Obst und Gemüse sind nicht immer keimfrei

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Zuletzt geändert: 27.07.2016
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Erdbeeren

Auch pflanzliche Lebensmittel können immer wieder Erkrankungsausbrüche  verursachen: Man denke an den durch Sprossen verursachten EHEC-Ausbruch in Deutschland im Jahr 2011; ebenfalls in Deutschland wurde ein Jahr später der größte durch Noroviren verursachte Krankheitsausbruch registriert, verursacht durch Tiefkühl-Erdbeeren. Seit Anfang 2013 kommt es europaweit immer wieder zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen, die durch Infektionen mit dem Hepatitis A-Virus verursacht werden. Mikrobiologische und epidemiologische Untersuchungen durch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) und nationale Behörden deuten darauf hin, dass Tiefkühl-Beeren die Quelle für den Ausbruch sein könnten. Allerdings konnte die genaue Eintragsquelle der Hepatitis A-Viren bislang noch nicht eruiert werden.

Beeren können an verschiedenen Stellen ihrer Produktion mit Noroviren oder Hepatitis A-Viren in Kontakt kommen, beispielsweise durch unsachgemäße Bewässerung oder Düngung. Weiterhin können Personen, die mit diesen Viren infiziert sind, das Virus während der Ernte oder beim Verpacken auf die Beeren übertragen. Bei tiefgefrorenen Beeren können darüber hinaus Viren über verunreinigtes Wasser, das während des Gefrierprozesses zugegeben wird, auf die Beeren gelangen.

Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) bewertet Risiken durch Salmonellen und Noroviren auf Beeren

Vor diesem Hintergrund wurden in Österreich im Rahmen von Monitoringaktionen im Jahr 2014 Beerenobst, vorgeschnittene Melonen, geschnittenes Gemüse (Salat, Gurken, Karotten, Paprika, Sprossen) auf pathogene (krankmachende) Keime wie salmonellen, Listerien, Noroviren, Hepatitisviren und Hygiene-Indikatorkeime untersucht. Insgesamt wurden 115 Proben untersucht. Eine Probe Rucola wurde wegen Salmonellen als gesundheitsschädlich beurteilt.

Was können VerbraucherInnen tun?

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat ein „Merkblatt für die Lagerung, Zubereitung und Konsum von rohem Obst und Gemüse im Haushalt“ herausgegeben, das VerbraucherInnen Möglichkeiten aufzeigt, Infektionen mit lebensmittelbedingten Krankheitserregern vorzubeugen.

BMG: Merkblatt für die Lagerung, Zubereitung und Konsum von rohem Obst und Gemüse im Haushalt


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