Nationale Referenzzentrale für Cholera

Das AGES Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien hat die Aufgaben einer Nationalen Referenzzentrale für Cholera 2002 übernommen und ist im Geschäftsfeld Öffentliche Gesundheit angesiedelt.

Cholera wird durch toxinbildende Vibrio (V.) cholerae Stämme ausgelöst und äußert sich durch wässrige Durchfälle. Die Übertragung von V. cholerae erfolgt hauptsächlich oral, durch Aufnahme von mit Stuhl oder Erbrochenen kontaminiertem Trinkwasser oder über Nahrungsmittel. Der Erreger ist weltweit verbreitet, Erkrankungen in Österreich kommen aber sehr selten vor. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zum Import von toxinbildenden V. cholerae O1 Stämmen nach Aufenthalten in Endemiegebieten, die letzte in Österreich erworbene Infektion, war eine Laborinfektion.

Nicht-toxinbildende V. cholerae werden aber immer wieder in österreichischen Gewässern nachgewiesen und als Erreger von Wundinfektionen, gastrointestinalen Infektionen und in seltenen Fällen auch bei schweren systemischen Infektionen identifiziert.

Unsere Leistungen

  • Differentialdiagnostik von Vibrio-Spezies und verwandter Genera mittels biochemischer Methoden
  • Serologische Differentialdiagnostik von V. cholerae O1 und O139 und nicht-agglutinierenden Vibrionen
  • Nachweis von toxigenen V. cholerae-Stämmen mittels molekularbiologischer Methoden
  • Führen einer Stammsammlung epidemiologisch wichtiger Human- und Umweltisolaten
  • Teilnahme an nationalen und internationalen Forschungsprojekten über Diversität und Pathogenität von Cholera-Vibrionen
  • Beratung zu Fragen der Diagnostik, Epidemiologie, Therapie, Maßnahmen und Prävention
  • Berichtswesen

Einsendung von Isolaten

Einsendungen sollten stets mit der Angabe zur Herkunft der Isolate sowie mit den notwendigen Patient:innendaten, klinischen und epidemiologischen Daten versehen sein. Bitte hierzu das entsprechende Einsendeformular im Downloadbereich verwenden. Für den Versand der Stämme eignen sich am besten frische Kulturen in Transportmedium (z.B. eSwab) mit entsprechendem Hinweis auf medizinisch-diagnostisches Untersuchungsmaterial.

Dr. med. univ. Florian Heger

Aktualisiert: 01.09.2023