Futtermittel

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Sechs Rinder auf der grünen Weide dicht versammelt
Sechs Rinder auf der grünen Weide dicht versammelt

Futtermittel stehen am Beginn der menschlichen Lebensmittelkette und stellen somit eine wichtige Grundlage für die Erzeugung unserer Nahrungsmittel dar. Auch im Heimtierbereich ist eine für das Wohlbefinden der Tiere und artgerechte Fütterung von großer Bedeutung. Einwandfreie Futtermittel sind die Voraussetzung für gesunde und leistungsfähige Tier.

Die Überwachung und Analyse von Futtermitteln am österreichischen Markt ist eine der zentralen Aufgaben der AGES durch das Institut für Tierernährung und Futtermittel. Durch das vielfältige Untersuchungsangebot können mögliche Gefährdungen für Mensch, Tier und Umwelt frühzeitig erkannt und verhindert werden.

In der Futtermittel Broschüre finden Sie in kompakter Form alle relevanten Informationen zur amtlichen Kontrolle, zu den Gefahren und zu den Untersuchungszahlen von Futtermitteln.

Jeder, der Futtermittel in irgendeiner Weise Inverkehr bringt muss sich durch das Bundesamt für Ernährungssicherheit registrieren lassen. Unter diesem Link [BAES] finden Sie weitere Informationen dazu sowie das aktuelle Register registrierter/zugelassener Futtermittelunternehmer.

Risikolandkarte

Ein Werkzeug zur Darstellung von Risiken entlang der Futtermittelkette

Abgeleitet aus der strategischen Grundausrichtung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) steht der Beitrag zur Minimierung der Risiken entlang der Lebensmittelkette (from the field to the fork) und die Sicherung der Ernährungsgrundlagen im Fokus.

Gemäß dem Wirkungsziel "Ernährungssicherung und Sicherung einer nachhaltigen, umweltgerechten landwirtschaftlichen Produktion" legt das Institut für Tierernährung und Futtermittel  ein besonderes Augenmerk auf die Beherrschung von Risiken in der Futtermittelkette durch integrative Risikoanalyse (Risikobewertung, Risikomanagement, Risikokommunikation) v.a. im Bereich der Futtermittelsicherheit.

Um das Gefahren- und Risikospektrum übersichtlich darzustellen wurde die Erstellung einer Risikolandkarte gewählt, die in weitere Folge als Information zur Risikosituation in Österreich dienen aber auch die Planung von strategischen Initiativen und  Maßnahmen in den Bereichen Kontrolltätigkeit, Forschung, Ressourcenplanung oder Kommunikation unterstützen soll. Die Risikolandkarte basiert auf dem jeweils verfügbaren wissenschaftlichen Wissen und sollte somit in regelmäßigen Abständen an dieses Wissen angepasst werden.

Abgeleitet aus der strategischen Grundausrichtung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) steht der Beitrag zur Minimierung der Risiken entlang der Lebensmittelkette (from the field to the fork) und die Sicherung der Ernährungsgrundlagen im Fokus.

Gemäß dem Wirkungsziel "Ernährungssicherung und Sicherung einer nachhaltigen, umweltgerechten landwirtschaftlichen Produktion" legt das Institut für Tierernährung und Futtermittel  ein besonderes Augenmerk auf die Beherrschung von Risiken in der Futtermittelkette durch integrative Risikoanalyse (Risikobewertung, Risikomanagement, Risikokommunikation) v.a. im Bereich der Futtermittelsicherheit.

Um das Gefahren- und Risikospektrum übersichtlich darzustellen wurde die Erstellung einer Risikolandkarte gewählt, die in weitere Folge als Information zur Risikosituation in Österreich dienen aber auch die Planung von strategischen Initiativen und  Maßnahmen in den Bereichen Kontrolltätigkeit, Forschung, Ressourcenplanung oder Kommunikation unterstützen soll. Die Risikolandkarte basiert auf dem jeweils verfügbaren wissenschaftlichen Wissen und sollte somit in regelmäßigen Abständen an dieses Wissen angepasst werden.

    Risikolandkarte Futtermittel (1,43 M)
    Instrument zur Darstellung von Risiken bzw. potentiellen Handlungsbedarfes in der Futtermittelkette
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Eiweiß-Futtermittel: Importe und heimische Produktion

Eiweiß-Futtermittel: Importe und heimische Produktion

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Zwei Sojabohnen-Ähren
Zwei Sojabohnen-Ähren

Wie im gesamten europäischen Raum herrscht auch in Österreich am Sektor der Eiweiß-Futtermittel eine deutliche Unterversorgung. Eiweißfuttermittel (Soja, Raps, Sonnenblumen) sind in der Fütterung zur Produktion tierischer Lebensmittel (Eier, Fleisch und Milch) unverzichtbar und müssen derzeit in großen Mengen aus Übersee importiert werden.

Die größten Anbaugebiete für Soja befinden sich derzeit  in den USA, Brasilien und Argentinien aber auch in Kanada und anderen Südamerikanischen Ländern (Paraguay, Uruguay und Bolivien).

Importe nach Österreich

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Sojaimporte nach Österreich in Tonnen pro Jahr, Quelle: Statistik Austria
Sojaimporte nach Österreich in Tonnen pro Jahr, Quelle: Statistik Austria

Österreich importierte in den letzten Jahren pro Jahr im Schnitt 550.000 t Sojaschrote und –kuchen sowie andere Sojaprodukte in Form ganzer Bohnen oder Mehl. Im Vergleich dazu betrugen die europaweiten Importe von Sojabohne und Sojaschrot rund 32 Mio Tonnen, großteils aus Südamerika (Argentinien, Brasilien) sowie Nordamerika (USA).

Im Jahr 2014 lag in Österreich der Import für ganze Sojabohne bei 99.000 t, für Sojaschrote und Kuchen bei 480.000 t und für Sojamehl bei rund 406 t. In Summe waren dies 580.000 t Sojaprodukte.

Gentechnikfreie Produktion in Österreich

Durch die Codex Richtlinie „Gentechnikfreie Produktion“ können in Österreich über private Gütesiegelprogramme Lebensmittel mit der Aufschrift „Gentechnikfrei produziert“ auslobgelobt werden. Seit 2010 ist bereits die gesamte österreichische Milchproduktion auf gentechnikfreie Produktion umgestellt und mit 1.1.2012 auch die österreichische Legehennenhaltung. Auch in der Schweinemast- und Mastgeflügelproduktion hat sich die Nachfrage nach gentechnikfreien Futtermitteln stark erhöht.

Um den Auflagen zu entsprechen, müssen ausschließlich GVO-freie Futtermittel gefüttert werden. Limitierend bei GVO-freien Futtermitteln sind v.a. Eiweißfuttermittel und im speziellen Sojabohnen, die  derzeit überwiegend aus Brasilien, aber auch über die heimische Produktion bezogen werden. Rechtlich gesehen dürfen GVO-freie Futtermittel nur einen maximalen GVO-Anteil an 0,9 % aufweisen. Ab einem GVO-Anteil von 0,9 % ist das Futtermittel GV-deklarationspflichtig und darf nur noch für konventionelle Fütterung verwendet werden.

In den letzten drei Jahren waren ca. 75 % der importierten Soja-Ware als GV-Ware und ca. 25 % als GVO-freie Ware deklariert (Quelle: AGES). Für GVO-freien Sojaschrot muss derzeit am Futtermittelmarkt mit einem 15–20%igen Aufpreis gerechnet werden.

Anbau von Sojabohnen

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Anbau von Sojabohnen in Österreich in Tonnen pro Jahr, Quelle: Statistik Austria
Anbau von Sojabohnen in Österreich in Tonnen pro Jahr, Quelle: Statistik Austria

Der Anbau von GV-Saatgut ist in Österreich grundsätzlich verboten. In  Brasilien, der Hauptlieferant für GV-freien Soja, nahm im Jahr 2014 die Anbaufläche für GV-Sojabohne bereits 93 % ein. Die verfügbare Fläche für GV-freie Sojabohne sank damit auf 7 % (Quelle: Transgen.de).

Mit dem Anstieg der „Gentechnikfreien Produktion“ in Österreich hat zeitgleich auch der Sojaanbau in Österreich in den letzten Jahren stark zugenommen. Österreich baute im Jahr 2014 auf rund 44.000 Hektar Anbaufläche Sojabohne an (Quelle: Statistik Austria).

Der Ertrag lag im Jahr 2014 bei 118.000 Tonnen Sojabohne. In diversen landwirtschaftlichen Strategiepapieren wird ein Anbau-Potential von 60.000 bis 70.000 Hektar Sojabohne in Österreich für möglich erachtet.

Als Eiweißträger in Futtermitteln gedeihen in unseren Klimazonen neben der Sojabohne auch andere Leguminosen wie Körnererbse, Ackerbohne, Lupinie, Rotklee und Luzerne. Zudem liefern Nebenprodukte der ölverarbeitenden Industrie Extraktionsschrote und Presskuchen von Ölfrüchten wie Soja, Raps und Sonnenblumen, sowie die Trockenschlempe (DDGS) aus der Alkoholgewinnung aus Mais und Getreide wert volle Eiweißfuttermittel. Die größte heimische Eiweißquelle stellt allerdings das Grünland dar.

Amtliche Futtermittelkontrolle

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Geschrotete Sojabohnen
Sojaschrot

Zwischen 2010 und 2014 wurden in Rahmen der amtlichen Futtermittelkontrolle 2.039 Untersuchungen auf GVO durchgeführt, wobei im Durchschnitt etwa 4 % der Proben beanstandet wurden (siehe nachfolgende Tabelle). Die meisten Beanstandungen ergaben sich durch Kennzeichnungsfehler oder durch technische Verunreinigungen der Futtermittel. Nur getrennte und geschlossene Produktionsprozesse (Trennung von konventioneller und gentechnikfreier Ware) können in Futtermittelwerken und am landwirtschaftlichen Betrieb die Einhaltung der Anforderungen für „gentechnikfreie“ Futtermittel und die Vermeidung von Kontaminationen oder Verschleppungen gewährleisten.

Auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, wie Herstellung, Transport, Lagerung und Verfütterung kommt der Schulung und Information des Personals eine Schlüsselrolle zu.
Ein ausgeprägtes Bewusstsein um Verschleppungsrisiken können Verunreinigungen mit GVO nachhaltig verhindern.

Anzahl der Untersuchungen auf GVO aus der amtlichen Kontrolle (2010 – 2014)

Die in Klammer gesetzten Werte zeigen die Anzahl der Beanstandungen.
Jahr Anzahl der Untersuchungen
(Beanstandungen)
Beanstandungen in %
2010 310 (20) 6,45
2011 315 (21) 6,67
2012 677 (26) 3,84
2013 485 (16) 3,49
2014 252 (1) 0,39
Summe 2.039 (84) 4,11

Körnermaissorten und Mykotoxingehalte

Mykotoxin-Vorerntemonitoring bei Körnermais

Mykotoxingehalte haben Einfluss auf die Verwendungsmöglichkeiten von Mais und Maisprodukten. Um bereits vor der Haupternte einen ersten Überblick über die Qualität der Maisernte 2017 zu erhalten, hat die AGES im Auftrag der LKÖ ein Vorerntemonitoring bei Körnermais durchgeführt.

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Körnermais stellt in der Nutztierfütterung, insbesonders in Schweineveredelungsbetrieben, einen integralen Futterrations-Anteil dar und wird auch maßgeblich als Nass- und Trockenmais in der Stärkeindustrie und in der Zitronensäureproduktion verwendet. Bei diesen Nutzungsrichtungen wird die verbleibende Eiweißkomponente als hochwertiges Futtermittel vermarktet. Für jede Verwertungsrichtung ist eine qualitativ möglichst einwandfreie Ernteware von Bedeutung. Die durch Fusarium-Pilze verursachte Kolbenfäule stellt dabei ein Qualitätsrisiko dar. Ihr Auftreten kann durch Anbaumaßnahmen insbesondere die Sortenwahl gemindert werden, ist aber sehr stark von der Jahreswitterung abhängig.


Die hohen Niederschläge des zurückliegenden Sommers haben schon frühzeitig zur Befürchtung geführt, dass Mais der Ernte 2014 im Vergleich zu früheren Jahren mit höheren Mykotoxin-Gehalten belastet sein könnte.  Untersuchungsergebnisse der AGES aus den Sortenwertprüfungen und den Sortenversuchen der Landwirtschaftskammern, die über das gesamte Körnermaisanbaugebiet verteilt waren,  haben diese Annahme bestätigt. Insbesondere bei den für die Schweinefütterung gesundheitlich relevanten Mykotoxinen Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA) gibt es zum Teil deutlich erhöhte Gehalte. Im Gegensatz zu mykotoxinarmen Jahren 2011- 2013 liegen die DON-Gehalte aus 2014 mit dem Medianwert von 3.016 µg/kg 2014 wesentlich höher (Der Median ist der mittlere der aufsteigend gereihten Werte). Ebenso ist die ZEA-Belastung mit einem Medianwert von 327 µg/kg deutlich über dem Niveau der letzten drei Jahre.

Jahr Deoxynivalenol (DON) Zearalenon (ZEA)
Analysenzahl Median
µg/kg
Analysenzahl Median
µg/kg
2011 1198 200 1198 20
2012 1128 470 570 20
2013 1097 402 614 20
2014 1182 3.016 629 327

 

Wie in den Vorjahren waren auch 2014 regionale Unterschiede in der Mykotoxinbelastung gegeben. Für Deoxynivalenol und Zearalenon wurden im Nordalpinen Feuchtgebiet und im Illyrikum jeweils höhere Gehalte festgestellt als im Pannonikum. So lagen 2014 z.B. die Medianwerte für DON im Nordalpinen Feuchtgebiet mit 4.060 µg/kg und im Illyrikum mit 2.824 µg/kg wesentlich höher als im Pannonikum (2098 µg/kg).


In einem begleitenden Artenmonitoring in Kooperation mit dem IFA-Tulln wurde 2014 ein deutlich stärkeres Auftreten des DON- und ZEA-Produzenten F. graminearum als 2011 bis 2013 beobachtet. Die Auswertung der Mykotoxinergebnisse nach Sortenanfälligkeit für Kolbenfusariose unterstreicht die Bedeutung der geeigneten Sortenwahl als wichtige Gegenmaßnahme. Die Gruppe stark anfälliger Sorten wies 2014 eine vierfach höhere Belastung mit DON und ZEA auf als die Gruppe gering anfälliger Sorten.

Futtermittelrechtliche Situation

Mykotoxine gehören zur Gruppe der unerwünschten Stoffe, wobei im zugehörigen Rechtstext, der Richtlinie 2002/32/EG nur Aflatoxin B1 mit einem Grenzwert angeführt ist. Sonstige Mykotoxine, wie DON, ZEA, aber auch Ochratoxin oder Fumonisine werden in der EU-Empfehlung 2006/576/EG [1] mit Richtwerten geregelt.


Der Unterschied zwischen Grenzwert und Richtwert besteht darin, dass bei Überschreiten eines Grenzwertes die betroffene Ware nicht verdünnt werden darf und aus der Futtermittelkette auszuscheiden ist, während einer Richtwertüberschreitung mit Verdünnung begegnet werden kann. Neben der Verdünnung mit unbelastetem oder geringer belastetem Mais ist auch ein alternativer Einsatz anderer Getreidearten (Weizen, Gerste) zu empfehlen. Auszugsweise Darstellung der Richtwerte für DON und ZEA gemäß der genannten EU-Empfehlung:

Produkt DON
(µg/kg mit 88 %T)
ZEA
(µg/kg mit 88 %T)
Getreide und Getreidenebenprodukte 8.000 2.000
Maisnebenprodukte 12.000 3.000
Mischfutter für Ferkel und Jungsauen 900 100
Mischfutter für Sauen und Mastschweine 900 250

 

Mykotoxinbinder

Bei Einsatz sogenannter Mykotoxinbinder ist darauf zu achten, dass derzeit nur zwei Produkte futtermittelrechtlich zum Zwecke der „Verringerung der Kontamination mit Mykotoxinen“ verwendet werden dürfen. Dies ist einerseits ein zur Gruppe der Tonminerale gehörender Bentonit (1m 558 gegen Aflatoxin) und andererseits ein mikrobieller Zusatzstoff (1m 01 gegen DON). Details zu Dosierung und Einsatzbedingungen sind den entsprechenden Zulassungsverordnungen zu entnehmen [2, 3]. Sonstige am Markt entgegen den futtermittelrechtlichen Vorgaben als Mykotoxinbinder angepriesene Produkte gehören mehrheitlich zur Kategorie der technologischen Futtermittelzusatzstoffe und dürfen nicht für andere Verwendungszwecke beworben oder eingesetzt werden. Zudem ist zu beachten, dass sie womöglich aufgrund unterschiedlichster chemischer Eigenschaften meist gar nicht zur Bindung der gewünschten Mykotoxine geeignet sind.

Die Ergebnisse der Jahre 2011-2013 wurden  im Zuge des DaFNE-Projekt „Optimierung einer zuverlässigen Methodik zur Bewertung der genetischen Bestimmtheit und Differenzierung der Anfälligkeit gegenüber Kolbenfusariosen im Maissortiment in Österreich“ (Akronym: KOFUMA), gefördert  vom BMLFUW in der Bund-Bundesländer-Kooperation und von Wirtschaftsbeteiligten, erhoben. Die Untersuchungen wurden 2014 in einem Mykotoxinprogramm für Körnermais mit denselben Kooperationspartnern fortgesetzt.


[1] Europäische Kommission (2006) EMPFEHLUNG DER KOMMISSION vom 17. August 2006 betreffend das Vorhandensein von Deoxynivalenol, Zearalenon, Ochratoxin A, T-2- und HT-2-Toxin sowie von Fumonisinen in zur Verfütterung an Tiere bestimmten Erzeugnissen
[2] Europäische Kommission (2013) DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) Nr. 1016/2013 DER KOMMISSION vom 23. Oktober 2013 zur Zulassung einer Zubereitung aus einem Mikroorganismus-Stamm DSM 11798 der Coriobacteriaceae-Familie als Zusatzstoff in Futtermitteln für Schweine
[3] Europäische Kommission (2013) DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) Nr. 1060/2013 DER KOMMISSION vom 29. Oktober 2013 zur Zulassung von Bentonit als Zusatzstoff in Futtermitteln für alle Tierarten

Salmonellen

Salmonellen, die Erreger der Salmonellose, zählen zu den weltweit wichtigsten bakteriellen Infektionserregern bei Mensch und Tier. Sie treten in einer sehr großen Zahl an Serovaren und Stämmen auf, viele von ihnen sind Zoonoseerreger. Salmonellen zählen zu den Stäbchenbakterien; sie sind meist beweglich, besitzen in diesem Falle Geißeln und sind ca. 2-5 µm lang. Sie leben im Darm von Tier und Mensch, sind aber auch außerhalb des menschlichen bzw. tierischen Körpers wochenlang lebensfähig.

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Salmonellen, die Erreger der Salmonellose, zählen zu den weltweit wichtigsten bakteriellen Infektionserregern bei Mensch und Tier. Sie treten in einer sehr großen Zahl an Serovaren und Stämmen auf, viele von ihnen sind Zoonoseerreger. Salmonellen zählen zu den Stäbchenbakterien; sie sind meist beweglich, besitzen in diesem Falle Geißeln und sind ca. 2-5 µm lang. Sie leben im Darm von Tier und Mensch, sind aber auch außerhalb des menschlichen bzw. tierischen Körpers wochenlang lebensfähig.

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Empfehlungen

Empfehlungen zur Beherrschung von Salmonellen in der Futtermittelproduktion

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Salmonellen im Staub

Eiweißhältige Einzelfuttermittel wie z.B. Soja-, Raps- oder Sonnenblumenextraktionsschrote gelten als bedeutende Kontaminationsquelle für Mischfutter und Mischfutterbetriebe. Dabei kommen in Futtermitteln Salmonellen oft in sehr geringen Konzentrationen vor. Niedrige Keimgehalte erschweren jedoch den analytischen Nachweis von positiven Proben.

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Dekontamination mit organischen Säuren

Salmonellen in Futtermitteln können in den betroffenen Mischfutterbetrieben und landwirtschaftlichen Betrieben enorme wirtschaftliche Schäden verursachen und sind daher nicht verkehrsfähig. Die Dekontamination von Salmonellen in Futtermitteln ist futtermittelrechtlich zulässig. Eine Studie über optimale Prozesse bei der Dekontamination wurde vom Institut für Tierernährung und Futtermittel der AGES durchgeführt.

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    Empfehlungen_Salmonellen_Futtermittel.pdf (619 K)
    Empfehlung zur Beherrschung von Salmonellen in Futtermittel
    Datei Download  | PDF öffnen

Futtermittel

Für das Inverkehrbringen von Futtermittel, die GVO enthalten, sind in der Europäischen Union genaue Kennzeichnungsrichtlinien vorgesehen. Futtermittel, die zugelassene GVO enthalten oder aus zugelassenen GVO hergestellt werden, müssen gekennzeichnet werden. Das gilt nicht für Futtermittel, die maximal 0,9 Prozent gentechnisch verändertes Material einer Kulturart enthalten, sofern dieses Vorkommen zufällig und technisch unvermeidbar erfolgte (Art. 12 der Verordnung (EG) Nr. 1829/2003).

Gentechnisch veränderte Futtermittel dürfen auch ohne Zulassung in der Europäischen Union in Verkehr gebracht werden, sofern sie den Kriterien der Verordnung (EG) Nr. 619/2011 entsprechen. Voraussetzung dafür ist eine dementsprechende Beurteilung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und ein maximaler Anteil von 0,1 %. Für alle anderen nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen existiert kein Schwellenwert. Selbst Spuren solcher GVO in Futtermittelmitteln oder in aus ihnen hergestellten Produkten werden nicht toleriert. Der Grund für diese Regelung ist der Schutz der Verbraucher vor einer Inverkehrbringung von Produkten welche ein mögliches Gesundheitsrisiko darstellen.

Für die Produktion von Futtermittel aus biologischer Landwirtschaft sind GVO generell verboten, für zufällige bzw. unvermeidbare Beimengungen von GVO wird ein Gehalt von höchstens 0,9 Prozent toleriert.

Die Kontrolle der Futtermittel in Österreich auf nicht zugelassene GVO betreffen vor allem die Kennzeichnung von Soja, Mais und Raps. Auf Basis eines risikobasierten Kontrollplans wird die Probenzahl für die GVO-Untersuchungen jährlich angepasst. Des Weiteren erfolgen im Anlassfall Kontrollen auf gentechnisch veränderten Reis, Leinsamen, Kartoffel, Zuckerrüben und Baumwolle.

Untersuchungen von Futtermittel auf GVO zwischen 2010 bis 2014

JahrAnzahl der UntersuchungenBeanstandungen
201031020
201131521
201267726
201348516
20142521

 

 

 

Insekten als Futtermittel

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getrocknete Heuschrecken

Das Verfütterungsverbot von „Tiermehl“, -korrekt geht es um aus Säugetieren gewonnene verarbeitete tierische Proteine- an Nutztiere wurde mit Verordnung (EG) 999/2001 Anfang dieses Jahrtausends verboten (dieses Verbot gilt nicht für die Verfütterung an Heimtiere). Unabhängig von der ethischen Diskussion wurde damit ein Mangel in der Eiweißversorgung landwirtschaftlicher Nutztiere begründet, der bislang nur bedingt mit pflanzlichen Eiweißquellen ausgeglichen werden konnte. Die Supplementierung mit synthetischen Aminosäuren hat diese Situation zwar entschärft, der jährlich steigende globale Fleischkonsum und damit der erhöhte Bedarf an Futtereiweiß hat aber dennoch dazu geführt, dass mittlerweile von einer Eiweißlücke gesprochen wird, insbesondere in der Versorgung von Schweinen, Geflügel und in der Aquakultur.

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getrocknete Heuschrecken

Das Verfütterungsverbot von „Tiermehl“, -korrekt geht es um aus Säugetieren gewonnene verarbeitete tierische Proteine- an Nutztiere wurde mit Verordnung (EG) 999/2001 Anfang dieses Jahrtausends verboten (dieses Verbot gilt nicht für die Verfütterung an Heimtiere). Unabhängig von der ethischen Diskussion wurde damit ein Mangel in der Eiweißversorgung landwirtschaftlicher Nutztiere begründet, der bislang nur bedingt mit pflanzlichen Eiweißquellen ausgeglichen werden konnte. Die Supplementierung mit synthetischen Aminosäuren hat diese Situation zwar entschärft, der jährlich steigende globale Fleischkonsum und damit der erhöhte Bedarf an Futtereiweiß hat aber dennoch dazu geführt, dass mittlerweile von einer Eiweißlücke gesprochen wird, insbesondere in der Versorgung von Schweinen, Geflügel und in der Aquakultur.

Mögliche Eiweißquellen - Insekten

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Larven der schwarzen Soldatenfliege
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Larven der Hausfliege

Eine Möglichkeit der Bereitstellung von Eiweiß in vor allem für Fische und Geflügel vorteilhafter Zusammensetzung stellen grundsätzlich Insekten dar. Die Hauptbestandteile der Trockenmasse von Insektenlarven bilden Fett und Protein im Verhältnis von etwa 1:1 und bei den Aminosäuren zeigt sich ein vorteilhaftes Verhältnis von Lysin : Methionin, sowie bei gewissen Arten ein auffällig hoher Gehalt an der Fettsäure Laurinsäure (C 12:0). Erste größere Initiativen und Projekte in dieser Richtung wurden in Europa um etwa 2012 gestartet, die Diskussion im Zuge der Rechtsetzung in Brüssel begann mit 2013.

Auch die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat in einem Bericht aus dem Jahr 2015 zum Einsatz von Insekten als Futtermittel Stellung bezogen (EFSA-Journal 2015; 13 (10): 4257). Seit Beginn der Diskussion konnte ein steigendes Interesse der Fachöffentlichkeit, unter anderem auch in Österreich verzeichnet werden, sodass sich die Europäische Kommission veranlasst sah, mit der Verordnung (EU) 2017/893 den bestehenden rechtlichen Rahmen der TNP-Verordnung (tierische Nebenprodukte) dahingehend anzupassen, dass auch Insekten für Nutztiere in Form von verarbeitetem tierischen Protein in der Fütterung eingesetzt werden können. Der Einsatzbereich für Nutztiere ist derzeit auf Fische in Aquakultur beschränkt und auch die Auswahl an Insekten wurde begrenzt.

Folgende Insekten können als Ausgangsmaterial für verarbeitete tierische Proteine dienen und somit in der Fütterung von Fischen in Aquakultur eingesetzt werden:

  • Soldatenfliege (Hermetia illucens)
  • Stubenfliege (Musca domestica)
  • Mehlkäfer (Tenebrio molitor)
  • Getreideschimmelkäfer (Alphitobius diaperinus) 
  • Heimchen (Acheta domesticus)
  • Kurzflügelgrille (Gryllodes sigillatus)
  • Steppengrille (Gryllus assimilis)

Problemstellung praktische Umsetzung

Ein wesentliches Problem in der praktischen Umsetzung der Insektenproduktion besteht darin, dass Insekten futtermittelrechtlich als Nutztiere betrachtet werden und daher auch nur analog zu diesen gefüttert werden dürfen. Das bedeutet, dass potenziell für Insekten mögliche Substrate, wie Kompost, Speiseabfälle, tierische Ausscheidungen (Kot) oder andere organische Reststoffe nicht verwendet werden dürfen, da sie futtermittelrechtlich entweder ausdrücklich verboten sind oder andere Anforderungen für Nutztierfuttermittel nicht erfüllen. Dieser Umstand führt zu verhältnismäßig hohen Kosten im Vergleich zu etablierten pflanzlichen Eiweißquellen und lässt Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Einsatzes von Insektenprotein aufkommen, da die Umwandlung von Pflanzeneiweiß in Insekteneiweiß unweigerlich Transformationsverluste mit sich bringt.

Aktuelle Situation

Im Rahmen der aktuellen futtermittelrechtlichen Situation ist davon auszugehen, dass es zwar nach wie vor Interessenten für die Verwendung von Insekten in der Nutztierfütterung geben wird, sich der Einsatz jedoch aufgrund wirtschaftlicher Gegebenheiten auf Nischenanwendungen beschränken könnte. Eine für Europa nennenswerte Substitution anderer Eiweißquellen, wie z.B. Soja oder Raps erscheint daher sehr unrealistisch unter den gegebenen rechtlichen Bedingungen.

Zudem bleiben eine Reihe von Fragen bisher weitgehend unbeantwortet oder bedürfen noch weiterer Klärung bzw. breiterer Akzeptanz, insbesondere Risiken aufgrund des Allergenen Potenzials von Insekten oder die Aufzucht- und Haltungsbedingungen großer Insektenbestände bzw. deren ökologische Verträglichkeit.

Tabelle aus einem Vortrag der Insecta 2015

Tab. 1: Fettsäurezusammensetzung (%) von Hermetia-Larven nach Fütterung mit Gainesville diet (30% Luzernegrünmehl, 50% Weizenkleie, 20% Maismehl), Palmöl und Palmkernöl (USDA Nutrient Database).
Fettsäure Schwarze Soldatenfliege Palmöl Palmkernöl
Caprinsäure 0,6 - 3,7
Laurinsäure 28,5 0,1 47,0
Myristinsäure 7,4 1,0 16,4
Palmitinsäure 9,1 43,5 8,1
Stearinsäure 1,6 4,3 2,8
Palmetiolinsäure 0,6 0,3 -
Ölsäure 5,1 36,6 11,4
Linolsäure 46,1 9,1 1,6
Linolensäure 0,3 0,2 -
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