Citrusbockkäfer

Anoplophora chinensis

Zuletzt geändert: 27.05.2020
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Seuchenkategorien:

Citrusbockkäfer adult
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Citrusbockkäfer adult

Ein neuer Schädling könnte zur Bedrohung für heimische Laubgehölze werden: Der Citrusbockkäfer Anoplophora chinensis. Der Name Citrusbockkäfer (auch: Zitrusbockkäfer) ist dabei irreführend: Anoplophora chinensis befällt zwar in seiner Heimat Asien vor allem Zitrusbäume, richtet aber ebenso an zahlreichen anderen Laubbäumen erhebliche Schäden an.

Im Jahr 2000 wurde der Käfer erstmals in Italien während eines Surveys im Rahmen eines Forschungsprojektes zu "neuen exotischen Schadorganismen in der Lombardei" entdeckt (Parabiago, 30 km westlich von Mailand). Es stellte sich aber heraus, dass bereits 1997 ein Student in derselben Gegend einen Käfer gefunden und in seine Insektensammlung aufgenommen hatte.

Nach einigen Jahren visueller Kontrollen von 60.000 Bäumen in 60 Gemeinden rund um den Erstfund zeigte sich, dass der Befall durch den Citrusbockkäfer nicht nur auf Parabiago begrenzt war, sondern sich in der Lombardei auf über 30 Gemeinden erstreckte.

Anoplophora chinesis ist gemäß EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäneschadorganismus gelistet und unterliegt dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten.

Citrusbockkäfer adult
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Citrusbockkäfer adult

Ein neuer Schädling könnte zur Bedrohung für heimische Laubgehölze werden: Der Citrusbockkäfer Anoplophora chinensis. Der Name Citrusbockkäfer (auch: Zitrusbockkäfer) ist dabei irreführend: Anoplophora chinensis befällt zwar in seiner Heimat Asien vor allem Zitrusbäume, richtet aber ebenso an zahlreichen anderen Laubbäumen erhebliche Schäden an.

Im Jahr 2000 wurde der Käfer erstmals in Italien während eines Surveys im Rahmen eines Forschungsprojektes zu "neuen exotischen Schadorganismen in der Lombardei" entdeckt (Parabiago, 30 km westlich von Mailand). Es stellte sich aber heraus, dass bereits 1997 ein Student in derselben Gegend einen Käfer gefunden und in seine Insektensammlung aufgenommen hatte.

Nach einigen Jahren visueller Kontrollen von 60.000 Bäumen in 60 Gemeinden rund um den Erstfund zeigte sich, dass der Befall durch den Citrusbockkäfer nicht nur auf Parabiago begrenzt war, sondern sich in der Lombardei auf über 30 Gemeinden erstreckte.

Anoplophora chinesis ist gemäß EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäneschadorganismus gelistet und unterliegt dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten.

Schadorganismus

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Ei des Citrusbockkäfers
Ei des Citrusbockkäfers
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Larve des Citrusbockkäfers
Larve des Citrusbockkäfers
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Puppe des Citrusbockkäfers
Puppe des Citrusbockkäfers
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Sägemehl aus dem Bohrloch
Sägemehl aus dem Bohrloch

Der Citrusbockkäfer ist sehr auffällig und vom Aussehen her kaum mit anderen heimischen Bockkäferarten zu verwechseln: Er ist 2-4 cm lang, glänzend schwarz mit unregelmäßigen hellen Flecken auf den Flügeldecken und hat lange, bläulich gestreifte Fühler. Die Flügeldeckenbasis ist gekörnt. Die Männchensind im Allgemeinen kleiner als die Weibchen. In Asien schlüpfen die Käfer von April bis August, in unseren Breiten etwa von Juni bis August. Die Weibchen beginnen 10 Tage nach dem Schlupf mit der Eiablage. Dazu schneiden sie mit den Mundwerkzeugen T-förmige Schlitze in die Rinde der oberirdischen Wurzeln oder der Stammbasis. Ein Weibchen legt in seinem Leben bis zu 200 cremeweiße, ca. 5-6 mm lange Eier einzeln ab. Nach etwa ein bis drei Wochen schlüpft die cremefarbene ca. 5 mm lange, beinlose Larve und miniert zuerst im Phloem unter der Rinde. Später breiten sich die Larvengänge bis in das Wurzelholz aus, bis die Larven etwa eine Größe von 5-6 cm erreicht haben. Das folgende Puppenstadium dauert etwa 4-6 Wochen, danach schlüpft der Käfer durch kreisrunde Ausbohrlöcher an der Stammbasis mit ca. 1-1,5 cm Durchmesser. Der Reifungsfraß der adulten Tiere erfolgt an Blättern, Blattstielen und der Rinde von jungen Zweigen. Unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas dauert der Entwicklungszyklus in der Regel zwei Jahre.

Schadsymptome und Schäden

Die Lebensweise des Citrusbockkäfers erschwert dessen Auffinden, da er sich hauptsächlich im Wurzelbereich befindet. Erste Befallszeichen sind oft Bohrspäne am Stammfuß und im Wurzelbereich, die durch die Fraßtätigkeit der Larven entstehen, sowie Ausbohrlöcher des Käfers, durch die er sich aus dem Holz ins Freie bohrt. In Italien wurden bis zu 130 Ausbohrlöcher an einem einzigen Baum gezählt. Die massiven Schäden entstehen durch die Fraßgänge. Sie gehen tief ins Holz und verringern einerseits die Standfestigkeit der Bäume (Aushöhlung des Stammfußes), andererseits unterbrechen sie den Saft- und Nährstofftransport, und der Baum stirbt in Folge ab. Die Ausbohrlöcher der Käfer sind außerdem ideale Eintrittstellen für holzzersetzende Pilze. Der Reifungsfraß der Käfer führt zusätzlich zu Welkeerscheinungen.

Wirtspflanzen

In seiner Heimat Asien sind die bevorzugten Wirtspflanzen des Citrusbockkäfers Zitrusbäume (Citrus spp.), das mögliche Wirtspflanzenspektrum umfasst jedoch zahlreiche Laubgehölze, einschließlich Obst- und Ziergehölze. An Koniferen kommt der Citrusbockkäfer jedoch nicht vor.

Häufige Wirtspflanzen sind:

Ahorn (Acer), Apfel (Malus), Birne (Pyrus spp.), Birke (Betula), Buche (Fagus), Erle (Alnus spp.), Hainbuche (Carpinus), Hartriegel (Cornus spp.), Haselnuss (Corylus), Lagerstroemia,
Pappel (Populus), Platane (Platanus), Rose (Rosa), Ulme (Ulmus), Weide (Salix spp.), Weißblühende Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), Weißdorn (Crataegus), Zitruspflanzen (Citrus spp.), Zwergmispel (Cotoneaster), Zwetschke und Kirsche (Prunus).

Verbreitung

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Beanstandungsmeldungen seit dem Erstauftreten
Beanstandungsmeldungen seit dem Erstauftreten
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Fraßgänge der Larve mit Sekundärinfektionen im Holz
Fraßgänge der Larve mit Sekundärinfektionen im Holz

Verbreitung und Verbreitungswege

Ursprünglich stammt der Citrusbockkäfer aus Asien. In Europa wurde der Käfer erstmals in Zuge eines Surveys in Parabiago (30 km westlich von Mailand) im Jahr 2000 gemeldet. In der Folge organisierte der Pflanzenschutzdienst ein umfassendes Monitoring (visuelle Kontrolle von verdächtigen Bäumen) in 30 Gemeinden rund um Mailand. Nach einigen Jahren visueller Kontrollen in der Lombardei zeigte sich, dass der Befall durch den Citrusbockkäfer nicht auf nur auf Parabiago begrenzt war, sondern bereits ein Ausbreitungsgebiet von mehreren hundert Quadratkilometern umfasste.

In Europa ist bisher der einzige Ausbruch im Freiland bisher nur in Italien bekannt. Zahlreiche Meldungen kamen aber von anderen Staaten über befallenes Pflanzenmaterial, welches aus Asien nach Europa importiert wurde. Wie in Italien meldeten auch die Niederlande im Jahr 2000 erste Funde des Käfers. Im Rahmen von Routinekontrollen beanstandete der niederländische Pflanzenschutzdienst den Citrusbockkäfer auf importierten Bonsai aus China. 2003 erhielt die Universität Wageningen ein weiteres Exemplar eines privaten Gartenbesitzers, gefunden an einer Topfpflanze des Japanischen Ahorns (Acer japonicum) mit Herkunft China, importiert über ein Gartencenter.

Frankreich hatte 2003 erstmals den Citrusbockkäfer bei Soyon an importierten Bonsai gefunden, konnte aber eine Verschleppung durch sofortige Vernichtung der betroffenen Pflanzen verhindern. 2005 fand die britische Behörde in einer Baumschule in Hampshire auf 46.000 Fächerahorn-Pflanzen (Acer palmatum) aus China Exemplare des Citrusbockkäfers, 2006 in Southampton auf 41.000 Ahornpflanzen. 2006 meldete auch die Schweiz in einer Baumschule den Citrusbockkäfer an Fächerahorn (Acer palmatum) mit Ursprung China.

Im Jänner 2008 stieg die Anzahl der Meldungen in Europa rasant an: die Niederlande bestätigten an unterschiedlichen Orten Funde von Larven und Ausbohrlöchern in Ahornbäumen in einem öffentlichen Park und in drei Betrieben. Alle Pflanzen gingen vermutlich auf Importe aus China und Japan zurück.

Im Juni 2008 stellte auch Deutschland (Bayern und Nordrhein-Westfalen) einen Befall des Citrusbockkäfers an Fächerahornbäumen (Acer palmatum) fest. Die Topfpflanzen kamen aus den Niederlanden mit Ursprung in China und wurden über eine große Lebensmittelkette, sowie ein Gartencenter und eine Baumschule verkauft. In drei von vier Fällen waren es Kunden, die den Pflanzenschutzdienst über verdächtige Funde des Käfers informierten.

Ebenfalls im Juni 2008 meldete Großbritannien Vorkommen des Käfers auf der Kanalinsel Guernsey, an Fächerahorn (Acer palmatum) mit Herkunft Niederlande.

Im September 2008 bestätigte erneut Italien Funde von Anoplophora chinensis, diesmal jedoch nicht in der Lombardei, sondern in Rom an Ahorn und Rosskastanie.

Im November 2008 kam es zu einem erneuten Befall in Europa: In Litauen wurde der Käfer an verschiedenen Ziergehölzen mit Ursprung Japan entdeckt.

Obwohl der Citrusbockkäfer v.a. in Südeuropa ein Risiko darstellt, ergaben niederländische Untersuchungen, dass auch für Mitteleuropa ein bedeutendes Einschleppungs- und Verbreitungsrisiko besteht. Er kann mit Bonsaipflanzen und Baumschulware ab einem Stammdurchmesser von zwei Zentimetern oder in Transportkisten und Containern verschleppt werden. Vor allem die in großen Mengen aus Asien importierte Ware stellt eine Gefahr dar.

Es sollte vor allem bedacht werden, dass ein Entwicklungszyklus unter den klimatischen Bedingungen Mitteleuropas in der Regel zwei Jahre dauert und daher zwischen Einschleppung und Bemerken des Befalls erhebliche Zeit vergehen kann.

Bekämpfung

Vorbeugung und Bekämpfung

Der Citrusbockkäfer hat als Einwanderer in Europa praktisch keine natürlichen Feinde, weshalb für eine erfolgreiche Bekämpfung das frühzeitige Erkennen sehr wichtig ist. Aufgrund ihrer vorwiegend versteckten Lebensweise ist aber sowohl das Feststellen als auch die Bekämpfung der Käfer sehr schwierig. Der Einsatz von spezifischen Lockstoffen (= Pheromonen) würde das Auffinden erleichtern, doch gibt es derzeit noch keine funktionierenden Pheromone. Deshalb sind gezielte Kontrollen als vorbeugende Maßnahmen unumgänglich. Zur Bekämpfung des Citrusbockkäfers besteht derzeit in Österreich keine Möglichkeit mit chemischen Pflanzenschutzmitteln, da es keine Präparate mit einer Zulassung gegen Bockkäfer gibt. In Deutschland sind im Forst zwei Pflanzenschutzmittel aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide gegen Bockkäfer-Arten bzw. gegen blatt- und nadelfressende Käfer (ausgenommen Maikäfer) registriert. In Italien werden befallene Bäume im Freiland gefällt und die Wurzeln ausgegraben und vernichtet. Wenn dies nicht möglich ist, werden die Wurzeln mit einem Herbizid abgetötet und das Wurzelsystem mit einem engmaschigen Drahtgitter abgedeckt, um ausschlüpfende Käfer zu fangen. Dies ist jedoch sehr aufwändig und bei dicht besiedelten Städten ist die Wirksamkeit aufgrund von Vandalismus (Zerstörung des Drahtgitters) eingeschränkt. Biologische Bekämpfungsverfahren mit entomopathogenen Pilzen, Nematoden oder parasitischen Insekten befinden sich noch im Versuchsstadium. Da es in Österreich zur Zeit keine geeigneten Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Citrusbockkäfer gibt, ist bei Befall die Rodung dieser Bäume die einzig wirksame Maßnahme.Bekämpfungsmaßnahmen werden von den zuständigen Amtlichen Pflanzenschutzdiensten in den Ländern angeordnet. In der Europäischen Gemeinschaft ist der Citrusbockkäfer als Quarantäneschadorganismus gelistet und daher meldepflichtig!

Situation in Europa

Anoplophora chinensis (Citrusbockkäfer) - aktuelle Situation in den Niederlanden

September 2010: in den Niederlanden sind bis dato 5 Pufferzonen (abgegrenzte Gebiete) eingerichtet: Krimpen aan den IjselMaasland, Hoofddorp, Boskoop und Westland

Im August gab es gleich mehrere Befallsmeldungen hinsichtlich Anoplophora chinensis:

Alle betroffenen Bäume, auch jener aus Hoofddorp, wurden in Gartencenter gekauft und stammen von Sendungen, welche 2007 in die Niederlande importiert wurden.

  • In Maasland wurde in einem Privatgarten ein Fächerahorn (Acer palmatum) mit einem Ausbohrloch entdeckt. Untersuchungen ergaben, dass dieses Ausbohrloch von einem Citrusbockkäfer stammt.  

Im abgegrenzten Gebiet der Fundstelle befinden sich zwei Baumschulen und einige Gartencenter, welche nun verstärkt kontrolliert werden. Diese Inspektionen beinhalten auch eine zerstörende Probenahme aller Wirtspflanzen von mindestens 1% pro Partie. In zahlreichen Glashäusern, welche sich ebenfalls in der Pufferzone befinden, werden keine Wirtspflanzen des Citrusbockkäfers kultiviert.

  • Ein weiteres Ausbohrloch von Anoplophora chinensis an Acer palmatum  wurde in einem Privatgarten in Krimpen aan den Ijsel festgestellt.

Die Fundstelle befindet sich im städtischen Gebiet. Die in der Pufferzone gelegenen Gartencenter werden inspiziert und alle potentiellen Wirtspflanzen einer zerstörenden Probenahme unterzogen (mindestens 1% pro Partie).

  • In Hoofddorp wurde nun auch ein männlicher Citrusbockkäfer in einem Privatgarten aufgefunden. In der unmittelbaren Umgebung wurden jedoch keine Anzeichen eines Befalls festgestellt.

Der Fundort liegt 70 m von jenem Grundstück entfernt, in welchem an einem Acer palmatum 2 Ausbohrlöcher und ein weiblicher Käfer gefunden wurden. Es wird vermutet, dass dieser männliche Käfer ebenfalls aus diesem Baum geschlüpft ist.

Mitte Juli 2010 wurde in Hoofddorp, ca. 30 km von Boskoop entfernt, ein weiblicher Citrusbockkäfer in einem Privatgarten entdeckt. 

Der weibliche Käfer (mit anhaftendem Ausbohrmehl) wurde an einem Acer palmatum vom Eigentümer des Gartens entdeckt und sofort dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst der Niederlande gemeldet. Bei einem noch am gleichen Tag durchgeführten Monitoring (im Garten und der unmittelbaren Umgebung) wurde am Fundort am betroffenen Baum (Durchmesser 5 cm) 2 Ausbohrlöcher (1 frisches und 1 älteres - Alter muss noch festgestellt werden) festgestellt.

Der betroffene Baum wurde gefällt und untersucht. Es wurden keine weiteren Larven festgestellt.Untersuchungen des weiblichen Käfers ergaben, dass die Ovarien nicht ausgereift waren und daher eine Eiablage nicht möglich war.Der Baum wurde in einem Gartencenter im Mai 2009 gekauft und ausgepflanzt. Ein weiterer Acer palmatum Baum, welcher im Garten vorgefunden wurde,  zeigte keine Symptome. In der unmittelbaren Umgebung wurden ebenfalls keine Symptome an den Wirtspflanzen vorgefunden. 

Eine Pufferzone von 2 km Radius wurde um den Fundort eingerichtet und für die 3 Baumschulen, welche in diesem Gebiet liegen, der Handel für alle 17 Pflanzen gem. Artikel 1 der Entscheidung 2008/840/EG vorübergehend gestoppt.

Im Dezember 2009 wurden in Boskoop, mitten im niederländischen Baumschulgebiet, lebende Larven des Citrusbockkäfers im Freiland festgestellt. In einer Hainbuche (Carpinus) wurden ein Ausbohrloch und 2 lebende Larven entdeckt, in zwei alten toten Stümpfen von Acer palmatum 7 Ausbohrlöcher. Alle betroffenen Bäume waren Teil einer Hecke einer Firma, welche schon seit 1993 Acer palmatum aus China importiert. Die Hecke war von Efeu verdeckt, daher wurden die Bohrlöcher nicht sofort entdeckt. Das Alter der Bohrlöcher von A. palmatum wird auf 2-3 Jahre geschätzt, jenes von Carpinus ist neu.

Um den Befallsherd wurde eine Pufferzone im Umkreis von 2 km eingerichtet. In dieser Pufferzone liegen rund 500 Baumschulen. Da die folgenden Wirtspflanzen, nämlich Acer spp., Aesculus hippocastanum, Alnus spp., Betula spp., Carpinus spp., Citrus spp., Corylus spp., Cotoneaster spp., Fagus spp., Lagerstroemia spp., Malus spp., Platanus spp., Populus spp., Prunus spp., Pyrus spp., Salix spp. und Ulmus spp. von Anoplophora chinensis nur mit einem Pflanzenpass und unter bestimmten Bedingungen aus der Pufferzone verbracht werden dürfen, wurden seit 26. Jänner alle Betriebe, welche mit Wirtspflanzen handeln, kontrolliert und das vorhandene Pflanzenmaterial einer zerstörenden Probenahme unterzogen. All jene Betriebe, welche als frei von A. chinensis befunden worden waren, wurden in das amtliche Register der freigegebenen Betriebe aufgenommen und dürfen Wirtspflanzen (s.o.) mit Pflanzenpass verbringen.

Eine weitere Pufferzone in den Niederlanden liegt im Westland, jedoch werden aus diesem Gebiet keine Pflanzen verbracht. Der betroffene Betrieb, welcher ausschließlich mit Acer sp. aus China handelte, ist nicht mehr existent.

Trotz aller Kontrollmaßnahmen kann es aufgrund der versteckten Lebensweise von Entwicklungsstadien des Käfers zu einer unbeabsichtigten Einschleppung kommen bzw. bereits gekommen sein. Fächerahorn, aber auch andere Laubgehölze, sollten daher auf Ausbohrlöcher im unteren Stammbereich kontrolliert werden. Der Citrusbockkäfer hinterlässt ein etwa 1,5 cm großes Bohrloch, meist am Stammgrund beziehungsweise über den Wurzeln.

Dieser Schädling ist ein Quarantäneschadorganismus, melden Sie daher jeden Verdacht an den Amtlichen Pflanzenschutzdienst ihres Bundeslandes!

Dem Citrusbockkäfer auf der Spur

Durch seine versteckte Lebensweise kann der Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) trotz vorgeschriebener Kontrollmaßnahmen übersehen werden, wie das Auftreten der Käfer im Freiland in Italien und in den Niederlanden zeigt.

Damit die Bockkäfer rechtzeitig entdeckt werden können, bevor es zu einer Verbreitung im Freiland kommt, sollen noch effektivere Kontrollmethoden zu Hilfe genommen werden. Es handelt sich dabei um den Einsatz von Spürhunden, die die im Holz und in den Wurzeln versteckten Entwicklungsstadien der Bockkäfer erschnüffeln können.

Weitere Informationen:

Informationsfolder des Bundesamtes für Wald
bfw.ac.at/400/pdf/CLB-Folder_032007.pdf  

Bericht auf der EPPO-Homepage über Eindämmungs- und Ausrottungsmaßnahmen in der Lombardei (Italien

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