Trichinen

Trichinella

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Zuletzt geändert: 16.01.2017
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Trichinen sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer der Gattung Trichinella. Bis dato sind in Europa vier Trichinenarten bekannt, die Differenzierung erfolgt durch molekulardiagnostische Methoden. Träger dieser Parasiten sind verschiedene Wirtstiere, primär Hausschwein, Wildschwein und Pferd, aber auch verschiedene Wildtiere (u. a. Fuchs, Bär, Dachs) sowie Nagetiere (Ratten). Der Mensch infiziert sich durch den Verzehr von rohen oder ungenügend erhitzten Fleischprodukten (z. B. Speck, Wurst) von befallenen Tieren. In Österreich sind Erkrankungsfälle beim Menschen sehr selten: In den letzten 35 Jahren wurden in Österreich ausschließlich sogenannte "importierte" Trichinellosefälle von den Gesundheitsbehörden registriert.

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Trichinen sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer der Gattung Trichinella. Bis dato sind in Europa vier Trichinenarten bekannt, die Differenzierung erfolgt durch molekulardiagnostische Methoden. Träger dieser Parasiten sind verschiedene Wirtstiere, primär Hausschwein, Wildschwein und Pferd, aber auch verschiedene Wildtiere (u. a. Fuchs, Bär, Dachs) sowie Nagetiere (Ratten). Der Mensch infiziert sich durch den Verzehr von rohen oder ungenügend erhitzten Fleischprodukten (z. B. Speck, Wurst) von befallenen Tieren. In Österreich sind Erkrankungsfälle beim Menschen sehr selten: In den letzten 35 Jahren wurden in Österreich ausschließlich sogenannte "importierte" Trichinellosefälle von den Gesundheitsbehörden registriert.

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Übertragung

Die Trichinen befinden sich, meist von einer Kapsel umgeben (ausgenommen Trichinella pseudospiralis), vor allem in der Muskulatur dieser Tiere. Über die Nahrung aufgenommen, werden die Larven im Zuge des Verdauungsvorganges im Magen aus der Muskulatur gelöst und bohren sich in die Darmwand, in der die Larven zum vermehrungsfähigen, adulten Stadium heranwachsen. In weiterer Folge werden die von den Weibchen in hoher Anzahl lebendgeborenen Larven über den Blutstrom im gesamten Körper verteilt. Sie lagern sich bevorzugt in der Skelettmuskulatur ein, in welcher eine Kapselbildung um die Larve induziert wird.

Symptome

Die Trichinellose ist eine mild bis tödlich verlaufende, lebensmittelbedingte Erkrankung beim Menschen. Die Krankheitssymptome beim Menschen sind in der Anfangsphase von Fieber, Bauchschmerzen und Durchfall geprägt. Im späteren Krankheitsverlauf stehen vor allem Muskel- und Gelenksschmerzen sowie typische Ödeme im Gesichtsbereich im Vordergrund.

Der Mensch gilt als hoch empfänglicher Wirt. Der Schweregrad der Infektion hängt zum einen von der Anzahl der aufgenommenen Larven und zum anderen von der spezifischen Wirtsabwehr ab. Eine medikamentöse Behandlung ist möglich und umso erfolgreicher, je frühzeitiger sie durchgeführt wird.

Vorbeugung

Tiere, die Träger von Trichinen sein können und für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, müssen nach der Schlachtung bzw. Tötung und vor dem Inverkehrbringen des Fleisches auf Trichinenlarven  untersucht werden (VO (EG) Nr. 2075/2005).

Aufgrund dieser gesetzlichen Vorgabe werden in Österreich jedes Jahr über 5 Millionen Hausschweine, etwa 1.000 Pferde sowie ein Großteil der erlegten Wildschweine einer Trichinenuntersuchung unterzogen. Die Untersuchung wird mit der sogenannten Verdauungsmethode durchgeführt: Eine gewichtsmäßig genau definierte Muskelmenge des untersuchungspflichtigen Tierkörpers (meist aus dem Bereich des Zwerchfellpfeilers) wird mittels künstlicher Verdauung aufgelöst und das Sediment der Verdauflüssigkeit unter mikroskopischer Betrachtung auf das Vorhandensein von Trichinenlarven überprüft.

Im Fall eines positiven Trichinen-Nachweises wird der gesamte Tierkörper von der zuständigen Veterinärbehörde beschlagnahmt und einer nachweislichen Entsorgung zugeführt.

In den vergangenen Jahren wurden Trichinen in Österreich nur in wenigen Fällen bei Wildschweinen nachgewiesen, wobei, mit einer Ausnahme, die positiven Tiere ausländischer Provenienz entstammten. Es handelte sich um Wildschweine aus Deutschland sowie Ungarn, die in Österreich für die weitere Vermarktung zerlegt wurden. Bei österreichischen Zucht- bzw. Mastschweinen sowie Pferden wurde schon seit Jahrzehnten kein positiver Trichinenfall mehr festgestellt.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass der Parasit in Österreich auch in der Fuchspopulation vorkommt, wobei in der Verbreitung ein deutliches West-Ost-Gefälle vorliegt.


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