Wasser und Landwirtschaft

Zuletzt geändert: 07.08.2017

Sauberem und qualitativ hochwertigem Wasser kommt nicht nur als Lebensmittel für den täglichen Gebrauch, sondern auch als Produktionsmittel in der Landwirtschaft besondere Bedeutung zu. Neben der Fruchtbarkeit der Böden ist die Verfügbarkeit von Wasser – entweder durch ausreichende Speicherung im Boden oder durch zusätzliche Bewässerung – eine wesentliche Voraussetzung für die Ernährungssicherung. Die AGES setzt auch im Geschäftsfeld Ernährungssicherung wichtige Akzente für einen nachhaltigen Umgang mit dieser wertvollen Ressource.

Die FAO (Food and Agricultural Organisation) geht davon aus, dass Wasser für Beregnungszwecke in vielen Gebieten in absehbarer Zeit nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen wird. Bereits jetzt zählt die Landwirtschaft zu den größten Wässer-Verbrauchern. Dabei ist neben der Verfügbarkeit auch die Qualität ein wichtiges Kriterium.

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Sauberem und qualitativ hochwertigem Wasser kommt nicht nur als Lebensmittel für den täglichen Gebrauch, sondern auch als Produktionsmittel in der Landwirtschaft besondere Bedeutung zu. Neben der Fruchtbarkeit der Böden ist die Verfügbarkeit von Wasser – entweder durch ausreichende Speicherung im Boden oder durch zusätzliche Bewässerung – eine wesentliche Voraussetzung für die Ernährungssicherung. Die AGES setzt auch im Geschäftsfeld Ernährungssicherung wichtige Akzente für einen nachhaltigen Umgang mit dieser wertvollen Ressource.

Die FAO (Food and Agricultural Organisation) geht davon aus, dass Wasser für Beregnungszwecke in vielen Gebieten in absehbarer Zeit nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen wird. Bereits jetzt zählt die Landwirtschaft zu den größten Wässer-Verbrauchern. Dabei ist neben der Verfügbarkeit auch die Qualität ein wichtiges Kriterium.

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  • Minimierung des Wasserbedarfes durch integrierte Produktionssysteme (integrierter Pflanzenbau)  

    • Sortenwahl – Trockenresistenz

     

    • Optimierte Nährstoffverfügbarkeit für die Kulturpflanzen durch entsprechendes Düngungsregime

Gießwasserqualität

Die Qualität des Gießwassers ist für die Vitalität der Pflanzen von entscheidender Bedeutung. Je nach Einsatzgebiet können unterschiedliche Qualitätskriterien festgelegt werden. Während für Hydro-, aber auch Topfkulturen sehr hohe Qualitätsansprüche gelten, sind die Anforderungen für eine Verwendung im Freiland nicht so streng.

Üblicherweise enthält Wasser eine Reihe von Salzen, deren Gesamtgehalt einen Rückschluss auf eine mögliche Beeinträchtigung der Wurzeln erlaubt. Er lässt sich relativ einfach durch die Messung der elektrischen Leitfähigkeit (electric conductivity, EC) ermitteln. Die Salze können aber auch individuell analysiert werden. Mengenmäßig am bedeutendsten sind die Salze der Elemente Calcium und Magnesium, deren Summe als „Wasserhärte“ bezeichnet wird. Dabei kommt den Carbonaten die größte Bedeutung zu („Carbonathärte).

Aber auch andere Inhaltsstoffe spielen eine wichtige Rolle, etwa dann, wenn sie den Pflanzen als Nährstoffe dienen. Dazu zählt unter anderem das Nitrat, dessen Gehalt bei Düngungsmaßnahmen berücksichtigt werden sollte. Ein hoher Gehalt an Eisen kann zu Flecken auf Pflanzen oder zur Verstopfung von Bewässerungsschläuchen führen. Bei hohem Zinkgehalt kann es zu Anreicherungen im Boden kommen.

Die AGES bietet ein umfangreiches Spektrum an Analyseverfahren für Gießwasser an, das den individuellen Bedürfnissen angepasst werden kann. Jedes Analyseergebnis wird auf Wunsch durch eine entsprechende Bewertung und Anwendungshinweise ergänzt.

Tränkewasser

Wie in vielen anderen Bereichen der Landwirtschaft stellt Wasser auch für die Tierernährung ein zentrales Element des Lebens dar. Nutztiere brauchen bis zu 5 Liter Wasser je aufgenommenem Kilogramm Nahrung (Trockenmasse). Dennoch nimmt das aktuelle nationale Futtermittelrecht und auch jenes der EU kaum Bezug auf dieses wichtige Medium.

Indirekt können aber einige allgemeine Bestimmungen auf Wasser angewendet werden. So darf nichts an Tiere verfüttert werden, das eine Gefahr für die Gesundheit der Tiere und des Menschen darstellt (§3 Futtermittelgesetz). Dies trifft auf Wasser als Bestandteil der Futtermittel zu.

Kuh bei Tränke

Wasser als alleinige Komponente ist vom Geltungsbereich der entsprechenden EU – Futtermittelverordnung (EG)767/2009 sogar ausgenommen, auch die Futtermittelhygieneverordnung (EG)183/2005 enthält nur einen allgemeinen Hinweis zu Tränkewasser.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass eine Übernahme von Trinkwasserkriterien zu einem Verbot von zahlreichen praxisüblichen Weidetränkesystemen wie Bottichen, Badewannen oder Fässern geführt hätte. Es ist jedoch vorgeschrieben, nur „sauberes“ und „für die Tiere geeignetes“ Wasser zu verwenden. Darüber hinaus dürfen nur Wasserleitungen aus chemisch nicht reaktionsfähigem Material verwendet werden.

Die oben genannten Forderungen nach sauberem oder für die Tiere geeignetem Wasser sind im Futtermittelrecht allerdings nicht näher definiert. Zur Bewertung der Einhaltung dieser Kriterien hat die Bundesrepublik Deutschland einen Vorschlag für Orientierungswerte an die europäische Kommission übermittelt, der in dieser Form derzeit von der österreichischen Futtermittelkontrollbehörde zur Einstufung der Eignung von Tränkewasser herangezogen wird.

Darin sind allgemeine Forderungen zu Schmackhaftigkeit, Verträglichkeit und Verwendbarkeit festgehalten und darüber hinaus Kriterien zur mikrobiologischen, chemischen und physikalischen Qualität festgelegt. Als Beispiele seien hier Leitfähigkeit, pH, lösliche Salze, Schwermetalle, Spurenelemente und Mineralstoffe angeführt. Informationen zur hygienischen Qualität von Tränkwasser finden sich auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.


 

Bodenhydrologie – Lysimeterexperimente

Der Schutz des Grundwassers und seiner Qualität hat in Österreich oberste Priorität. Basierend auf gesetzlichen Rahmenbedingungen wie dem Wasserrecht, aber auch gezielt geförderten Maßnahmenprogrammen wie ÖPUL ist ein flächendeckender Grundwasserschutz möglich.

Dennoch bestehen weiterhin Risken – einerseits bedingt durch geänderte Bewirtschaftungsmaßnahmen, andererseits aber auch durch den Klimawandel, der seinerseits wieder zu Landnutzungsänderungen führen kann.

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Foto: Getty
Jungpflanzen

Was diese Änderungen für die Menge und Qualität des neu gebildeten Grundwassers bedeuten, wird derzeit in einem vom Klimafonds geförderten Forschungsprojekt (LYSTRAT) an der Lysimeteranlage der AGES in Hirschstetten untersucht.

An den drei Hauptbodentypen des Marchfeldes werden unterschiedliche Klimaszenarien in ihrer Wirkung auf das Boden- und Grundwasser, die Bodenbiologie, die Entwicklung von klimarelevanten Gasen und die Produktivität getestet.

 

Verbreitung von Schadorganismen durch Bewässerung

Eine Reihe von Organismen, die Kulturpflanzen schädigen können, haben ihre Lebensräume (auch) in Gewässern und können mittels Verbringung/Verwendung solcher Gewässer an Pflanzen gelangen und diese beeinträchtigen.

Dazu zählen zum Beispiel Phytophthora-Arten, die in Zisternen und Vorwärmbecken vorkommen können und mit Bewässerungsmaßnahmen auf Pflanzenbestände verbreitet werden.

In Fließgewässern und/oder stehenden Gewässern können teilweise auch Bakterien überdauern, die ebenfalls für Kulturpflanzen schädigend sind (z. B. Ralstonia solanacearum, Verursacher der Schleimkrankheit).

Wissenschafter mit Mikroskop

Beim Waschvorgang von Kulturpflanzen oder Kulturpflanzenteilen (wie z. B. Knollen, Rüben) können anhaftende Schadorganismen ins Abwasser gelangen. Wird dieses nicht dekontaminiert, können Erreger wie z. B. Ralstonia solanacearum, Kartoffelzystennematoden, Phytophthora-Arten oder Viruspartikel in ruhende oder fließende Gewässer gelangen.

Die AGES versucht, durch entsprechende Aufklärungsmaßnahmen auf diese Gefahren hinzuweisen und damit das Risiko für die Pflanzenproduktion zu reduzieren.

Durch Zusammenschau der Ergebnisse und Erfahrungen aus den einzelnen Bereichen werden integrative Lösungsansätze für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser entwickelt-

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