Obst und Gemüse sind nicht immer keimfrei

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Zuletzt geändert: 12.05.2020
Erdbeeren

Auch pflanzliche Lebensmittel können immer wieder Erkrankungsausbrüche verursachen: Man denke an den durch Sprossen verursachten EHEC-Ausbruch in Deutschland im Jahr 2011; ebenfalls in Deutschland wurde ein Jahr später der größte durch Noroviren verursachte Krankheitsausbruch registriert, verursacht durch Tiefkühl-Erdbeeren. Ab Anfang 2013 kam es europaweit immer wieder zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen, die durch Infektionen mit dem Hepatitis A-Virus verursacht werden. Mikrobiologische und epidemiologische Untersuchungen durch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) und nationale Behörden deuteten darauf hin, dass Tiefkühl-Beeren die Quelle für den Ausbruch sein könnten.

Beeren können an verschiedenen Stellen ihrer Produktion mit Noroviren oder Hepatitis A-Viren in Kontakt kommen, beispielsweise durch unsachgemäße Bewässerung oder Düngung. Weiterhin können Personen, die mit diesen Viren infiziert sind, das Virus während der Ernte oder beim Verpacken auf die Beeren übertragen. Bei tiefgefrorenen Beeren können darüber hinaus Viren über verunreinigtes Wasser, das während des Gefrierprozesses zugegeben wird, auf die Beeren gelangen.

Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) bewertet Risiken durch Salmonellen und Noroviren auf Beeren

Vor diesem Hintergrund wurden in Österreich im Rahmen von Monitoringaktionen im Jahr 2014 Beerenobst, vorgeschnittene Melonen, geschnittenes Gemüse (Salat, Gurken, Karotten, Paprika, Sprossen) auf pathogene (krankmachende) Keime wie Salmonellen, Listerien, Noroviren, Hepatitisviren und Hygiene-Indikatorkeime untersucht. Insgesamt wurden 115 Proben untersucht. Eine Probe Rucola wurde wegen Salmonellen als gesundheitsschädlich beurteilt.

Tipps für VerbraucherInnen

1. Vom Geschäft in den Kühlschrank

  • Auf die Frische achten.
  • Kälteunempfindliches frisches Obst und Gemüse (wie Beeren und Sprossen) sollte in dem für diese Lebensmittel vorgesehenen Fach des Kühlschrankes gelagert werden.
  • Aufgeschnittene Melonen sollten durchgehend gekühlt gelagert oder innerhalb von 2 Stunden verzehrt werden.

2. Gut Waschen, Schälen – Keime an Obst und Gemüse reduzieren

Rohes Obst und Gemüse vor dem Konsum gründlich mit fließendem Trinkwasser waschen (mindestens 30 Sekunden, wenn möglich: mit kräftigem Reiben, warmes Wasser verwenden) und gegebenenfalls schälen. Das Waschen und Schälen bewirkt eine Reduktion der Keimzahl und verringert damit das Infektionsrisiko.
Beides führt aber nicht zur vollständigen Beseitigung der Keime. Obst und Gemüse zum Rohverzehr nach dem Waschen mit Küchenpapier abtrocknen.

3. Zubereitung und Blanchieren

  • Durch kurzzeitiges Blanchieren (1 Minute eintauchen in kochendes Wasser) kann eine Keimverminderung erreicht werden.
  • Besonders empfindliche Personen sollten Sprossen und Tiefkühlbeeren nur gut durcherhitzt verzehren.

4. Sauberkeit ist Trumpf

Das Risiko lebensmittelbedingter Erkrankungen kann mit einfachen Regeln verringert werden:

  • Achten Sie beim Kochen auf Sauberkeit von Geräten und Arbeitsflächen (Schneidbretter). Wischtücher und Schwämme häufig wechseln oder auskochen.
  • Saubere Geschirrtücher verwenden.
  • Den Kühlschrank sauber halten und auf die richtige Temperatur achten (+ 4 °C).
  • Hände waschen und gut abtrocknen! Das verhindert die Übertragung von Keimen.

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