Grippe

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Zuletzt geändert: 19.11.2020

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Die Überwachung der Influenzasituation erfolgt in Österreich über das  so genannte Influenza-Surveillance-System. Erfasst werden Daten aus einem klinischen und einem virologischen Sentinelsurveillance-System sowie der Labormeldungen von Influenzavirusnachweis von weiteren fünf virologischen Laboratorien. Diese Daten werden wöchentlich durch das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz an das Europäische Surveillancesystem, geführt vom Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), gemeldet.

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Die Überwachung der Influenzasituation erfolgt in Österreich über das  so genannte Influenza-Surveillance-System. Erfasst werden Daten aus einem klinischen und einem virologischen Sentinelsurveillance-System sowie der Labormeldungen von Influenzavirusnachweis von weiteren fünf virologischen Laboratorien. Diese Daten werden wöchentlich durch das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz an das Europäische Surveillancesystem, geführt vom Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC), gemeldet.

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Saison 2020/21

Mit Kalenderwoche (KW) 40 hat die Überwachung der aktuellen Grippesaison durch das Klinische Sentinelsurveillance-System begonnen.

Geschätzte Anzahl von Grippe/Grippeähnlichen Erkrankungen/100.000 Einwohner per Kalenderwoche (KW), Österreich, KW 40-46, 2020/2021


Geschätzte Anzahl von Grippe/Grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) /100.000 Einwohner per Altersgruppe und per KW, Österreich, KW 40-46, 2020/2021


Geschätzte Anzahl von Grippe/Grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) /100.000 Einwohner, gemeldete ARI bedingte Krankenstände/100.000 anspruchsberechtigte Versicherte / Erwerbstätige per KW, KW 40-46, 2020/2021


Datenquelle zu Abb. 1 und 2:
Geschätzte ILI/100.000 Einwohnern ist ein Schätzwert basierend auf Daten des Grippe-Meldesystems des Magistats 15, Stadt Wien, der Abt. 7, Stadt Graz, sowie ILI-Daten aus dem Großraum Innsbruck.

Datenquelle zu Abb. 3:
Versicherungsdaten: von KGKK (ICD-Diagnosen für ARI) und OÖGKK.
anspruchsberechtigte Versicherte von ÖOGKK: Beschäftigte, PD, KBG
anspruchsberechtigte Versicherte von KGKK: Erwerbstätige, Arbeitslose, KRG, KBG u. freiwillige. Versicherte.

Mortalität

Da die Influenza als Todesursache häufig nicht erkannt oder registriert wird, ist es internationaler Standard, dass die mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle durch Modellierungen geschätzt werden. Ein solches Modell wurde in Österreich in Kooperation des Nationalen Referenzzentrums für Influenzaepidemiologie der AGES (PD Dr. Daniela Schmid; DI Lukas Richter) mit dem Nationalen Referenz-Laboratorium für Influenza am Department für Virologie der Medizinischen Universität Wien (Univ.-Prof. Dr. Theresia Popow-Kraupp; Dr. Monika Redlberger-Fritz) etabliert.

Abschließende Analyse für die Saison 2019/2020

Stand: 10.06.2020, Auswertung bis: 2020 KW 20

Tabelle 1: Geschätzte Anzahl der Todesfälle, assoziiert mit der saisonalen Influenza (IA) und mit Temperaturextremen (ET) inklusive 95 % Konfidenzintervall (KI) für die Saisonen 2015/2016-2019/2020 (jeweils KW 40-KW 20 des Folgejahres), Österreich.

SaisonKalenderwocheAnzahl geschätzte Todesfälle (95 % KI) assoziiert mit Influenza (IA)Anzahl geschätzte Todesfälle (95 % KI) assoziiert mit extremer Temperatur (ET)
2015/201640 - 20259 (198; 326)-
2016/201740 - 204.436 (4.242; 4.634)134 (90; 183)
2017/201840 - 202.851 (2.688; 3.016)199 (144; 260)
2018/201940 - 201.373 (1.246; 1.504)10 (-2; 37)
2019/202040 - 20834 (723; 950)-

Abbildung 1: Erwartete All-Ursachen Sterblichkeit (d.h. Mortalität) mit 95 % Konfidenzintervall, KI (Baseline, schwarze Linie), Abweichung der All-Ursachen Mortalität von der Baseline (graue Fläche), geschätzter Effekt der saisonalen Influenza-Aktivität (ΔIA, rote Linie), sowie geschätzter Effekt der Temperaturextremen (ΔET, grüne Linie) für die Saisonen 2016/2017-2019/2020 (Kalenderwoche [KW] 40-KW 20), Österreich.

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Anmerkung: die y-Achse bildet nur den relevanten Bereich der Daten ab und beginnt nicht bei „0“.

Abbildung 2: Geschätzte Todesfälle, assoziiert mit der saisonalen Influenza und Temperaturextremen pro 100.000 Personen (inklusive 95 % KI) für die Saisonen 2014/2015-2019/2020 (KW 40-KW 20), Österreich

Limitation der Influenza-Surveillance: In der Saison 2019/2020 wurde die klinische Sentinel-Surveillance für die saisonale Influenza-Aktivität in der Kalenderwoche 13, d.h. um 1-2 Wochen früher als üblich, beendet. Dies kann zu einer Unterschätzung der Influenza assoziierten Mortalität für die Saison 2019/2020 geführt haben.

Beschreibung des Modells

Österreich ist seit 2014 Partner des EuroMOMO Netzwerks. EuroMOMO ist ein europaweites Überwachungssystem der All-Ursachen Sterblichkeit (All-Ursachen Mortalität) der Allgemeinbevölkerung (MOrtalitätsMOnitoring). Im Rahmen dessen wurde eine Methode zur Einschätzung der Influenza-assoziierten Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität) entwickelt [1]. Hierfür werden Daten der wöchentlichen All-Ursachen Sterblichkeit (Statistik Austria), der Influenza-Positivrate (DINÖ, Diagnostisches Influenza Netzwerk Österreich) und der ILI-Inzidenz (klinisches Sentinel-Surveillancesystem) sowie von österreichweiten Temperaturmessungen (NOAA, National Oceanic and Atmospheric Administration) verwendet.

Erklärung FluMOMO anhand Abbildung 3:

Basierend auf der gemeldeten, wöchentlichen All-Ursachen Sterblichkeit ("Observed number of deaths"), der erhobenen Influenza-Positivrate, der geschätzten ILI-Inzidenz  sowie der Temperaturdaten wird der Effekt der Influenza (ΔIA) und der Effekt der Temperaturextreme (ΔET) auf die Gesamt-Sterblichkeit geschätzt. Die Anzahl der saisonalen Influenza-assoziierten Todesfälle (wie Abbildung 2) entspricht der Fläche, die durch die schwarze Linie ("Baseline") und die rote Linie ("Baseline + ΔIA") begrenz wird. Die Anzahl der Todesfälle assoziiert mit extremer Temperatur (zusätzlich zum Effekt der Influenza Aktivität) wird durch die Fläche zwischen der roten Linie ("Baseline + ΔIA") und der grünen Linie ("Baseline + ΔIA + ΔET") präsentiert. Eine detaillierte Beschreibung des Modells gibt es von Nielsen et al. [1] (in Englisch).

Abbildung 3: Illustration des FluMOMO Modells, Beschriftung in Englisch (aus Nielsen et al. [1])

Datenquellen

Wöchentliche All-Ursachen Mortalität: Statistik Austria
Wöchentliche Influenza-Positivrate: virologisches Sentinel-Surveillancesystem, DINÖ, Diagnostisches Influenza Netzwerk Österreich
Wöchentliche ILI-Inzidenz: klinisches Sentinel-Surveillancesystem, operiert am Nationalen Referenzzentrum für Influenzaepidemiologie, AGES
Temperaturdaten für Österreich: NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) zur Verfügung gestellt von EuroMOMO Netzwerk

Referenzen
1.     Nielsen J, Krause TG, Mølbak K. Influenza-associated mortality determined from all-cause mortality, Denmark 2010/11-2016/17: The FluMOMO model. Influenza Other Respir Viruses. 2018; doi:10.1111/irv.12564


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