Weiße Fliege, Tabakmottenschildlaus

Bemisia tabaci

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Zuletzt geändert: 04.06.2018
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Adulte Weiße Fliege, Tabakmottelschildlaus (Bemisisa tabaci)
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Adulte Weiße Fliege, Tabakmottelschildlaus (Bemisisa tabaci)

Die Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci) ist in Aussehen und Biologie der nahe verwandten Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum) sehr ähnlich. Sie wurde bereits vor etwa 35 Jahren bei uns eingeschleppt und kommt nun gelegentlich an Zierpflanzen (Poinsettien), selten auch an Gemüse in Gewächshäusern vor.

Neben der Saugtätigkeit steht bei diesem Organismus die Übertragung von mehr als 100 Pflanzenviren der Gattungen Begomovirus, Crinivirus, Carlavirus oder Ipomovirus im Vordergrund. Wegen des Übertragungsrisikos sind außereuropäische Populationen von Bemisia tabaci daher gemäß EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäneschadorganismen gelistet und unterliegen dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten.

Adulte Weiße Fliege, Tabakmottelschildlaus (Bemisisa tabaci)
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Adulte Weiße Fliege, Tabakmottelschildlaus (Bemisisa tabaci)

Die Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci) ist in Aussehen und Biologie der nahe verwandten Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum) sehr ähnlich. Sie wurde bereits vor etwa 35 Jahren bei uns eingeschleppt und kommt nun gelegentlich an Zierpflanzen (Poinsettien), selten auch an Gemüse in Gewächshäusern vor.

Neben der Saugtätigkeit steht bei diesem Organismus die Übertragung von mehr als 100 Pflanzenviren der Gattungen Begomovirus, Crinivirus, Carlavirus oder Ipomovirus im Vordergrund. Wegen des Übertragungsrisikos sind außereuropäische Populationen von Bemisia tabaci daher gemäß EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäneschadorganismen gelistet und unterliegen dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten.

Symptome

Stark befallene Pflanzen zeigen Vergilbung an Blättern und werden durch die zuckerhaltigen Exkrete geschädigt. Weiße Fliegen scheiden nämlich, ähnlich wie Blattläuse, klebrigen Honigtau aus, welcher auf darunterliegende Blätter und Früchte tropft. Auf diesem glänzenden Belag können sich dann Schwärzepilze ansiedeln wodurch sogenannter „Rußtau“ entsteht. Dieser verschmutzt einerseits Früchte (zusätzliches Abwaschen notwendig), andererseits verlieren so befallene Blätter Assimilationsfläche, was die Pflanzen schwächt.

Wirtspflanzen

Bis vor kurzem war Bemisia tabaci hauptsächlich als Schädling für Feldkulturen tropischer und subtropischer Länder bekannt, wie Maniok, Baumwolle, Süßkartoffeln, Tabak und Tomaten. Das Wirtspflanzenspektrum umfasst jedoch über 900 Wirtspflanzen aus über 60 Familien (wie Asteraceae, Brassicaceae, Cucurbitaceae, Convolvulaceae, Euphorbiaceae, Fabaceae, Malvaceae, Solanaceae, etc.).

Durch die Entwicklung des äußerst polyphagen Subtyps B wurde Bemisia tabaci in vielen Teilen der Welt auch ein bedeutender Glashaus-Schädling welcher Paprika, Zucchini, Gurke, Salat und Tomaten bzw. Hibiscus, Gerbera, Gloxinia und Poinsettie (Euphorbia pulcherrima) befällt. Wahrscheinlich ist der internationale Handel mit Poinsettien der größte Verbreiter des Schädlings.

Diagnose

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Eier der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)
Eier der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)

Die Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci) ist in Aussehen und Biologie der nahe verwandten Gewächshausmottenschildlaus sehr ähnlich.

Spezialisten können adulte Tiere von Trialeurodes an der Beborstung ihrer Hinterbeine unterscheiden, ihre Pseudopuparien sind dagegen auch von Laien mit einiger Sicherheit zu erkennen, da diese anders als bei Trialeurodes schildartig geformt sind.

Seit einigen Jahren können mit enzymatischen Nachweisverfahren auch mehrere Unterarten von Bemisia tabaci unterschieden werden. Der bekannteste davon, Subtyp B, auch als „silverleaf whitefly“, Bemisia argentifolii bezeichnet, hat in Kalifornien zu verheerenden Schäden an Gemüsekulturen geführt, ist besonders fruchtbar und hoch resistent gegenüber Insektizidwirkstoffen.

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Larve der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)
Larve der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)
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Abgelegte Eihaut (Exuvie) der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)
Abgelegte Eihaut (Exuvie) der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)

Bekämpfung

Beim Zukauf sollte sofortige Kontrolle der Pflanzen beim Eintreffen im Betrieb auf Vorhandensein von Weißer Fliege bzw. auf verdächtige Schadsymptome (z.B. gelbliche, chlorotische Flecken, Honigtau, Rußtaupilze) erfolgen.
Monitoring mittels Gelbfallen vor und während der Kultur. Gefährdet sind Poinsettien und Tomaten.
Regelmäßige Befallskontrollen – insbesondere älter Blätter eignen sich zur Suche nach Pseudopuparien.
Es ist auf Hygiene-Maßnahmen im Betrieb zu achten, vor allem nach Ende einer Kultur.
Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln, welche zur Bekämpfung von Weißer Fliege zugelassen sind (siehe Register des BAES der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel)
Einsatz von natürlichen Gegenspielern, wie Encarsia, Eretmocerus oder der Wanze Macrolophus.

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