Grippe

Influenza

Zuletzt geändert: 02.12.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Erreger der Influenza sind Orthomyxoviren, die in die Typen A, B und C unterteilt werden. Influenza-A-Viren werden nach Typ und Subtyp benannt, z. B. A/H3N2. Bei Influenza B gibt es keine Subtypen. Für den Menschen sind nur Influenza-A- und Influenza-B-Viren relevant.

Vorkommen

weltweit

Erregerreservoir

Influenza-A-Viren kommen beim Menschen und daneben auch bei Säugern (Schweine, Pferde) vor. Das eigentliche Reservoir von Influenza-A-Viren sind jedoch Vögel, insbesondere Wasservögel

Infektionsweg

überwiegend durch virushaltige Tröpfchen beim Husten oder Niesen

Inkubationszeit

im Allgemeinen 1–2 Tage, bis 4 Tage

Symptomatik

plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber (38,5 °C), trockenen Reizhusten sowie Muskel- und/oder Kopfschmerzen

Therapie

Die Behandlung erfolgt überwiegend symptomatisch

Vorbeugung

Es gibt einen jährliche Impfung

Situation in Österreich

Mit Kalenderwoche (KW) 40/2021 hat die Überwachung der aktuellen Grippesaison durch das Klinische Sentinelsurveillance-System begonnen.


Abbildung 1: Geschätzte Anzahl von Grippe/Grippeähnlichen Erkrankungen/100.000 Einwohner:innen per Kalenderwoche (KW), Österreich, KW 40-47, 2021/2022

Legende


    Abbildung 2: Geschätzte Anzahl von Grippe/Grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) /100.000 Einwohner:innen per Altersgruppe und per KW, Österreich, KW 40-47, 2021/2022

    Legende


      Abbildung 3: Geschätzte Anzahl von Grippe/Grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) /100.000 Einwohner:innen, gemeldete ARI bedingte Krankenstände/100.000 anspruchsberechtigte Versicherte / Erwerbstätige per KW, KW 40-47, 2021/2022

      Legende

        Anzahl der laborbestätigten Fälle von Influenza A, Influenza B, und geschätzte Anzahl von Grippe/Grippeähnlichen Erkrankungen/100.000 Einwohner per KW, Österreich, KW 40-47, 2021/2022

        Woche Laborbestätigte Fälle von Influenza A Laborbestätigte Fälle von Influenza B ILI
        40 0 0 711
        41 0 0 1365
        42 0 0 1690
        43 0 0 1559
        44 0 0 1389
        45 1 0 1160
        46 0 0 1220
        47 0 0 1068

        Datenquelle zu Abb. 1 und 2: Geschätzte ILI/100.000 Einwohnern ist ein Schätzwert basierend auf Daten des Grippe-Meldesystems der MA 24- Landessanitätsdirektion der Stadt Wien, der Abt. 7, Stadt Graz, sowie ILI-Daten aus dem Großraum Innsbruck.

        Datenquelle zu Abb. 3: Versicherungsdaten: von KGKK (ICD-Diagnosen für ARI) und OÖGKK.
        anspruchsberechtigte Versicherte von ÖOGKK: Beschäftigte, PD, KBG
        anspruchsberechtigte Versicherte von KGKK: Erwerbstätige, Arbeitslose, KRG, KBG u. freiwillige Versicherte.

        Datenquelle zu Abb. 4: Virologisches Sentinel-Surveillancesystem (DINÖ): Nationales Referenzlabor für Influenza, Dep. für Virologie; Med. Universität Wien;
        Virologisches Nicht-Sentinel-Surveillancesystem: Sektion für Virologie, Dep. für Hygiene, Mikrobiologie, Sozialmedizin; Med. Universität IBK, Tirol; Abteilung Virologie & Infektionsserologie, Institut für Hygiene, Mikrobiologie, und Umweltmedizin Med. Universität Graz, Stmk; Mikrobiologisches Labor & Gemeinschaftspraxis für Reisemedizin, IBK, Tirol; Analyse BioLab GmbH, Elisabethinen Linz, OÖ; SALK Labor GmbH, Salzburg; Institut für Medizinische, Mikrobiologie und Hygiene am Klinikums Wels-Grieskirchen, OÖ

        Fachinformation

        Die österreichische Referenzzentrale für Influenza-Epidemiologie am Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien ist für die Erfassung der epidemiologischen Situation der Influenza in Österreich auf Basis eines klinischen und eines virologischen Sentinelsurveillance-Systems sowie der Labormeldungen von Influenzavirusnachweisen von weiteren sechs virologischen Laboratorien verantwortlich.

        Im wöchentlichen Intervall wird der Schätzwert der wöchentlichen Inzidenz von ILI (influenza like illness) berechnet und seit Beginn der Saison 2009/2010 auf der AGES Homepage Influenza veröffentlicht. Die Daten stammen von dem seit 1992/1993 etablierten Sentinel-ILI-Surveillancesystem, das aus dem Grippe- Informationssystem des Magistrats 15 der Stadt Wien, dem Grippe-Informationssystem der Abt. 7 der Stadt Graz sowie dem Grippe-Überwachungssystem Großraum Innsbruck besteht.

        Seit Anfang 2012 werden die ILI-Falldaten aller drei Grippe-Informationssysteme Wien, Graz und Innsbruck von der Referenzzentrale für Influenza-Epidemiologie einmal wöchentlich aufbereitet und an das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) gesandt, um von dort an TESSy (The European Surveillance System) und von TESSy an die WHO/EuroFlu gesendet zu werden.

        Klinische Überwachung

        1992/93 wurde das ILI (Influenza ähnliche Erkrankung)-Sentinel-System etabliert: 52 registrierte ehrenamtliche MeldeärztInnen (AllgemeinmedizinerInnen und KinderärztInnen) der Grippe-Informationssysteme des Magistrats 15 der Stadt Wien und der Abt. 7 der Stadt Graz sowie des Grippe-Überwachungssystems aus dem Großraum Innsbruck melden wöchentlich die innerhalb einer Arbeitswoche gemäß Definition von grippeähnlicher Krankheit (ILI, influenza-like illness) identifizierten Fälle von ILI an die Referenzzentrale für Influenza-Epidemiologie. Hier wird im wöchentlichen Intervall der Schätzwert der Inzidenz pro Kalenderwoche berechnet (Anzahl gemeldeter Fälle pro Einwohnerzahl des PatientInneneinzugsgebiets der MeldeärztInnen).

        Virologische Überwachung

        Die virologische Surveillance erfolgt durch das virologische Sentinelsystem DINÖ (Diagnostisches Influenza Netzwerk Österreich), koordiniert vom Nationalen Referenzlabor für Influenzaviren am Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien. 98 SentinelärztInnen (= MeldeärztInnen) senden wöchentlich Nasen-Rachenabstriche von ILI-Fällen zur Untersuchung auf Influenza an das Nationale Referenzlabor für Influenza. Die wöchentliche Anzahl der auf Influenza untersuchten Proben sowie die Anzahl derer mit Influenzavirusnachweis werden vom Nationalen Referenzlabor an die Referenzzentrale für Influenza-Epidemiologie übermittelt.

        Weitere fünf Influenza diagnostizierenden Laboratorien (Sektion für Virologie, Dep. für Hygiene, Mikrobiologie, Sozialmedizin; Med. Universität IBK, Tirol, Abteilung Virologie; Infektionsserologie, Institut für Hygiene, Mikrobiologie, und Umweltmedizin; Medizinische Universität Graz, Mikrobiologisches Labor; Gemeinschaftspraxis für Reisemedizin, IBK, Tirol, Analyse BioLab GmbH; Unternehmen von Elisabethinen Linz und AGES, Oberösterreich, SALK Labor GmbH, Salzburg) melden ebenfalls einmal wöchentlich die wöchentliche Anzahl der Proben mit Influenzavirusnachweis nach Virustyp bzw. -subtyp sowie die Anzahl der auf Influenza untersuchten Proben.

        Durch die vom Nationalen Referenzlabor durchgeführten Subtypisierungen der zirkulierenden Influenzaviren wird das Auftreten neuer Influenza-Virus-Varianten erkannt sowie der Vergleich mit den im aktuellen Impfstoff enthaltenen Stämmen durchgeführt. Ziel des österreichischen Influenza-Surveillancesystems ist die Beobachtung der Influenzaaktivität, um saisonale sowie auch inter-saisonale Influenzaepidemien frühzeitig zu erkennen.

        Mortalität

        Da die Influenza als Todesursache häufig nicht erkannt oder registriert wird, ist es internationaler Standard, dass die mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle durch Modellierungen geschätzt werden. Ein solches Modell wurde in Österreich in Kooperation des Nationalen Referenzzentrums für Influenzaepidemiologie der AGES (PD Dr. Daniela Schmid; DI Lukas Richter) mit dem Nationalen Referenz-Laboratorium für Influenza am Department für Virologie der Medizinischen Universität Wien (Univ.-Prof. Dr. Theresia Popow-Kraupp; Dr. Monika Redlberger-Fritz) etabliert.

        Abschließende Analyse für die Saison 2019/2020

        Stand: 10.06.2020, Auswertung bis: 2020 KW 20

        Tabelle 1: Geschätzte Anzahl der Todesfälle, assoziiert mit der saisonalen Influenza (IA) und mit Temperaturextremen (ET) inklusive 95 % Konfidenzintervall (KI) für die Saisonen 2015/2016-2019/2020 (jeweils KW 40-KW 20 des Folgejahres), Österreich.

        SaisonKalenderwocheAnzahl geschätzte Todesfälle (95 % KI) assoziiert mit Influenza (IA)Anzahl geschätzte Todesfälle (95 % KI) assoziiert mit extremer Temperatur (ET)
        2015/201640 - 20259 (198; 326)-
        2016/201740 - 204.436 (4.242; 4.634)134 (90; 183)
        2017/201840 - 202.851 (2.688; 3.016)199 (144; 260)
        2018/201940 - 201.373 (1.246; 1.504)10 (-2; 37)
        2019/202040 - 20834 (723; 950)-

        Kontakt, Formulare

        Nationale Referenzzentrale für Influenzaepidemiologie

        Währingerstraße 25a
        1096 Wien
        PD Dr. Daniela Schmid
        Tel: +43 50 555-37304
        E-Mail: daniela.schmidno@Spam@agesno.Spam.at

        Downloads

          Nationale Referenzzentrale für Influenza-Epidemiologie - Jahresbericht 2019/2020 (0,92 M)
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          Nationale Referenzzentrale für Influenza-Epidemiologie - Jahresbericht 2018/2019 (878 K)
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          Nationale Referenzzentrale für Influenza-Epidemiologie - Jahresbericht 2017/2018 (4,95 M)
          Bericht der nationalen Referenzzentrale für Influenza-Epidemioplogie
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