Winterverluste

In Österreich werden seit zehn Jahren die Winterverlustraten von Honigbienenvölkern erfasst. Die Ergebnisse der Winter 2013/14 bis 2016/17 werden hier präsentiert. Die Verlustraten der eingewinterten Völker reichen von 8,1 % (Winter 2015/16) bis 28,4 % (Winter 2014/15). Vom Winter 2013/14 bis zum Winter 2016/17 wurden über den gesamten Untersuchungszeitraum 5227 Datensätze betreffend 83.850 eingewinterter Bienenvölker auf ihre Repräsentativität, die geografische Verteilung der Verluste, Begleitsymptome der Winterverluste und die imkerliche Betriebsweise hin untersucht. Besonderes Augenmerk lag auf dem Einfluss der Varroa-Behandlungsmethoden auf die Wintersterblichkeit.

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Höhe der jährlichen Winterverluste von Honigbienen-Völkern in Österreich 2007/08 bis 2017/18 in Prozent.

Es konnte ein negativer Zusammenhang zwischen der Winterverlustrate und der Seehöhe der aufgestellten Völker gefunden werden. Ebenfalls negativ korreliert war die Betriebsgröße der Imkerei mit deutlich geringeren Verlusten bei Betrieben mit mehr als 50 Völkern gegenüber solchen mit weniger als 20 Völkern. Wanderimkerei bleibt ohne Einfluss auf die Winterverlustrate, jedoch stellen Mais, aber auch Raps und Buchweizen als Trachtpflanzen einen Risikofaktor dar.

Im Untersuchungszeitraum neutral verhielten sich wabenhygienische Maßnahmen, wie das Entfernen oder Ersetzen alter, ehemals bebrüteter Waben durch neue. Bei der Varroabekämpfung wurde Ameisensäure als häufigste Methode im Sommer angewandt. Klare Vorteile fanden sich bei alleiniger Anwendung einer Ameisensäure-Langzeitbehandlung gegenüber einer alleinigen Ameisensäure-Kurzzeitbehandlung. Oxalsäure-Behandlung zur Restentmilbung blieb ohne Auswirkung auf den Überwinterungserfolg im jeweiligen Winter.

Behandlung mittels Hyperthermie sowie eine einmalige Thymolbehandlung zeigten keine klaren positiven oder negativen Effekte auf die Verlustraten im jeweiligen Winter. Die Bestimmung des Varroabefalls zahlte sich in drei von vier Wintern im Hinblick auf geringere Verlustraten aus. Fraglich im Hinblick auf den Überwinterungserfolg bleibt die von über 60 % der Teilnehmer angewandte Drohnenbrutentnahme. Die Anwendung von anderen biotechnischen Methoden (z. B. Fangwabe, Bannwabe oder totale Arbeiterinnenbrutentnahme) erwies sich vor allem in den zwei Wintern mit hohen Verlusten als positiv für den Überwinterungserfolg.

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Der Blick in ein bienenleeres Volk bei der Auswinterung im Frühling – das Volk ist über den Winter abgestorben.
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Der Rest eines ursprünglich stark eingewinterten Volkes zum Zeitpunkt der Auswinterung.
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Dieses Volk hat den Winter nicht überlebt, viele tote Bienen liegen im Bodenbrett des Bienenstockes.
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