FAQ zu Furan

Zuletzt geändert: 25.10.2017

Was ist Furan?

Furan ist eine leicht flüchtige, farblose Substanz die von Natur aus in Ölen von harzhaltigen Nadelhölzern enthalten ist. Es wird auch künstlich hergestellt und in der chemischen Industrie zur Herstellung von Harzen und Lacken verwendet. Außerdem ist es in Zigarettenrauch enthalten. Furan hat keine dioxinähnlichen Eigenschaften. Trotz des Namens gehört Furan  nicht zur Gruppe der „Furane“ (Dibenzofurane), einer Stoffgruppe mit dioxinähnlichen Eigenschaften und hat auch keine dioxinähnlichen Eigenschaften.

Seit 1979 ist bekannt, dass Furan auch in erhitzten Lebensmitteln vorkommt. Der genaue Entstehungsprozess ist noch nicht ganz geklärt. Es entsteht zum Beispiel beim Abbau von Vitamin C oder der Spaltung von Aminosäuren, Zuckern, mehrfach ungesättigten Fettsäuren oder Carotinoiden.

Gehen von Furan gesundheitliche Risiken für VerbraucherInnen aus?

Furan kann bei Mäusen und Ratten nach Aufnahme hoher Mengen Krebs auslösen. Von der IARC (International Agency for Research on Cancer), der Internationalen Agentur für Krebsforschung, wurde es im Jahre 1995 als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft. Die WHO hat im Jahre 2011 das Furan als eine Substanz bewertet, die das Erbgut verändern kann und krebserregend wirkt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 25. Oktober 2017 einen aktualisierten Bericht zu Furan in Lebensmitteln veröffentlicht. Die EFSA-ExpertInnen kommen auf Basis von Tierversuchsstudien zu dem Schluss, dass Furan Leberschäden und Leberkrebs verursachen kann.

In welchen Lebensmitteln kommt Furan vor?

Furan kommt in erhitzten Lebensmitteln vor. Aus dem aktuellen Bericht der EFSA ist zu entnehmen, dass geröstete Kaffeebohnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 4.579 µg/kg sowie geröstetes Kaffeepulver (2.361 µg/kg) zu jenen Lebensmitteln zählen, die am meisten Furan enthalten. Aufgrund der Flüchtigkeit von Furan sind im fertigen Kaffeegetränk die Furangehalte allerdings niedriger. Deutlich geringere Gehalte (Durchschnittsgehalte 20-57 µg/kg) finden sich in Gemüse- und Fleischkonserven, Getreide und Getreideprodukten (Brot, Teigwaren, Frühstückzerealien, Backwaren etc.) sowie in Gläschenkost für Säuglinge.

Gibt es gesetzliche Regelungen und Untersuchungsergebnisse zu Furan?

Derzeit existieren für Furan keine gesetzlich festgelegten Höchstgehalte. Von der Europäischen Kommission wurde im Jahre 2007 eine Empfehlung über ein Monitoring zum Vorkommen von Furan in Lebensmitteln veröffentlicht. In Österreich wurde dieses Überwachungsprogramm in Form von Schwerpunktaktionen umgesetzt. Die AGES hat in den Jahren 2007 bis 2017 zahlreiche Lebensmittelgruppen auf ihren Furangehalt untersucht und die Daten an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) übermittelt.

Wie viel Furan nimmt die Bevölkerung durch Lebensmittel auf?

In die aktuelle Expositionsabschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind auch Untersuchungsdaten zu Furan aus Österreich eingeflossen. Demnach nehmen Erwachsene in unterschiedlichen Altersklassen durchschnittlich 0,11 bis 0,75 µg/kg KG (Körpergewicht) am Tag auf und bei hohem Verzehr 0,2 bis 1,27 µg/kg KG/Tag. Kaffee sowie Getreide und Getreideprodukte tragen am meisten zur Furanaufnahme bei. Die höchste Exposition ist bei den Jüngsten, vor allem bei den Säuglingen zu beobachten. Die durchschnittliche Furanaufnahme liegt zwischen 0,14 und 0,99 µg/kg KG/Tag und bei hohem Verzehr zwischen 0,27 und 1,8 µg/kg KG/Tag. Gläschenkost sowie Beikost auf Getreidebasis tragen am meisten zur Gesamtaufnahme bei. Für die Bevölkerung kann im Hinblick auf den hohen Verzehr ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden.

Was können VerbraucherInnen tun, um die Furanaufnahme zu reduzieren?

Da es sich bei Furan um eine leicht flüchtige Substanz handelt, kann diese durch die Zubereitung des Lebensmittels in einem offenen Gefäß und unter ständigem Rühren entweichen. Gläschenkost für Säuglinge sollte nach dem Erhitzen bzw. nach dem Öffnen gut umgerührt und  kurz stehen gelassen werden. Dadurch kann der Furangehalt reduziert werden. Werden Lebensmittel bei geringeren Temperaturen zubereitet, entsteht ebenfalls weniger Furan. Wie auch bei der Empfehlung für das Acrylamid gilt: „Vergolden statt verkohlen“.

Quellen:

EFSA (2017): Scientific Opinion on Risks for public health related to the presence of furan and methylfurans in food. EFSA Journal 2017; 15(10):5005

EFSA (2011): Scientific Report. Update on furan levels in food from monitoring years 2004- 2010 and exposure assessment. EFSA Journal 2011; 9(9):2347

Europäische Kommission (2007): Empfehlung der Kommission (2007/196/EG) vom 28. März 2007 über ein Monitoring zum Vorkommen von Furan in Lebensmitteln

BfR (2014): Vorkommen von Furan in Lebensmitteln. Stellungnahme des BfR vom 10. Juni 2004. (Zugriff: 12.10.2017)

BfR (2011): Fragen und Antworten zu Furan. FAQ vom 24. August 2011. (Zugriff: 12.10.2017)

FAO/WHO (2011): Safety evaluation of certain contaminants in food. Furan. Joint FAO/WHO Expert committee on Food Additives (JECFA), Series 63, Monographs 8. Pages 487- 603

IARC (1995): Dry cleaning, some chlorinated solvents and other industrial chemicals. Monographs on the evaluation of carcinogenic risks to humans. Vol. 63 Lyon: IARC. 393 – 407.

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