Verzehr von Marillenkernen kann zu schweren Vergiftungen führen

Zuletzt geändert: 30.08.2016

Die Marille ist eine beliebte Frucht, aber nicht jeder Teil der Marille sollte gegessen werden: Bei der Verdauung der Kerne entsteht Blausäure. Daher kann es beim Verzehr der Kerne zu schweren Vergiftungen kommen, die sogar tödlich verlaufen können. Auf den Verzehr derartiger Produkte sollte generell verzichtet werden.

Marillenkerne bzw. „Aprikosenkerne bitter“ werden vermehrt im Handel und über das Internet zum direkten Verzehr als „Snack“ vertrieben. Teilweise werden sie auch als preiswertes und wirkungsvolles Anti-Krebs-Mittel angepriesen. Die angebliche Wirkung beruht laut den Herstellern auf dem in den Kernen enthaltenen Vitamin B17 („Laetrile“, Amygdalin) bzw. aus der giftigen Blausäure, die Krebszellen abtöten soll, diese Heilwirkungen sind jedoch nicht wissenschaftlich belegt. 

Blausäure verursacht Vergiftungen

Beim Kauen und Verdauen von Marillenkernen entsteht Blausäure aus dem durch Amygdalin freigesetzten Cyanid. Der menschliche Körper ist zwar in der Lage, gewisse Mengen an Blausäure abzubauen. Wird aber zu viel Blausäure aufgenommen, können unterschiedliche Vergiftungserscheinungen auftreten. Die Symptome bei akuter Vergiftung reichen von Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindel und Krämpfen über Blausucht bis hin zu Koma und Tod. Bei Kindern reichen bereits sehr geringe Mengen aus, um schwere Vergiftungen auszulösen. Auch bei älteren oder kranken Menschen muss damit gerechnet werden, dass das körpereigene Entgiftungssystem nicht ausreichend arbeitet.

Laut einer aktuellen Risikobewertung der europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA- April 2016) liegt die akute Referenzdosis (ARfD) bei 20 Mikrogramm (µg) Cyanid pro Kilogramm Körpergewicht. Diese unbedenkliche Dosis entspricht für Erwachsene ca. drei kleinen Marillenkernen pro Tag. Kinder sollten diese Kerne gar nicht zu sich nehmen.

Die Marille ist eine beliebte Frucht, aber nicht jeder Teil der Marille sollte gegessen werden: Bei der Verdauung der Kerne entsteht Blausäure. Daher kann es beim Verzehr der Kerne zu schweren Vergiftungen kommen, die sogar tödlich verlaufen können. Auf den Verzehr derartiger Produkte sollte generell verzichtet werden.

Marillenkerne bzw. „Aprikosenkerne bitter“ werden vermehrt im Handel und über das Internet zum direkten Verzehr als „Snack“ vertrieben. Teilweise werden sie auch als preiswertes und wirkungsvolles Anti-Krebs-Mittel angepriesen. Die angebliche Wirkung beruht laut den Herstellern auf dem in den Kernen enthaltenen Vitamin B17 („Laetrile“, Amygdalin) bzw. aus der giftigen Blausäure, die Krebszellen abtöten soll, diese Heilwirkungen sind jedoch nicht wissenschaftlich belegt. 

Blausäure verursacht Vergiftungen

Beim Kauen und Verdauen von Marillenkernen entsteht Blausäure aus dem durch Amygdalin freigesetzten Cyanid. Der menschliche Körper ist zwar in der Lage, gewisse Mengen an Blausäure abzubauen. Wird aber zu viel Blausäure aufgenommen, können unterschiedliche Vergiftungserscheinungen auftreten. Die Symptome bei akuter Vergiftung reichen von Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindel und Krämpfen über Blausucht bis hin zu Koma und Tod. Bei Kindern reichen bereits sehr geringe Mengen aus, um schwere Vergiftungen auszulösen. Auch bei älteren oder kranken Menschen muss damit gerechnet werden, dass das körpereigene Entgiftungssystem nicht ausreichend arbeitet.

Laut einer aktuellen Risikobewertung der europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA- April 2016) liegt die akute Referenzdosis (ARfD) bei 20 Mikrogramm (µg) Cyanid pro Kilogramm Körpergewicht. Diese unbedenkliche Dosis entspricht für Erwachsene ca. drei kleinen Marillenkernen pro Tag. Kinder sollten diese Kerne gar nicht zu sich nehmen.

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Ähnlich wie bei Mandeln wird der Samen der Marille von einem verzholzten Kern umschlossen.

Marillenkerne als Aromastoffe

Traditionell werden bittere Aprikosenkerne, oder auch bittere Mandelkerne, wegen ihrer Aromaeigenschaften für Marzipan, Persipan und verwandte Produkte verwendet, wobei in Form der Aromenverordnung eine Regelung besteht, die den Blausäuregehalt dieser Produkte auf sicherem Niveau limitiert. Auch in Backwaren (z.B. Weihnachtsstollen) werden, bittere Mandeln, die in ihren Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten mit bitteren Aprikosenkernen vergleichbar sind, zur Aromatisierung eingesetzt. In diesen Backwaren stellt die Blausäure üblicherweise kein Problem dar, weil sie sich beim Erhitzen der Kerne weitgehend verflüchtigt.

Blausäure dient Pflanze zur Abwehr von Feinden

Das so genannte Vitamin B17 ist kein Vitamin, wie es etwa in Obst oder Gemüse enthalten ist. Es handelt sich dabei um einen Inhaltsstoff, der in der Fachsprache Amygdalin genannt wird. Diese Substanz enthält Blausäure in gebundener Form (Cyanid) und dient einigen Pflanzen als Schutzstoff gegen natürliche Feinde. Amygdalin findet man zum Beispiel in Bittermandeln, Kernen von Zitrusfrüchten, Zwetschkenkernen und eben in Marillenkernen. Durch das Kauen der rohen, geschälten Kerne wird die Blausäure aus dem Amygdalin freigesetzt. Je mehr und länger man die geschälten Kerne kaut, desto höhere Blausäuremengen werden frei.

Kontakt für Notfälle

Bei Vergiftungserscheinungen wenden Sie sich an einen Arzt/ eine Ärztin. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie die Vergiftungsinformationszentrale: 01/406 43 43 (rund um die Uhr)

Weitere Informationen

EFSA Risikobewertung vom 27.04.2016: Aprikosenkerne bergen Risiko einer Cyanidvergiftung

Stellungnahme Nr. 009/2015 des BfR vom 7. April 2015: Zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag
sind für Erwachsene das Limit - Kinder sollten darauf verzichten

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