Legionellen

Legionella ssp.

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Zuletzt geändert: 02.10.2017
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Legionellen sind stäbchenförmige, sporenlose, gram-negative Bakterien, die in der Familie Legionellaceae zusammengefasst werden. In der einzigen Gattung Legionella werden über 40 benannte Spezies mit mehr als 60 unterschiedlichen Serogruppen subsummiert, von denen nur eine geringe Anzahl für den Menschen pathogen (krankheitserregend) ist. Die epidemiologisch bedeutendste Spezies ist Legionella pneumophila mit mindestens 15 Serogruppen, wobei die Serogruppe 1 in Österreich bei ca. 90 % der humanen Legionellosen nachgewiesen wurde.

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Legionellen sind stäbchenförmige, sporenlose, gram-negative Bakterien, die in der Familie Legionellaceae zusammengefasst werden. In der einzigen Gattung Legionella werden über 40 benannte Spezies mit mehr als 60 unterschiedlichen Serogruppen subsummiert, von denen nur eine geringe Anzahl für den Menschen pathogen (krankheitserregend) ist. Die epidemiologisch bedeutendste Spezies ist Legionella pneumophila mit mindestens 15 Serogruppen, wobei die Serogruppe 1 in Österreich bei ca. 90 % der humanen Legionellosen nachgewiesen wurde.

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Übertragung

Das Einatmen von legionellenbelasteten Aerosolen (feinsten Wassertröpfchen) oder Feinstäuben kann zu einer schweren Lungenentzündung, der so genannten Legionärskrankheit, führen. Das Trinken von legionellenbelastetem Wasser stellt kein gesundheitliches Risiko dar. Ein erhöhtes Risiko haben Personen mit geschwächtem Immunsystem, mit chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucher. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Infektion über Pflanzenerde

In Europa wird die Legionärskrankheit hauptsächlich durch Legionella pneumophila verursacht. Es gibt aber auch andere Legionellenarten, die in der Umwelt weit verbreitet sind und unter Umständen ebenfalls zu einer Infektion führen können. Weltweit, v. a. in Australien, aber auch in Europa, werden zunehmend Fälle von Legionärskrankheit registriert, die durch die Art Legionella longbeachae verursacht wurden. Als Infektionsquelle dient in diesen Fällen wahrscheinlich handelsübliche Pflanzenerde, so auch bei einem Todesfall in Österreich im Jahr 2008. Das Risiko, durch Einatmen legionellenhaltiger feinster Staupartikel aus Pflanzenerde oder Kompost an der Legionärskrankheit zu erkranken, ist sehr gering. Im Jahr 2009 wurden zwei Fälle von der AGES dokumentiert.

In Australien, wo Infektionen mit Legionella longbeachae weiter verbreitet sind, wird Pflanzenerde mit einem Risikohinweis gekennzeichnet und empfohlen, die Erde vor Verwendung zu befeuchten, um Staubentwicklung zu vermeiden, Gartenhandschuhe zu tragen und die Hände nach der Arbeit gründlich zu waschen. Auch das Tragen von Feinstaub-Atemschutzmasken wird manchmal für den Umgang mit Pflanzenerde angeraten.

Prävention

Nach der Entdeckung der Infektionskrankheit im Jahr 1976 wurden in vielen Ländern nationale Überwachungs-Systeme für Legionella-Infektion eingerichtet. In Österreich ist jeder Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfall meldepflichtig. Die epidemiologische Überwachung auf Basis der Meldungen von ÄrztInnen und Laboratorien gemeinsam mit dem Überwachungssystem der Nationalen Referenzzentrale für Legionella-Infektion ermöglicht eine rasche Identifizierung von Clustern (das heißt Häufungen von Fällen). Durch die zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden mit Unterstützung durch InfektionsepidemiologInnen der AGES kann eine adäquate Ausbruchsabklärung mit prompter Identifikation und Eliminierung der Infektionsquelle erfolgen.

Umfangreiche Informationen zur Prävention siehe Downloadbereich: Leitlinie Legionellen


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