Nuklearer Notfallschutz

Zuletzt geändert: 21.03.2017

Die Sicherheit der friedlichen Nutzung der Kernenergie ist seit Jahrzehnten ein vieldiskutiertes Thema. Während Deutschland den Atomenergieausstieg bis zum Jahr 2021 beschlossen hat, werden in anderen Staaten neue Atomkraftwerke geplant. Fest steht jedoch, dass die Folgen eines Unfalles verheerend sein können, wie das die Super-GAUs (Größter Anzunehmender Unfall) von Tschernobyl am 26.04.1986 und Fukushima am 11.03.2011 gezeigt haben. Da radioaktive Wolken keine Staatsgrenzen kennen, besteht auch für Österreich eine potenzielle Gefährdung. Es ist deshalb eine gewissenhafte Notfallplanung unbedingt erforderlich, um bei radiologischen Notstandssituationen die Auswirkung auf die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.

Österreichisches Strahlenfrühwarnsystem und Überwachungsnetz

Zur raschen Erkennung und Beurteilung großräumiger radioaktiver Kontaminationen ist in Österreich seit nunmehr über 30 Jahren ein automatisches flächendeckendes Mess-Netz für Gammastrahlung in Betrieb. Es war europaweit das erste automatische Strahlenmesssystem und ist mit über 300 Messstationen eines der weltweit dichtesten Messnetze. Die Messergebnisse werden im 10-Minutentakt an die Zentralen bei Bund und Ländern automatisch übermittelt. Die Daten von 111 Messstationen sind auf der Strahlenschutzwebseite des BMLFUW abrufbar.

Zusätzlich sind 10 Luftmonitore installiert, die automatisch und kontinuierlich die Alpha-, Beta- und Gammastrahlung der Aerosole in der Luft messen. Alle Messwerte aus dem österreichischen Strahlenfrühwarnsystem sind online in den beiden zwecks Ausfallssicherheit parallel laufenden Bundesstrahlenwarnzentralen verfügbar.

Auf der Website des BMLFUW finden Sie ergänzende Informationen zum Strahlenfrühwarnsystem.

Zum zuverlässigen Nachweis neuer Immissionen wird das Strahlenfrühwarnsystem durch das laborgestützte Überwachungsnetz der AGES ergänzt. An den Standorten Wien, Linz, Graz und Innsbruck werden verschiedene Überwachungsaufgaben in den dafür ausgestatteten Strahlenschutz-Labors durchgeführt. Die Hauptaufgabe ist es, bundesweit jederzeit auch geringfügige Erhöhungen der Radioaktivität in Lebensmitteln (Lebensmittelkontrolle) und in diversen Umweltmedien wie Luft, Niederschlag, Boden und Oberflächenwässer sowie in Kläranlagenableitungen festzustellen.

Die Sicherheit der friedlichen Nutzung der Kernenergie ist seit Jahrzehnten ein vieldiskutiertes Thema. Während Deutschland den Atomenergieausstieg bis zum Jahr 2021 beschlossen hat, werden in anderen Staaten neue Atomkraftwerke geplant. Fest steht jedoch, dass die Folgen eines Unfalles verheerend sein können, wie das die Super-GAUs (Größter Anzunehmender Unfall) von Tschernobyl am 26.04.1986 und Fukushima am 11.03.2011 gezeigt haben. Da radioaktive Wolken keine Staatsgrenzen kennen, besteht auch für Österreich eine potenzielle Gefährdung. Es ist deshalb eine gewissenhafte Notfallplanung unbedingt erforderlich, um bei radiologischen Notstandssituationen die Auswirkung auf die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.

Österreichisches Strahlenfrühwarnsystem und Überwachungsnetz

Zur raschen Erkennung und Beurteilung großräumiger radioaktiver Kontaminationen ist in Österreich seit nunmehr über 30 Jahren ein automatisches flächendeckendes Mess-Netz für Gammastrahlung in Betrieb. Es war europaweit das erste automatische Strahlenmesssystem und ist mit über 300 Messstationen eines der weltweit dichtesten Messnetze. Die Messergebnisse werden im 10-Minutentakt an die Zentralen bei Bund und Ländern automatisch übermittelt. Die Daten von 111 Messstationen sind auf der Strahlenschutzwebseite des BMLFUW abrufbar.

Zusätzlich sind 10 Luftmonitore installiert, die automatisch und kontinuierlich die Alpha-, Beta- und Gammastrahlung der Aerosole in der Luft messen. Alle Messwerte aus dem österreichischen Strahlenfrühwarnsystem sind online in den beiden zwecks Ausfallssicherheit parallel laufenden Bundesstrahlenwarnzentralen verfügbar.

Auf der Website des BMLFUW finden Sie ergänzende Informationen zum Strahlenfrühwarnsystem.

Zum zuverlässigen Nachweis neuer Immissionen wird das Strahlenfrühwarnsystem durch das laborgestützte Überwachungsnetz der AGES ergänzt. An den Standorten Wien, Linz, Graz und Innsbruck werden verschiedene Überwachungsaufgaben in den dafür ausgestatteten Strahlenschutz-Labors durchgeführt. Die Hauptaufgabe ist es, bundesweit jederzeit auch geringfügige Erhöhungen der Radioaktivität in Lebensmitteln (Lebensmittelkontrolle) und in diversen Umweltmedien wie Luft, Niederschlag, Boden und Oberflächenwässer sowie in Kläranlagenableitungen festzustellen.

caption
Sampling points of the laboratory-based monitoring network for environmental samples (Source: AGES GmbH)
Österreichkarte mit Probenahmestellen der Umweltproben des laborgestützten Überwachungsnetzes. Eingezeichnet sind die Standorte des Aerosolsammler (Bregenz, Innsbruck, Sonnblick, Klagenfurt, Straß, Graz, Linz, Retz, Alt-Prerau, Wien); der Niederschlagsammler (Bregenz, Innsbruck, Klagenfurt, Graz, Eisenstadt, Wien, Retz, Linz); der Sammelstellen für Oberflächenwasser (Bangs, Bregenz, Fußach, Martinsbruck, Erl, Schwabegg, Lavamünd, Spielfeld, Nickelsdorf, Hainburg, Markhof, Hohenau, Bernhardsthal, Alt-Prerau, Asten, Jochenstein, Inling, Oberndorf, Wien-Nußdorf) sowie der beprobten Kläranlagen (Asten, Klagenfurt, Graz, Wien).

Im Falle einer großräumigen Kontamination können außerdem umgehend weitere Messungen durchgeführt werden. Mittels hochauflösender Gammaspektrometrie und Flüssigszintillationsspektrometrie werden die Radionuklidkonzentrationen ermittelt. Weiters werden die möglichen Auswirkungen solcher Kontaminationen beurteilt und deren zeitliche Entwicklung beobachtet.

Ein spezielles Überwachungsprogramm mit der Bezeichnung "Beweissicherung Temelin" wird in Zusammenarbeit mit dem Land Oberösterreich durchgeführt. Durch die - seit 1992 - systematische Beprobung diverser Umweltmedien und Lebensmittel wurde eine radioökologische Datenbasis geschaffen, die es ermöglicht, allfällige Immissionen durch den Betrieb des KKW Temelin (CZ) nachzuweisen.

Die Interventionspläne von Bund und Länder

Wichtige Instrumente für den Schutz der Bevölkerung bei radioaktiven Unfällen sind der gesamtstaatliche Interventionsplan des Bundes und die Interventionspläne der Länder.

Das Notfallmanagement von Bund und Länder umfasst folgende Punkte:

  • Beteiligte Organisationen und ihre Zuständigkeiten
  • Ablaufplanung
  • Melde- und Alarmierungswege
  • Bewertung der radiologischen Notstandssituation
  • Interventionsmaßnahmen
  • Information der Bevölkerung
  • Medizinische Hilfeleistung

Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten der nuklearen Notfallplanung des BMLFUW.

Die Rolle der AGES im nuklearen Notfallmanagement zum Schutz der Bevölkerung

Die Strahlenschutz-Labore der AGES sind dafür vorbereitet, im Ernstfall (z.B. Kernkraftwerksunfall) innerhalb kurzer Zeit große Mengen möglicherweise hochkontaminierter Proben bearbeiten zu können. Die Organisation des Labors während eines nuklearen Notfalls, die Probenlogistik, der Schutz der Mitarbeiter und die Vermeidung von Querkontaminationen stehen dabei im Mittelpunkt und werden regelmäßig trainiert. Die Messergebnisse werden an die zuständigen Stellen weiter geleitet und dienen als Basis für die Information der Bevölkerung und das Ergreifen von Schutzmaßnahmen. Experten des Geschäftsfeldes Strahlenschutz sind außerdem in der Notfallplanung auf Bundes- und Landesebene eingebunden.

Lebensmittelkontrolle auf Radioaktivität

Ein wichtiger Pfad für die Aufnahme von Radionukliden in den menschlichen Körper ist die Nahrungszufuhr. Die AGES führt ein umfassendes Monitoring von Lebensmitteln durch. Damit soll zum einen vermieden werden, dass hochbelastete Lebensmittel auf den Tisch kommen, und zum anderen wird mit den Daten die jährliche Dosis durch Nahrungsaufnahme bestimmt.

x