Je nach Klima sind 1 bis 6 Generationen im Jahr möglich. Die erwachsenen Käfer können in der Wintertraube überwintern und dadurch auch in kalten Regionen überleben (z. B. USA, Kanada).

Vorsorgemaßnahmen zur Verhinderung einer Einschleppung

Da die Möglichkeit eines bisher nicht identifizierten Vorkommens dieses Schädlings besteht, sollten aus Gründen der Vorsorge weder Bienenvölker noch Bienenköniginnen aus Italien verbracht bzw. im Zuge von Wanderungen nach Österreich rückverbracht werden. Die Vorschriften für den innergemeinschaftlichen Handel mit lebenden Bienen und Hummeln besagen, dass "Bienen/Hummeln aus Gebieten stammen müssen, in denen in einem Umkreis von mindestens 100 km Radius keine Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Verdacht oder dem bestätigten Vorkommen des Kleinen Bienenstockkäfers in Kraft sind" (Teil 2 von Annex E zu Direktive 92/65/EEC).

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