Grüne Reiswanze

Nezara viridula

Zuletzt geändert: 21.07.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Die Grüne Reiswanze ist eine Wanze, die hauptsächlich Hülsenfrüchte, aber auch zahlreiche Gemüse-, Obst- und Ackerkulturen sowie Ziergehölze und -pflanzen befällt. Sie verursacht Saugschäden an Früchten, wodurch es zu Fleckenbildung, Verkorkungen und Deformationen kommt.

Aussehen

Die Grüne Reiswanze gehört zur Familie der Baumwanzen und ist ca. 14-16 mm lang, 8 mm breit und meist grün gefärbt, wobei es auch andere Farbformen (u.a. rot, orange) gibt.

Sie sieht der Grünen Stinkwanze (Palomena prasina) sehr ähnlich, jedoch kann die Grüne Reiswanze sehr gut anhand der weißen Punktreihe am unteren Ende des Halsschildes und den hell gefärbten durchsichtigen Teil der Flügel von der Grünen Stinkwanze unterschieden werden.

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Larvenstadium der Grünen Reiswanze
Larvenstadium auf einem Blatt
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Larvenstadium der Grünen Reiswanze
Larvenstadium auf einem Blatt
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Larvenstadium der Grünen Reiswanze
Larve auf einem Blatt
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Larvenstadium der Grünen Reiswanze
Larve auf Blatt
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Grüne Reiswanze
Grüne Reiswanze auf einem Blatt
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Grüne Reiswanze: erwachsenes Tier (links) mit Larve (rechts)
Grüne Reiswanze mit Larve
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Verwechslungsmöglichkeit: Grüne Stinkwanze
Grüne Stinkwanze
 

Biologie

Die Weibchen der Grünen Reiswanze legen ihre zuerst gelblichen und später rot gefärbten Eier in Gelegen auf der Blattunterseite ab. Die daraus schlüpfenden Larven durchlaufen fünf, sehr variabel gefärbte Stadien. Sie halten sich meist gruppenweise auf den Pflanzen auf, wo sie genauso wie die erwachsenen Tiere vor allem an Früchten, aber auch an Blättern saugen.

Im Herbst verlassen sie ihre Wirtspflanzen um sich ein Überwinterungsquartier (u.a. Bodenstreu, Gebäude) zu suchen. In Europa werden nur eine bis maximal vier (in wärmeren Gebieten) Generationen ausgebildet. In Regionen mit einer durchschnittlichen Temperatur von unter 5°C im Januar und einer mittleren geringsten Jahrestemperatur von unter -3°C, kann die Grüne Reiswanze den Winter nicht überleben.

Schadsymptome

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Larven an unreifen Gojibeeren mit Saugschäden
Gojibeeren mit Saugschäden, befallen mit Grünen Reiswanzen Larven

Die Grüne Reiswanze verursacht Saugschäden an Früchten verschiedenster Pflanzen. Als Pflanzensauger ist sie in der Lage, mit ihrem Saugrüssel Pflanzengewebe von Früchten, Samen, Blättern und Trieben anzustechen, um sich vom Pflanzensaft zu ernähren. Durch diese Saugtätigkeit kommt es zu Fleckenbildung, Verkorkungen und Deformationen. Früchte werden unansehnlich, können vorzeitig abfallen und sind nicht mehr vermarktungsfähig.

Zusätzlich werden Geschmacksbeeinträchtigungen durch die Absonderung eines unangenehm riechenden Sekrets verursacht. Die Einstichstellen können anderen Schaderregern als Eintrittspforten dienen.

Wirtspflanzen

Die Grüne Reiswanze kann sich von unterschiedlichsten Pflanzenarten aus allen Kulturbereichen ernähren. Zu ihren Hauptwirtspflanzen gehören Hülsenfrüchtler (u.a. Sojabohne), aber auch Gemüse-, Obst- und Ackerkulturen sowie Ziergehölze und -pflanzen werden gerne von ihr aufgesucht. Besonders einjährige, krautige Kulturen werden insbesondere zur Zeit der Frucht- und Samenbildung befallen.

Verbreitung

In Europa war die Grüne Reiswanze anfänglich nur im Mittelmehrraum verbreitet. Aufgrund der Klimaerwärmung breitet sie sich jedoch zunehmend Richtung Norden aus. Bis 2015 konnten in Österreich nur Einzeltiere festgestellt werden. Seither wurden jedoch vor allem in urbanen Regionen (Wien und Graz) zahlreiche Larven und erwachsene Tiere in Hausgärten und Glashäusern nachgewiesen, was auf eine temporäre Reproduktion der Wanzen hinweist.

Bislang wurden in Österreich keine wirtschaftlich relevanten Schäden an Freilandkulturen verzeichnet, jedoch trat die Grüne Reiswanze in den vergangenen Jahren (Spätsommer) in städtischen Kleingartenanlagen und Gemeinschaftsgärten vermehrt in Erscheinung. Auch an Gemüse im geschützten Anbau hat die Grüne Reiswanze bereits Schäden verursacht.

Die Sterberate der Tiere im Winter hat in Österreich bislang ein dauerhaftes Bestehen der Wanzenpopulationen verhindert, jedoch muss, bedingt durch die zunehmend milderen Winter, die weitere Entwicklung der Art beobachtet werden. Des Weiteren ist eine erfolgreiche Überwinterung in geschützten Bereichen (beispielsweise bei Konstruktionsteilen in geheizten Glashäusern) nicht auszuschließen.

Starke Vermehrung kann in Jahren mit trocken-heißen Sommerbedingungen beobachtet werden.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Regelmäßige Pflanzenkontrollen um betroffene Einzelpflanzen frühestmöglich zu erkennen und von Eigelegen bzw. Larven durch Absammeln zu befreien.
  • Um ein Zufliegen der Wanzen ins Glashaus zu verhindern, können engmaschige (1-1,5 mm)
  • Als natürliche Gegenspieler werden Eiparasitoide (Schlupfwespe Trissolcus basalis) und Endoparsiten (Raupenfliege Trichopoda pennipes) beschrieben. Allerdings sind diese in Österreich nicht kommerziell erhältlich.
  • Eine direkte Bekämpfung mit zugelassenen Insektiziden gegen saugende Insekten ist möglich, jedoch schwierig, weil meist gegen die adulten Wanzen keine ausreichende Wirkung erzielt werden kann.

Fachinformation

Monitoring der Eigelege

2021 führen wir ein Monitoring von Eigelegen der Grünen Reiswanze und der Marmorierten Baumwanze durch. Damit wird die Verbreitung ihrer natürlichen Gegenspieler (Schlupfwespen der Gattung Trissolcus) überprüft. Diese Schlupfwespen stellen eine biologische Bekämpfungsmöglichkeit der Wanzen dar. Die Kenntnis darüber, ob die Schlupfwespen bereits natürlich in Österreich vorkommen, leistet einen wichtigen Beitrag zur nützlingsschonenden Regulierung der beiden Wanzenarten.

Wir bitten Sie, uns zu kontaktieren, wenn Sie auf Ihren Pflanzen Eigelege der Wanzen finden. Bitte bewahren Sie es unbeschädigt mit dem Blatt, auf dem es sich befindet in einer Box mit kleinen Luftlöchern auf und schicken Sie es uns zu. Wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich um ein Wanzeneigelege handelt, können Sie uns gerne vorab ein Foto schicken.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Kontakt:

AGES GmbH
Institut NPP, Abteilung für Nachhaltigen Ackerbau
z. Hd. Anna Moyses
Spargelfeldstraße 191
1220 Wien

anna.moysesno@Spam@agesno.Spam.at
+43 (0)505 55 33322

Wann und wo sind die Eigelege der Wanzen zu finden und wie sehen sie aus?

Die Eigelege der ersten Generation finden sich ab Mitte Mai und jene der zweiten Generation ab Ende Juli bevorzugt auf den Blattunterseiten der Futterpflanzen:

  • Obst: Apfel, Holunder, Kiwi, Himbeere, Brombeere, Stachelbeere, Johannisbeere
  • Gemüse: Paprika, Chili, Tomate, Zucchini, Bohnen
  • Ackerfrüchte: Mais, Kartoffel, Soja
  • Zierpflanzen: Hibiskus, Sonnenblume, Flieder, Malven, ...

Die Eigelege der Grünen Reiswanze bestehen aus bis zu 90, anfangs gelblich und später orange-rot gefärbten Eiern (Ei-Höhe: 1,3 mm, Ei-Breite: 0,9 mm). Durch Schlupfwespen parasitierte Eigelege weisen eine unregelmäßige dunkle Verfärbung auf. Leere Eigelege haben einen geöffneten Deckel.

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Volles Eigelege der Grünen Reiswanze
Eigelege mit gelblichen Eiern
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Reifes Eigelege mit Nymphen der Grünen Reiswanze
Blatt mit orange-rotem Eigelege und bereits geschlüpften Nymphen
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