Risikobewertung

Zuletzt geändert: 02.05.2017

Im Rahmen der eigentlichen Risikobewertung werden die gesundheitsbezogenen Grenzwerte (ADI, ARfD) der möglichen Exposition (MRL) gegenübergestellt. Für den Konsumenten entspricht die Exposition der Aufnahme der zu bewertenden Substanz über die Nahrung.

Für die Risikobewertung von Pflanzenschutzmittelrückständen auf Lebensmitteln gilt, dass auch die im ungünstigsten Fall zu erwartende Aufnahmemenge des Rückstandes über die Nahrung kleiner sein muss als der toxikologische Grenzwert (ADI bzw. ARfD). Dabei wird sowohl eine einmalige Aufnahme (üblicherweise über eine Mahlzeit/Portion) als auch eine lebenslange Aufnahme von Pflanzenschutzmittelrückständen berücksichtigt.

Führt die Abschätzung der Aufnahmemengen zu einer Überschreitung der Wirkstoffmenge, die als kritisch für den Konsumenten angesehen wird, muss dem Risiko durch entsprechende Maßnahmen des Risikomanagements begegnet werden. Dies bedeutet dann beispielsweise eine Verlängerung der Wartezeit, eine Verringerung der Aufwandmenge oder auch die Verweigerung der Zulassung bzw. der Verzicht auf eine Anwendung.

Die oft genannte Kombinationswirkung von Pflanzenschutzmittel-Rückständen wird in diversen wissenschaftlichen Gremien international diskutiert. Ein entsprechendes Modell zur Risikoabschätzung für den Konsumenten existiert zurzeit nicht. In Konzentrationsbereich, in dem Pflanzenschutzmittel-Rückstände angesiedelt sind, ist eine "kumulative", d.h. kombinatorische Wirkung nicht anzunehmen. Gleichwohl wurde im Winter 2006/2007 ein diesbezüglicher Workshop, der von der EFSA (European Food Safety Authority) initiiert wurde, abgehalten. Dieser Workshop diente als Start zu einer möglichen Entwicklung eines Modells zur wissenschaftlichen Risikoabschätzung. Ausgangspunkt war, dass es möglicherweise vorstellbar sei, dass eine additive Wirkung zu beobachten sein könnte, wenn Wirkstoffe mit dem gleichen Wirkungsspektrum zur Anwendung kommen (beispielsweise Phosphorsäureester hinsichtlich ihrer Cholinesterase-Hemmung). Es sind jedoch weitere wissenschaftliche Arbeiten notwendig.

Da derzeit kein wissenschaftlich fundiertes Modell zur Bewertung einer möglichen Kombinationswirkung von Wirkstoffen bekannt ist, bleibt weiterhin eine solide Einzelstoffbewertung - wie von der AGES praktiziert - das Mittel der Wahl.

Rückstandsverhalten von Pflanzenschutzmitteln:

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