Candida auris

Candida auris

Zuletzt geändert: 06.08.2018
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Candida auris ist ein Hefepilz, der 2009 in Japan im äußeren Gehörgang einer 70-jährigen Patientin erstmals nachgewiesen wurde. Daher auch sein Name: Auris ist das lateinische Wort für Ohr. Seit seinem ersten Auftauchen hat dieser Hefepilz weltweit bereits hunderte Menschen infiziert, vorrangig in Krankenhäusern. Es kam zu Infektionen der Harnwege, von Wunden und zu Blutvergiftungen. Anders als die klassischen Candida-Hefen ist Candida auris gegen viele herkömmliche Anti-Pilz-Mittel resistent. Das ist für Pilze eher ungewöhnlich und macht den Erreger schwer behandelbar. Es stehen nur wenige Antimykotika (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen) zur Verfügung, mit denen betroffene Patienten behandelt werden können.

Erstmaliger Nachweis von Candida auris in Österreich

Im Jänner 2018 wurde dieser Krankheitserreger durch die AGES erstmalig in Österreich nachgewiesen. Ein Patient hatte in der Steiermark wegen langandauernder Gehörgangsentzündung einen niedergelassenen Arzt aufgesucht, der zwecks Untersuchung auf mikrobielle Krankheitserreger einen Ohrabstrich zur AGES einsandte. Der österreichische Patient wurde erfolgreich behandelt. Die österreichische Erstbeschreibung wurde in der amerikanischen Fachzeitschrift Emerging Infectious Diseases veröffentlicht: https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/24/8/18-0495_article

In Europa wurden gemäß Europäischem Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) seit 2013 insgesamt 620 Fälle in sieben Staaten gemeldet (Spanien, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Norwegen, Österreich). Drei Viertel dieser Fälle waren harmlose Besiedelungen; bei einem Viertel verursachte der Erreger aber Blutvergiftungen oder andere Infektionen. Wahrscheinlich auch aufgrund verbesserter Diagnosemethoden wurden in den Jahren 2016 und 2017 deutlich mehr Fälle identifiziert als in den Jahren davor: https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2018.23.13.18-00136

Im April 2018 hat das ECDC das Auftreten von Candida auris als europaweites Risiko für Krankenhauspatienten bezeichnet. Begründet wird dies mit der Neigung dieses neuen Erregers, in Krankenanstalten Ausbrüche hervorzurufen, mit seiner Resistenz gegen herkömmliche Pilzmittel und mit labordiagnostischen Problemen (korrekter Erregernachweis mit klassischen Methoden [biochemischen Verfahren] nicht immer möglich) begründet. Der bisher größte nosokomiale Ausbruch (= Übertragung im Krankenhaus) ereignete sich 2015/2016 in einer herzchirurgischen Abteilung in London.
https://ecdc.europa.eu/sites/portal/files/documents/RRA-Candida-auris-European-Union-countries-first-update.pdf

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) schätzt, dass zwischen 30 und 60 Prozent aller Infektionen, bei denen Candida auris in den Körper eindringt, tödlich enden. Die Behörde warnte erstmals im August 2017 vor einer ernsten weltweiten Bedrohung. Als Begründung nennt das CDC ebenfalls die Multiresistenz des neuen Erregers, die Problematik den Pilz im Labor mir klassischen Nachweismethoden korrekt zu identifizieren, was wiederum die korrekte Diagnose und damit die korrekte Therapie verzögern kann und die Neigung von Candida auris, Krankenhausausbrüche hervorzurufen.
https://www.cdc.gov/fungal/candida-auris/index.html

Keine Auswirkungen bei gesunden Menschen

Andere Hefepilze die den Menschen besiedeln, etwa Candida albicans, sitzen oft auf der Haut und auf den Schleimhäuten. Probleme verursachen sie dort nicht. Erst wenn das Immunsystem aus irgendeinem Grund geschwächt ist, vermehren sie sich mitunter so stark, dass es zu entsprechenden Krankheitszeichen kommen kann – beispielsweise zu einer Candidose, auch bekannt als Soor. Auch bei Candida auris hat eine Besiedelung des gesunden Menschen primär keine weiteren Auswirkungen. Bestehen aber Vorerkrankungen, kann Candida auris zu Krankheitszeichen wie Blutvergiftung, Harnwegsinfekt oder Wundinfektionen führen. Während es sich bei den klassischen Candida albicans-Erkrankungen aber durchwegs um endogene Infektionen (der Erreger stammt aus der körpereigenen Flora) handelt, wird Candida auris von Mensch zu Mensch und über kontaminierte Oberflächen weitergegeben, was die beschriebenen Krankenhaus-Ausbrüche erklärt. Die Übertragung erfolgt höchstwahrscheinlich als Schmierinfektion. Eine Ansteckung über die Luft, wie es bei Erkältungsviren oft der Fall ist, ist nach derzeitigem Wissenstand auszuschließen.

Candida auris ist ein Hefepilz, der 2009 in Japan im äußeren Gehörgang einer 70-jährigen Patientin erstmals nachgewiesen wurde. Daher auch sein Name: Auris ist das lateinische Wort für Ohr. Seit seinem ersten Auftauchen hat dieser Hefepilz weltweit bereits hunderte Menschen infiziert, vorrangig in Krankenhäusern. Es kam zu Infektionen der Harnwege, von Wunden und zu Blutvergiftungen. Anders als die klassischen Candida-Hefen ist Candida auris gegen viele herkömmliche Anti-Pilz-Mittel resistent. Das ist für Pilze eher ungewöhnlich und macht den Erreger schwer behandelbar. Es stehen nur wenige Antimykotika (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen) zur Verfügung, mit denen betroffene Patienten behandelt werden können.

Erstmaliger Nachweis von Candida auris in Österreich

Im Jänner 2018 wurde dieser Krankheitserreger durch die AGES erstmalig in Österreich nachgewiesen. Ein Patient hatte in der Steiermark wegen langandauernder Gehörgangsentzündung einen niedergelassenen Arzt aufgesucht, der zwecks Untersuchung auf mikrobielle Krankheitserreger einen Ohrabstrich zur AGES einsandte. Der österreichische Patient wurde erfolgreich behandelt. Die österreichische Erstbeschreibung wurde in der amerikanischen Fachzeitschrift Emerging Infectious Diseases veröffentlicht: https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/24/8/18-0495_article

In Europa wurden gemäß Europäischem Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) seit 2013 insgesamt 620 Fälle in sieben Staaten gemeldet (Spanien, Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Norwegen, Österreich). Drei Viertel dieser Fälle waren harmlose Besiedelungen; bei einem Viertel verursachte der Erreger aber Blutvergiftungen oder andere Infektionen. Wahrscheinlich auch aufgrund verbesserter Diagnosemethoden wurden in den Jahren 2016 und 2017 deutlich mehr Fälle identifiziert als in den Jahren davor: https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2018.23.13.18-00136

Im April 2018 hat das ECDC das Auftreten von Candida auris als europaweites Risiko für Krankenhauspatienten bezeichnet. Begründet wird dies mit der Neigung dieses neuen Erregers, in Krankenanstalten Ausbrüche hervorzurufen, mit seiner Resistenz gegen herkömmliche Pilzmittel und mit labordiagnostischen Problemen (korrekter Erregernachweis mit klassischen Methoden [biochemischen Verfahren] nicht immer möglich) begründet. Der bisher größte nosokomiale Ausbruch (= Übertragung im Krankenhaus) ereignete sich 2015/2016 in einer herzchirurgischen Abteilung in London.
https://ecdc.europa.eu/sites/portal/files/documents/RRA-Candida-auris-European-Union-countries-first-update.pdf

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) schätzt, dass zwischen 30 und 60 Prozent aller Infektionen, bei denen Candida auris in den Körper eindringt, tödlich enden. Die Behörde warnte erstmals im August 2017 vor einer ernsten weltweiten Bedrohung. Als Begründung nennt das CDC ebenfalls die Multiresistenz des neuen Erregers, die Problematik den Pilz im Labor mir klassischen Nachweismethoden korrekt zu identifizieren, was wiederum die korrekte Diagnose und damit die korrekte Therapie verzögern kann und die Neigung von Candida auris, Krankenhausausbrüche hervorzurufen.
https://www.cdc.gov/fungal/candida-auris/index.html

Keine Auswirkungen bei gesunden Menschen

Andere Hefepilze die den Menschen besiedeln, etwa Candida albicans, sitzen oft auf der Haut und auf den Schleimhäuten. Probleme verursachen sie dort nicht. Erst wenn das Immunsystem aus irgendeinem Grund geschwächt ist, vermehren sie sich mitunter so stark, dass es zu entsprechenden Krankheitszeichen kommen kann – beispielsweise zu einer Candidose, auch bekannt als Soor. Auch bei Candida auris hat eine Besiedelung des gesunden Menschen primär keine weiteren Auswirkungen. Bestehen aber Vorerkrankungen, kann Candida auris zu Krankheitszeichen wie Blutvergiftung, Harnwegsinfekt oder Wundinfektionen führen. Während es sich bei den klassischen Candida albicans-Erkrankungen aber durchwegs um endogene Infektionen (der Erreger stammt aus der körpereigenen Flora) handelt, wird Candida auris von Mensch zu Mensch und über kontaminierte Oberflächen weitergegeben, was die beschriebenen Krankenhaus-Ausbrüche erklärt. Die Übertragung erfolgt höchstwahrscheinlich als Schmierinfektion. Eine Ansteckung über die Luft, wie es bei Erkältungsviren oft der Fall ist, ist nach derzeitigem Wissenstand auszuschließen.

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