Kirschfruchtfliege

Rhagoletis cerasi

Warndienst
Zuletzt geändert: 16.05.2018
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Kirschfruchtfliege
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Kirschfruchtfliege

Die europäische Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) befällt ab Juni mittelspäte und späte Kirschensorte. Befallene Früchte faulen aufgrund der Fraßtätigkeit der Fliegenmaden im Fruchtinnern. In Befallsgebieten sind bis zu 80 % madiger Früchte nicht selten.

Schadorganismus

Die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) gehört zur Familie der Fruchtfliegen (Trypetidae oder Tephritidae). Die erwachsenen Tiere sind 4 bis 5 mm lang, mit glashellen und von dunklen Bändern durchzogenen Flügeln. Auffällig ist das am Rücken glänzende hellgelbe Rückenschildchen. Ab etwa Mitte Mai, je nach Witterung jährlich verschieden, schlüpfen die Kirschfruchtfliegen aus den Puppen, die im Boden überwintern. Die Eiablage beginnt 8 bis 10 Tage nach dem Schlüpfen aus dem Boden nur bei sonnigen, warmen Wetter.

Bevor sie aber Eier ablegen können, benötigen sie eine Reifungszeit, während der sie sich von den zuckerhaltigen Säften der Kirschbäume ernähren. Die Eier werden einzeln unterhalb der Fruchtschale in die sich gerade färbenden Kirschen gelegt. Die Maden schlüpfen nach etwa 8 Tagen, bohren sich tiefer in das Fruchtfleisch ein und fressen.
Dadurch verwandelt sich das Fruchtfleisch in eine weiche, faulige Masse. Werden die Früchte reif, sind die Maden ausgewachsen, lassen sich zu Boden fallen und verpuppen sich etwa 3 cm tief im Boden. Die Puppen überwintern, im Mai des nächsten Jahres schlüpfen die Fliegen der nächsten Generation.

Symptome

Befallene Früchte zeigen in der Stielgegend eine bräunlich verfärbte Stelle. Das Fruchtfleisch ist um den Kern herum weich und faulig, im Inneren befindet sich eine weißliche, beinlose, bis zu 6 mm lange Made in Kernnähe.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Die europäische Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) ist in Europa und Asien verbreitet.
Als wichtigster heimischer tierischer Schaderreger an Kulturkirschen befällt sie ab Juni mittelspäte und späte Kirschensorten, jedoch auch Wildpflanzen wie z. B. Vogel- und Heckenkirschen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Sortenwahl: Frühreifende Sorten werden gewöhnlich weniger befallen
  • Entfernen oder Umpfropfen von Wildkirschen; in Befallsgebieten keine Heckenkirschen (Lonicera spp.) pflanzen!
  • Spätes Mähen des Unterwuchses (in Anlagen mit Sorten mittlerer Reifezeit) kann den Schlupf der Adulten aus dem Boden verzögern (Boden bleibt länger kühl)
  • Geflügel (Hühnerhaltung) in der Anlage kann den Befallsdruck reduzieren (Hühner picken Maden und Puppen vom Boden auf)
  • Einnetzungen – bei Anlagen mit niedrigen Baumhöhen kann mittels Netzen der Zuflug der Adulten in neu gepflanzte Anlagen verhindert werden; im Hausgarten kann es auch ausreichend sein, einzelne Äste mit Netzen zu versehen (Netze von Flugbeginn (siehe Gelbtafeln unten) bis Ernte installiert lassen; nötige Maschenweite lt. Berichten aus der Schweiz: 1,3 mm)
  • Bodenabdeckungen – bei Hochstammanlagen kann mittels Netzen der Schlupf der Adulten aus dem Boden unterdrückt werden (Installation bei Flugbeginn; Netzränder eingraben; Fliegen müssen bis zur Ernte unter dem Netz gefangen bleiben; mind. 200 m Abstand zu anderen befallenen Kirschbäumen nötig; nötige Maschenweite lt. Berichten aus der Schweiz: 0,8 mm)
  • Gelbe Leimtafeln („Gelbtafeln“) in ausreichender Menge (je nach Baumgröße 2 – 10 Tafeln) zu Flugbeginn installiert, können einen großen Teil der Fliegen abfangen (Anbringung sonnseitig außen an der Krone). Die Tafeln sollten jedoch im Sinne der Nützlingsschonung nur von Flugbeginn (welcher mit einzelnen Tafeln festgestellt werden kann) bis zur Ernte verwendet werden!
  • Zugelassene Pflanzenschutzmittel (PSM) zum Schutz gegen diesen Schaderreger sind im online verfügbaren PSM-Verzeichnis zu finden (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Der Flugbeginn der Adulten wird an der AGES (mittels Gelbtafeln) erfasst und mit Warnmeldungen bekannt gegeben. Der Zeitraum der Reifungszeit der Fliegen (vor der Eiablage) sollte zur Bekämpfung genützt werden. Der Anwendungszeitpunkt bei PSM, welche zu diesem Zweck zum Einsatz kommen, liegt bei der beginnende Fruchtreife (BBCH Stadium 81) und ist durch die beginnende Gelbfärbung der Früchte zu erkennen. Wartezeiten unbedingt einhalten!
Kirschfruchtfliege
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Kirschfruchtfliege

Die europäische Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) befällt ab Juni mittelspäte und späte Kirschensorte. Befallene Früchte faulen aufgrund der Fraßtätigkeit der Fliegenmaden im Fruchtinnern. In Befallsgebieten sind bis zu 80 % madiger Früchte nicht selten.

Schadorganismus

Die Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) gehört zur Familie der Fruchtfliegen (Trypetidae oder Tephritidae). Die erwachsenen Tiere sind 4 bis 5 mm lang, mit glashellen und von dunklen Bändern durchzogenen Flügeln. Auffällig ist das am Rücken glänzende hellgelbe Rückenschildchen. Ab etwa Mitte Mai, je nach Witterung jährlich verschieden, schlüpfen die Kirschfruchtfliegen aus den Puppen, die im Boden überwintern. Die Eiablage beginnt 8 bis 10 Tage nach dem Schlüpfen aus dem Boden nur bei sonnigen, warmen Wetter.

Bevor sie aber Eier ablegen können, benötigen sie eine Reifungszeit, während der sie sich von den zuckerhaltigen Säften der Kirschbäume ernähren. Die Eier werden einzeln unterhalb der Fruchtschale in die sich gerade färbenden Kirschen gelegt. Die Maden schlüpfen nach etwa 8 Tagen, bohren sich tiefer in das Fruchtfleisch ein und fressen.
Dadurch verwandelt sich das Fruchtfleisch in eine weiche, faulige Masse. Werden die Früchte reif, sind die Maden ausgewachsen, lassen sich zu Boden fallen und verpuppen sich etwa 3 cm tief im Boden. Die Puppen überwintern, im Mai des nächsten Jahres schlüpfen die Fliegen der nächsten Generation.

Symptome

Befallene Früchte zeigen in der Stielgegend eine bräunlich verfärbte Stelle. Das Fruchtfleisch ist um den Kern herum weich und faulig, im Inneren befindet sich eine weißliche, beinlose, bis zu 6 mm lange Made in Kernnähe.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Die europäische Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) ist in Europa und Asien verbreitet.
Als wichtigster heimischer tierischer Schaderreger an Kulturkirschen befällt sie ab Juni mittelspäte und späte Kirschensorten, jedoch auch Wildpflanzen wie z. B. Vogel- und Heckenkirschen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Sortenwahl: Frühreifende Sorten werden gewöhnlich weniger befallen
  • Entfernen oder Umpfropfen von Wildkirschen; in Befallsgebieten keine Heckenkirschen (Lonicera spp.) pflanzen!
  • Spätes Mähen des Unterwuchses (in Anlagen mit Sorten mittlerer Reifezeit) kann den Schlupf der Adulten aus dem Boden verzögern (Boden bleibt länger kühl)
  • Geflügel (Hühnerhaltung) in der Anlage kann den Befallsdruck reduzieren (Hühner picken Maden und Puppen vom Boden auf)
  • Einnetzungen – bei Anlagen mit niedrigen Baumhöhen kann mittels Netzen der Zuflug der Adulten in neu gepflanzte Anlagen verhindert werden; im Hausgarten kann es auch ausreichend sein, einzelne Äste mit Netzen zu versehen (Netze von Flugbeginn (siehe Gelbtafeln unten) bis Ernte installiert lassen; nötige Maschenweite lt. Berichten aus der Schweiz: 1,3 mm)
  • Bodenabdeckungen – bei Hochstammanlagen kann mittels Netzen der Schlupf der Adulten aus dem Boden unterdrückt werden (Installation bei Flugbeginn; Netzränder eingraben; Fliegen müssen bis zur Ernte unter dem Netz gefangen bleiben; mind. 200 m Abstand zu anderen befallenen Kirschbäumen nötig; nötige Maschenweite lt. Berichten aus der Schweiz: 0,8 mm)
  • Gelbe Leimtafeln („Gelbtafeln“) in ausreichender Menge (je nach Baumgröße 2 – 10 Tafeln) zu Flugbeginn installiert, können einen großen Teil der Fliegen abfangen (Anbringung sonnseitig außen an der Krone). Die Tafeln sollten jedoch im Sinne der Nützlingsschonung nur von Flugbeginn (welcher mit einzelnen Tafeln festgestellt werden kann) bis zur Ernte verwendet werden!
  • Zugelassene Pflanzenschutzmittel (PSM) zum Schutz gegen diesen Schaderreger sind im online verfügbaren PSM-Verzeichnis zu finden (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Der Flugbeginn der Adulten wird an der AGES (mittels Gelbtafeln) erfasst und mit Warnmeldungen bekannt gegeben. Der Zeitraum der Reifungszeit der Fliegen (vor der Eiablage) sollte zur Bekämpfung genützt werden. Der Anwendungszeitpunkt bei PSM, welche zu diesem Zweck zum Einsatz kommen, liegt bei der beginnende Fruchtreife (BBCH Stadium 81) und ist durch die beginnende Gelbfärbung der Früchte zu erkennen. Wartezeiten unbedingt einhalten!
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Kirschfruchtfliege (Fliege, Made, Puppe) und Schadbild
Kirschfruchtfliege (Fliege, Made, Puppe) und Schadbild
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Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi)
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Kirschfruchtfliege
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Gelbtafel
Gelbtafel

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