Weiße Fliege, Tabakmottenschildlaus

Bemisia tabaci

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Zuletzt geändert: 17.07.2020
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Tierseuchenkategorien:

Adulte Weiße Fliege, Tabakmottenschildlaus (Bemisa tabaci)
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Adulte Weiße Fliege, Tabakmottenschildlaus (Bemisisa tabaci)

Die Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci) wurde bereits vor etwa 35 Jahren bei uns eingeschleppt, mittlerweile ist sie fast in ganz Europa verbreitet. Sie ist in Aussehen und Biologie der nahe verwandten Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum) sehr ähnlich.

Beide Arten kommen an diversen Zierpflanzen und auch an Gemüse, besonders in Gewächshäusern, vor. Neben der Saugtätigkeit schädigt dieser Organismus durch die Übertragung von mehr als 100 Pflanzenviren der Gattungen Begomovirus, Crinivirus, Carlavirus oder Ipomovirus. Wegen des Übertragungsrisikos sind außereuropäische Populationen von Bemisia tabaci als Unionsquaratäneschädlinge (UQS) gelistet und unterliegen dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten der EU."

Adulte Weiße Fliege, Tabakmottenschildlaus (Bemisa tabaci)
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Adulte Weiße Fliege, Tabakmottenschildlaus (Bemisisa tabaci)

Die Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci) wurde bereits vor etwa 35 Jahren bei uns eingeschleppt, mittlerweile ist sie fast in ganz Europa verbreitet. Sie ist in Aussehen und Biologie der nahe verwandten Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum) sehr ähnlich.

Beide Arten kommen an diversen Zierpflanzen und auch an Gemüse, besonders in Gewächshäusern, vor. Neben der Saugtätigkeit schädigt dieser Organismus durch die Übertragung von mehr als 100 Pflanzenviren der Gattungen Begomovirus, Crinivirus, Carlavirus oder Ipomovirus. Wegen des Übertragungsrisikos sind außereuropäische Populationen von Bemisia tabaci als Unionsquaratäneschädlinge (UQS) gelistet und unterliegen dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten der EU."

Symptome

Stark befallene Pflanzen zeigen Vergilbungen an den Blättern und werden durch die zuckerhaltigen Exkrete geschädigt. Weiße Fliegen scheiden, ähnlich wie Blattläuse, klebrigen Honigtau aus, welcher auf darunterliegende Blätter und Früchte tropft. Auf diesem glänzenden Belag können sich Schwärzepilze ansiedeln, wodurch sogenannter „Rußtau“ entsteht. Dieser verschmutzt einerseits Triebe und Früchte, andererseits verlieren so befallene Blätter Assimilationsfläche, was die Pflanzen schwächt.

Wirtspflanzen

Bis vor kurzem war Bemisia tabaci hauptsächlich als Schädling für Feldkulturen tropischer und subtropischer Länder bekannt, wie zum Beispiel Maniok, Baumwolle, Süßkartoffeln, Tabak und Tomaten. Das Wirtspflanzenspektrum umfasst jedoch über 900 Wirtspflanzen aus über 60 Familien (Asteraceae, Brassicaceae, Cucurbitaceae, Convolvulaceae, Euphorbiaceae, Fabaceae, Malvaceae, Solanaceae, etc.).

Durch die Entwicklung des äußerst polyphagen Subtyps B wurde Bemisia tabaci in vielen Teilen der Welt auch ein bedeutender Glashaus-Schädling welcher unter anderem Paprika, Zucchini, Gurke, Salat und Tomaten bzw. Hibiscus, Gerbera, Gloxinia und Poinsettie (Euphorbia pulcherrima) befällt. Wahrscheinlich  trägt der internationale Handel mit Poinsettien besonders stark zur Verbreitung des Schädlings bei.

 

 

Diagnose

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Eier der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)
Eier der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)

Charakteristisch für diese ca. 1 mm großen Insekten sind die relativ großen weißen Flügel. Adulte Weibchen legen ihre gelbgrünen, gestielten Eier bevorzugt an die Unterseite von Blättern, wo die Larven den Pflanzensaft saugen. Nach dem Durchlaufen von 4 Larvenstadien verpuppen sie sich an der Pflanze.

Die Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci) ist in Aussehen und Biologie der nahe verwandten Gewächshausmottenschildlaus sehr ähnlich. Spezialisten können adulte Tiere von Trialeurodes an der Beborstung ihrer Hinterbeine unterscheiden, ihre Pseudopuparien sind dagegen auch von Laien mit einiger Sicherheit zu erkennen, da diese anders als bei Trialeurodes schildartig geformt sind.

Seit einigen Jahren können mit enzymatischen Nachweisverfahren auch mehrere Unterarten von Bemisia tabaci unterschieden werden. Der bekannteste davon, Subtyp B, auch als „silverleaf whitefly“, Bemisia argentifolii bezeichnet, hat in Kalifornien zu verheerenden Schäden an Gemüsekulturen geführt, ist besonders fruchtbar und hoch resistent gegenüber Insektizidwirkstoffen.

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Larve der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)
Larve der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)
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Abgelegte Eihaut (Exuvie) der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)
Abgelegte Eihaut (Exuvie) der Tabakmottenschildlaus (Bemisia tabaci)

Bekämpfung

Vorbeugend

Beim Zukauf sollte direkt beim Eintreffen der Pflanzen eine sofortige Kontrolle auf Vorhandensein von Weißer Fliege bzw. auf verdächtige Schadsymptome (z.B. gelbliche, chlorotische Flecken, Honigtau, Rußtaupilze) erfolgen. Monitoring mittels Gelbfallen wird vor und während der Kultur empfohlen, besonders bei Poinsettien und Tomaten.
Grundsätzlich sollten regelmäßig Befallskontrollen (insbesondere bei älteren Blättern auf Pseudopuparien) durchgeführt sowie Hygienemaßnahmen eingehalten werden, vor allem nach Ende einer Kultur.

Chemisch & Biologisch

Eine chemische  Behandlung kann mit Pflanzenschutzmitteln, welche aktuell zur Bekämpfung von Weißer Fliege zugelassen sind, erfolgen (siehe Register des BAES der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel).
Im biologischen Anbau empfiehlt sich der Einsatz von natürlichen Gegenspielern wie der Schlupfwespen Encarsia und Eretmocerus oder der Wanze Macrolophus.

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