Radon

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Zuletzt geändert: 17.06.2020
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Eingeatmetes Radon kann das Lungengewebe schädigen.

Radon ist ein radioaktives Edelgas. Es ist geruch-, geschmack- und farblos und entsteht durch radioaktiven Zerfall aus Uran. Da Uran als Spurenelement nahezu überall vorkommt (Gestein, Boden, Baumaterialien), wird auch überall Radon gebildet. Als Edelgas kann Radon leicht aus dem Material, in dem es gebildet wird, austreten und gelangt so in die Atemluft. Die radioaktiven Zerfallsprodukte von Radon (Polonium, Wismut, Blei) haften als Feststoffe an Aerosolen an. Sie bleiben mit diesen an den Bronchien haften, können durch ihren fortschreitenden, radioaktiven Zerfall die oberen Zellschichten der Lungenbläschen schädigen und somit Lungenkrebs verursachen. In Österreich werden ca. 10 Prozent der Lungenkrebsfälle durch Radon verursacht.

Bewohnte Gebäude wirken – vor allem in der kalten Jahreszeit – wie Saugglocken, d. h. es entsteht im Gebäude durch den so genannten Kamineffekt ein geringer Unterdruck, der Bodenluft und damit Radon in das Haus saugt. In geschlossenen Räumen kann es zu einer Anreicherung von Radon in der Atemluft kommen.

Wenngleich Radon ein im Boden natürlich vorkommendes Edelgas ist, so muss es aufgrund der möglichen Anreicherung in Gebäuden als technologisch bedingter Innenraumschadstoff gesehen werden.

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Eingeatmetes Radon kann das Lungengewebe schädigen.

Radon ist ein radioaktives Edelgas. Es ist geruch-, geschmack- und farblos und entsteht durch radioaktiven Zerfall aus Uran. Da Uran als Spurenelement nahezu überall vorkommt (Gestein, Boden, Baumaterialien), wird auch überall Radon gebildet. Als Edelgas kann Radon leicht aus dem Material, in dem es gebildet wird, austreten und gelangt so in die Atemluft. Die radioaktiven Zerfallsprodukte von Radon (Polonium, Wismut, Blei) haften als Feststoffe an Aerosolen an. Sie bleiben mit diesen an den Bronchien haften, können durch ihren fortschreitenden, radioaktiven Zerfall die oberen Zellschichten der Lungenbläschen schädigen und somit Lungenkrebs verursachen. In Österreich werden ca. 10 Prozent der Lungenkrebsfälle durch Radon verursacht.

Bewohnte Gebäude wirken – vor allem in der kalten Jahreszeit – wie Saugglocken, d. h. es entsteht im Gebäude durch den so genannten Kamineffekt ein geringer Unterdruck, der Bodenluft und damit Radon in das Haus saugt. In geschlossenen Räumen kann es zu einer Anreicherung von Radon in der Atemluft kommen.

Wenngleich Radon ein im Boden natürlich vorkommendes Edelgas ist, so muss es aufgrund der möglichen Anreicherung in Gebäuden als technologisch bedingter Innenraumschadstoff gesehen werden.

Österreichische Radonpotenzialkarte

Die Österreichische Radonpotenzialkarte

Die aktuelle österreichische Radonpotenzialkarte wurde auf Basis von über 20.000 Radonmessungen in Wohnhäusern erstellt. Sie gibt Auskunft darüber, wo in Österreich mit erhöhten Radonkonzentrationen in Gebäuden gerechnet werden muss. In etwa 500 Gemeinden liegt ein erhöhtes Radonpotenzial vor.

Auf der Radon Informationsseite des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie kann für jede Gemeinde das Radonpotenzial auf einer interaktiven Karte abgefragt werden. Dort finden sich auch weitere Empfehlungen für die Messung von Radon und für bauliche Schutzmaßnahmen in Abhängigkeit vom Radonpotenzial.

Wie kann ich mich vor Radon schützen?

Wie kann ich mich vor Radon schützen?

1.   Informieren:
Einschlägige Informationen, die interaktive österreichische Radonpotentialkarte sowie ein Animationsvideo zum Thema Radon finden Sie auf der Radon-Informationsseite des Ministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.

2.   Messen:
Nur eine Messung gibt Gewissheit über die Radonbelastung für ein bestehendes Gebäude. Die Messdetektoren werden per Post verschickt – die Durchführung der Messung ist einfach und kostengünstig. Eine Radonmessung kann direkt bei der Österreichischen Fachstelle für Radon (radonfachstelleno@Spam@agesno.Spam.at) angefordert werden.

3.   Bei Bedarf: Handeln!
Wurden erhöhte Radonkonzentrationen festgestellt, kann oft schon mit relativ einfachen Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden. Betreiben Sie keine Vogelstrauß-Politik – sondern übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Gesundheit und die Ihrer Familie.

4.   Vorsorgen
Falls Sie gerade einen Neubau oder Umbaumaßnahmen am bestehenden Gebäude planen, sollen einfache Radonschutzmaßnahmen mit eingeplant werden. Vorbeugender Radonschutz ist günstiger, wirksamer und einfacher als nachträgliche Radonsanierungsmaßnahmen.

Messmethoden

Die Messung von Radon

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Messgeräte zur passiven Radonmessung: verschiedene Kernspurdetektoren und ein Elektretmessgerät.

Die Radonkonzentration in der Luft kann relativ einfach und zuverlässig gemessen werden. Der Referenzwert in Österreich für die jahresdurchschnittliche Radonkonzentration in Gebäuden und an Arbeitsplätzen beträgt 300 Bq/m³.

Um ein Messergebnis zu erhalten, welches zum Vergleich mit dem Refernenzwert herangezogen werden kann, muss mindestens über einen Zeitraum von drei Monaten gemessen werden und mindestens die Hälfte dieses Zeitraums muss innerhalb der Heizperiode liegen (ÖNORM S 5280-1 "Radon ― Messverfahren und deren Anwendungsbereiche"). Nur aus Messwerten, welche diese Anforderungen erfüllen, kann ein aussagekräftiger Jahresmittelwert für die vorherrschende Radonkonzentration abgeleitet werden. Nähere Informationen zum Thema Radonmessung erhalten Sie bei der Österreichischen Fachstelle für Radon (radonfachstelleno@Spam@agesno.Spam.at).

Baulicher Radonschutz

Baulicher Radonschutz

Einfache Radonschutzmaßnahmen bei Neubauten

In Österreich ist der verpflichtende Radonschutz für Neubauten durch die Baugesetzgebung geregelt.

Einfache und kostengünstige Vorsorgemaßnahmen sind der beste Schutz vor hohen Radonkonzentrationen bei Neubauten. Sie sind wesentlich einfacher, effektiver und langfristig kostengünstiger als die nachträgliche Radonsanierung eines Wohngebäudes. Grundsätzlich gilt: Je dichter die Gebäudehülle gegen das Erdreich ausgeführt ist, desto geringer das Radonrisiko. Neue Gebäude sollen so geplant werden, dass in den Aufenthaltsräumen Radonkonzentrationen (Jahresmittelwert) über 300 Bq/m³ deutlich vermieden werden. In den meisten Fällen kann eine spätere Radongefährdung durch eine gute Abdichtung des Gebäudes gegen den Untergrund vermieden werden.

Um dies zu gewährleisten ist vor allem eine konvektionsdichte Ausführung der erdberührten Bauteile, Anschlüsse und Durchführungen beispielsweise durch die Verwendung eines Rohrdurchführungssystems (Ringraumdichtungen, Futterrohre, Mauerkragen, etc.) unerlässlich.

In der ÖNORM S 5280-2 "Radon - Technische Vorsorgemaßnahmen bei Gebäuden" werden je nach Gebäudetyp (unterkellert oder nicht unterkellert, Hanglage), Lage des Gebäudes und geplanter Ausführung der erdberührten Bauteile die erforderlichen Radonschutzmaßnahmen beschrieben.

Als Ausführungsbeispiele sind in der ÖNORM S 5280-2 folgende Beispiele genannt:

  • Ausführung des Fundaments als „Weiße Wanne“ der Anforderungsklasse A0 und A1
  •  Abdichtungsmaßnahmen, welche gemäß ÖNORM B 3692 auch gegen nicht-drückendes Wasser oder drückendes Wasser ausreichend wären
  • Bis ca. 200 m² Gebäude Grundrissfläche: Ausführung als durchgehende Fundamentplatte mit mindestens 200 mm Dicke und ohne Höhensprünge

In bestimmten Gebieten können weitere vorbeugende Radonschutzmaßnahmen sinnvoll sein. Vor allem für den Fall, dass eine konvektionsdichte Ausführung der Bauteile nicht gewährleistet werden kann. Dies kann gemäß ÖNORM S5280 Teil 2 die Installation eines Radondrainage Systems mit passiver Luftabfuhr über Dach sein. Die Zusatzkosten im Neubau für die hierfür erforderlichen perforierten Rohre, welche unter dem Fundament in den Schotterkoffer (Rollierung) verlegt werden, belaufen sich für die Materialkosten meist auf unter €1.000.-. Hinzu kommen noch bei Ausführung durch eine Baufirma zwischen € 500,- und € 1.000,- für den zusätzlichen Arbeitsaufwand. Nach Fertigstellung des Gebäudes wird eine Kontrollmessung empfohlen.

Zusätzliche Hinweise:

·         Ausführungsdetails zur Radondrainage sowie zu den anderen o.g. Möglichkeiten finden Sie in der zur Verfügung gestellten Broschüre des Landes Oberösterreich

·         Das Land Oberösterreich fördert unter bestimmten Voraussetzungen Radon - Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten. Mehr Informationen dazu finden Sie hier

·         Von Bodengasuntersuchungen am Baugrund wird abgeraten, da sie aufwändig, teuer und nicht aussagekräftig sind

Radonsanierungsmöglichkeiten bei Bestandsbauten

Sollte die Messung eine Überschreitung des Referenzwertes von 300 Bq/m³ ergeben, kann dies durch erprobte Sanierungsmaßnahmen am Gebäude behoben werden. Die Maßnahmen reichen vom Abdichten von Bauteilen wie der Bodenplatte bis zum Absaugen der Bodenluft unterhalb der Bodenplatte.

Die Kosten für Sanierungsmaßnahmen hängen stark von der erforderlichen Maßnahme ab. Während einfache Maßnahmen - welche oft auch in Eigenregie durchgeführt werden können - nur wenige € 100,-  kosten, können bei komplexen Verhältnissen Kosten von bis zu € 5.000,- entstehen.

Für die Planung und Ausführung von Radonsanierungsmaßnahmen stehen Ihnen folgende Fachleute für baulichen Radonschutz zur Seite.

Berücksichtigung des Radonschutzes bei einer Generalsanierung oder thermischen Sanierung

Generalsanierungen bieten eine gute Gelegenheit, kostengünstig die Radonkonzentration zu senken. Lassen Sie deshalb unbedingt vor der Generalsanierung eine Radonmessung durchführen. Im Falle erhöhter Radonkonzentrationen planen Sie Radonschutzmaßnahmen ein.

Verschiedene Studien belegen, dass durch Abdichten der Gebäudehülle im Rahmen einer energetischen Sanierung eines Gebäudes die Radonkonzentrationen ansteigen können. Um keine böse Überraschung nach der thermischen Sanierung zu erleben, sollten Sie sich vorab über die Möglichkeiten einer Berücksichtigung der Radonsituation informieren und ggf. zusätzliche Maßnahmen ergreifen.

Radonexponierte Arbeitsplätze

Radonexponierte Arbeitsplätze

Wasserbecken in einem Österreichischen Wasserwerk

An gewissen Arbeitsplätzen können sehr hohe Radonkonzentrationen auftreten. Die Begrenzung der Radon-Exposition und der Schutz der Beschäftigten  ist durch die Natürliche Strahlenquellen-Verordnung (NatStrV) geregelt und gilt für folgende Betriebe:

  • Wasserwerke
  • Bergwerke
  • Besucherbergwerke und -höhlen
  • Radonkuranstalten und –heilbäder

Diese Betriebe sind in Österreich verpflichtet, eine autorisierte Dosisüberwachungsstelle mit einer Dosisabschätzung für die Beschäftigten zu beauftragen und das Ergebnis der zuständigen Landesbehörde mitzuteilen.

AGES ist autorisierte Dosisüberwachungsstelle

In unserer Funktion als autorisierte Dosisüberwachungsstelle führen wir Dosisabschätzungen und -ermittlungen durch. Weitere Informationen und Auskünfte erhalten Sie unter radonno@Spam@agesno.Spam.at.

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