Tomatenminiermotte

Tuta absoluta

Zuletzt geändert: 27.08.2020
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Seuchenkategorien:

Die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) ist eine Kleinschmetterlingsart, die hauptsächlich an Tomatenpflanzen schädigt. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika, wo sie als wichtigster Schädling an Tomatenkulturen eingestuft wird.
Durch die versteckte Lebensweise der adulten Schmetterlinge und der minierenden Larven sowie ihr enorm hohes Vermehrungspotential ist Tuta absoluta ein sehr schwer zu kontrollierender Schädling. An Tomaten werden durch den Minierfraß der Larven sowohl Blätter als auch Früchte geschädigt.
Das höchste Risiko der Einschleppung in Nichtbefallsgebiete erfolgt durch den Import von Tomatenfrüchten, Jung- und Zierpflanzen der Familie Solanaceae aus Befallsgebieten sowie deren Verpackungs- und Transportmaterial.

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Die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) ist eine Kleinschmetterlingsart, die hauptsächlich an Tomatenpflanzen schädigt. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika, wo sie als wichtigster Schädling an Tomatenkulturen eingestuft wird.
Durch die versteckte Lebensweise der adulten Schmetterlinge und der minierenden Larven sowie ihr enorm hohes Vermehrungspotential ist Tuta absoluta ein sehr schwer zu kontrollierender Schädling. An Tomaten werden durch den Minierfraß der Larven sowohl Blätter als auch Früchte geschädigt.
Das höchste Risiko der Einschleppung in Nichtbefallsgebiete erfolgt durch den Import von Tomatenfrüchten, Jung- und Zierpflanzen der Familie Solanaceae aus Befallsgebieten sowie deren Verpackungs- und Transportmaterial.

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Schadorganismus

Tuta absoluta ist eine Miniermotte aus der Familie der Gelechiidae (Palpenmotten) mit einer hohen Vermehrungsrate (bis zu 260 Eier/Weibchen) und kann bis zu  12 Generationen pro Jahr bilden.
Die Motten sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber zwischen den Blättern der Pflanzen. Die Weibchen legen ihre Eier frei auf Blätter und Stängel der Wirtspflanzen, bevorzugt aber auf der Blattunterseite ab.
Die Miniermotte benötigt für ihre Entwicklung eine Mindesttemperatur von 9°C. Bei 14°C beträgt die Entwicklungsdauer 76 Tage, bei 27°C nur noch 24 Tage.

In Glashäusern kann T. absoluta in allen Entwicklungsstadien überwintern. Bei ausreichend vorhandenem Nahrungsangebot (Wirtspflanzen) für die Larven wird keine Diapause durchlaufen.

Adulte

Die erwachsenen Tomatenminiermotten sind 6-8 mm groß und eher unscheinbar gefärbt. Die Flügel sind silbrig-grau in ihrer Grundfarbe mit charakteristischen dunklen Flecken in den Vorderflügeln.  Die Flügelspannweite beträgt 8-10 mm. Typisch sind die fast körperlangen, fadenförmigen Fühler, deren einzelne Fühlerglieder perlschnurartig aufgereiht sind.

Eier

Die abgelegten Eier sind zylindrisch, 0,36 mm lang und cremig-weiß bis gelb  gefärbt. Bereits 4 bis 5 Tage nach der Eiablage beginnt der Larvenschlupf.

Larven

T. absoluta durchläuft 4 Larvenstadien. Die Larven des ersten Larvenstadiums sind nach dem Schlüpfen cremefarben gefärbt mit einer dunklen Kopfkapsel und ca. 0,9 mm lang. Die Larven des zweiten bis vierten Larvenstadiums sind anfangs grünlich, dann leicht rosa gefärbt. Die Larven des vierten Larvenstadiums erreichen eine Länge von 7,5 mm. Allen Larvenstadien gemein ist ein dunkles prothorakales Schild hinter der Kopfkapsel.  Die Entwicklungsdauer vom Schlupf bis zur Verpuppung beträgt etwa 13 bis 15 Tage. Die Larvenstadien stellen das Stadium mit dem höchsten Schadpotential dar.

Puppe

Die Verpuppung kann im Boden, auf der Pflanze, in den Minengängen, in von der Larve gewebten Gespinsten (Kokon), aber auch in der Glashauskonstruktion oder anderen Gegenständen (z.B. gelagerten Kisten) erfolgen. Die Puppenruhe dauert 9 bis 11 Tage.

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T.absoluta - Adulte-Miniermotte
T.absoluta - Adulte-Miniermotte
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Eier von T.absoluta
Eier von T.absoluta
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Ausgewachsene Larve von T.absolute in einer Tomatenfrucht
Ausgewachsene Larve von T.absolute in einer Tomatenfrucht
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Larve von T.absoluta auf Blattunterseite
Larve von T.absoluta auf Blattunterseite
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Puppe von T.absoluta
Puppe von T.absoluta
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In Kokon eingesponnene Puppe
In Kokon eingesponnene Puppe

Schadsymptome und Verwechslungsmöglichkeiten

Schadsymptome und Verwechslungsmöglichkeiten

Nachdem die Larven aus den Eiern geschlüpft sind, dringen sie bevorzugt in Blätter ein. Die Weiterentwicklung erfolgt im Pflanzengewebe, wobei durch die Fraßtätigkeit charakteristische fleckenförmige Minengänge in den Blättern entstehen. Die Larve ernährt sich nur vom Mesophyll (Grundgewebe) der Blätter. Die Epidermis (äußerste Blattschicht) bleibt unbeschadet bestehen, wodurch die Fraßstellen durchsichtig erscheinen. Die Larven können die Blattminen verlassen und Stängel und Früchte befallen. Werden Früchte befallen, können der Ertrag  und die Fruchtqualität signifikant reduziert werden - sowohl durch die direkten (Fraß-) Schäden als auch durch weitere Besiedelungen der verwundeten Pflanzenorgane mit sekundären Krankheitserregern.
Werden Stängel und Stämme befallen, treten Missbildungen und Wuchshemmungen an den Pflanzen auf.
Ein starker Befall mit T. absoluta führt zu komplettem Blattsterben und kann den Totalausfall einer Kultur zur Folge haben.

Verwechslungsmöglichkeiten

Schadbild an Blättern

Verwechslungen könnten mit Minierfliegen (Agromytidae, Diptera) auftreten, deren Larven ebenfalls in den Blättern fressen und dabei meist schlangenförmig gewundene Minen erzeugen.
Die Minengänge von Tuta absoluta sind charakteristisch fleckenförmig.

Larve und Puppe

Die Larven von Minierfliegen sind Maden ohne erkennbare Beinpaare und Kopfkapsel. In ihrer Färbung bleiben diese bis zur Verpuppung (Tönnchenpuppe) weißlich-cremig. Die Larven von T. absoluta haben als Vertreter der Schmetterlinge deutlich erkennbare Beinpaare und eine abgesetzte Kopfkapsel und ändern während ihrer Entwicklung ihre Farbe. Die Verpuppung findet in einem von der Larve gesponnenen Kokon statt und nicht in einer Tönnchenpuppe.

Schadbild an Früchten

Die Ausbohrlöcher an Tomatenfrüchten könnten mit den Ausbohrlöchern des Baumwollkapselwurmes Helicoverpa armigera verwechselt werden. Diese haben einen Durchmesser von 5 bis 10 mm.
Die Austrittslöcher, die durch T. absoluta verursacht werden, haben einen Durchmesser von 2 bis 3 mm, und sind somit deutlich kleiner.

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Schaden an Tomatenkulturen
Schaden an Tomatenkulturen
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Schaden an Tomatenkultur
Schaden an Tomatenkultur
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Schaden von T.absoluta an Tomatenfrucht
Schaden von T.absoluta an Tomatenfrucht
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Blattminen von T. absoluta
Blattminen von T. absoluta
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Ausbohrlöcher von T.absoluta-Larven an Tomate
Ausbohrlöcher von T.absoluta-Larven an Tomate
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Larve von T.absoluta in einem Tomatenstängel
Larve von T.absoluta in einem Tomatenstängel

Wirtspflanzen

Hauptwirtspflanze für T. absoluta ist die Tomate (Lycopersicon esculentum). Schäden wurden auch an anderen Vertretern aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) bei Kultur-, Zier- wie auch verschiedenen Wildpflanzen beobachtet:

•    Kartoffel (Solanum tuberosum): Schäden nur an oberidischen Teilen der Pflanze, befällt nicht die Knollen
•    Aubergine (S. melongena): Befall unter Laborbedingungen
•    Melonenbirne (S. muricatum)
•    Schwarzer Nachtschatten (S. nigrum)
•    Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium)
•    Wildtomatenarten: Lycopersicon hirsutum, L. peruvianum,
•    Wildpflanzen: S. lyratum, S. elaeagnifolium, S. puberulum, Datura ferox, Nicotiana glauca

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Blattminen von Liromyca sp. (weisse Pfeile) und Tuta absoluta (roter Pfeil) an Tomatenblättern
Blattminen von Liromyca sp. (weisse Pfeile) und Tuta absoluta (roter Pfeil) an Tomatenblättern
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Ausbohrloch des Baumwollkapselwurms
Ausbohrloch des Baumwollkapselwurms
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Ausbohrlöcher von T.absoluta-Larven an Tomate
Ausbohrlöcher von T.absoluta-Larven an Tomate
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Blattminen an Solanum melongena
Blattminen an Solanum melongena
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Blattminen an Solanum nigrum
Blattminen an Solanum nigrum
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Verteilungskarte Tomatenminiermote
Verteilungskarte Tomatenminiermote

Verbreitung

Verbreitung

Ursprünglich stammt die Tomatenminiermotte (T. absoluta) aus Südamerika und wird dort als der wichtigste Tomatenschädling im Freiland sowie im geschützten Anbau (Folientunnel und Gewächshaus) angesehen. Seit den Anfängen der 80er Jahre ist sie als Schädling in weiten Teilen Südamerikas bekannt.

Seit T. absoluta 2006 erstmals in Spanien gefunden wurde, breitete sie sich sehr schnell in den Ländern der Mittelmeerregion und Nord-Afrika aus, wo sie erhebliche Schäden an Tomatenkulturen verursacht. Mittlerweile sind Vorkommen in weiten Teilen Europas sowie in Teilen Afrikas und Asiens bekannt.  In Österreich konnte das Erstauftreten im Burgenland 2010 nachgewiesen werden.

Einschleppung

Nach einer Risikoanalyse über die phytosanitäre Bedeutung, die in Holland durchgeführt wurde, ist das höchste Risiko einer Einschleppung in ein Nichtbefallsgebiet über den Import von Tomatenfrüchten inklusive deren Verpackungs- und Transportmaterial gegeben. Dabei können alle Entwicklungsstadien von T. absoluta eingeschleppt werden. Tomatenimporte, insbesondere aus Spanien, den Niederlanden, Italien und Marokko stellen somit ein besonders hohes Risiko dar.
Als gering wird das Risiko der Einschleppung durch den Import von Tomaten- und Auberginenpflanzen zum Anpflanzen sowie Pflanzen zum Anpflanzen von Zierpflanzen aus der Familie der Solanaceae gesehen. Bei günstigen Bedingungen kann sich T. absoluta einige Kilometer weit durch Verdriftung mit Wind auf natürlichem Wege ausbreiten.

Etablierung

In Gewächshäusern ist die Wahrscheinlichkeit einer Etablierung von T. absoluta sehr hoch, wenn eine ganzjährige Kultur mit Tomaten oder anderen Wirtspflanzen geführt wird und somit permanent Nahrung für den Schädling vorhanden ist.

Im Freiland ist eine Etablierung in unseren Breiten aufgrund eines relativ strengen Winters mit Frosten eher unwahrscheinlich. Allerdings können sich im Sommer einige Generationen in einem Freilandbestand aus Tomaten und Wirtspflanzen durchentwickeln.

Vorbeugung und Bekämpfung

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Bei Zukauf sofortige Kontrolle von Wirts- und Jungpflanzen auf allfälligen Befall
  • Achten auf Hygiene in und um die Betriebe (Pflanzenmaterial und Unkräuter, v.a. aus der Familie der Solanaceae, entfernen)
  • Kein Überwintern von Wirtspflanzen im Glashaus und Entfernen von Ernteresten
  • Verwendung von Insektennetzen an den Lüftungen und im Eingangsbereich von Glashäusern
  • Regelmäßige Befallskontrolle in der Kultur
  • Anbringen von Pheromonfallen mit Tuta absoluta-spezifischem Lockstoff, um ein Auftreten im Betrieb frühzeitig zu erkennen
  • Entfernen & Vernichten befallener Pflanzenteile aus dem Glashaus
  • Einsatz von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln mit den Indikationen Tomatenminiermotte, „beißende Insekten“ und Miniermotten (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel )
  • Als natürliche Gegenspieler von T. absoluta sind sowohl Parasitoide, als auch räuberische Insekten, wie z.B. die Raubwanze Macrolophus pygmaeus bekannt.

 

Weitere Infos

https://www.eppo.int/ACTIVITIES/plant_quarantine/A2_list#TUTAAB bzw. https://gd.eppo.int/taxon/GNORAB

http://www.tutaabsoluta.com

 

 

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