Wacholderprachtkäfer

Palmar festiva LINNAEUS

Zuletzt geändert: 24.11.2020
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Tierseuchenkategorien:

Ausbohrloch
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Ausbohrloch des Wacholderprachtkäfers

Beim Wacholderprachtkäfer handelt es sich um einen einheimischen Käfer, der in Süd- und Mitteleuropa an seiner Hauptwirtspflanze, dem Wacholder, verbreitet ist.

Obwohl der sehr prächtig gefärbte Käfer als selten gilt und deswegen in Deutschland auf der roten Liste zu finden ist, wurde zuletzt eine steigende Anzahl an Schäden registriert. Er ist auch für einen gewissen Anteil der Schadfälle an anderen Zypressengewächsen, wie Thujen, verantwortlich.

Ausbohrloch
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Ausbohrloch des Wacholderprachtkäfers

Beim Wacholderprachtkäfer handelt es sich um einen einheimischen Käfer, der in Süd- und Mitteleuropa an seiner Hauptwirtspflanze, dem Wacholder, verbreitet ist.

Obwohl der sehr prächtig gefärbte Käfer als selten gilt und deswegen in Deutschland auf der roten Liste zu finden ist, wurde zuletzt eine steigende Anzahl an Schäden registriert. Er ist auch für einen gewissen Anteil der Schadfälle an anderen Zypressengewächsen, wie Thujen, verantwortlich.

Schadorganismus

Die prächtig metallisch grün schimmernden Prachtkäfer zeigen an Brustschild und Flügeldecken stahlblaue Flecken und messen etwa 8 mm in der Länge. Ihr Körper ist kompakt stromlinienförmig und ähnelt dem von Schnellkäfern - sie können sich jedoch nicht wie diese durch „Klicken“ umdrehen, falls sie einmal auf dem Rücken zu liegen kommen.
Zur Eiablage erzeugen sie mit ihrem Ovipositor (Eiablageapparat) einen kurzen Schnitt in die Rinde und legen ihre Eier in den Bast zwischen Rinde und Holzkörper. Die daraus schlüpfenden beinlosen, cremefarbenen Larven zeigen stark sklerotisierte Kiefer am Vorderende. Ihre Fraßgänge sind meist an der Sonnenseite jüngerer Triebe und Äste im Bast und oberflächlich im Holzkörper zu finden. Diese weisen (wie auch die Larven) einen flachovalen Querschnitt und braunes Bohrmehl auf. Wenn diese Gänge einen Zweig völlig umschließen, so wird dadurch der Saftstrom abgeschnitten und der Zweig stirbt ab. Nach der Überwinterung als Larve in tieferen Holzschichten erfolgt die Verpuppung im nächsten Frühjahr in einer kleinen, senkrecht im Holz angelegten Höhlung.
Daraus schlüpft im Frühsommer (etwa ab der Zeit der Lindenblüte) wiederum ein erwachsener Prachtkäfer - womit sich der Zyklus schließt.
Es gelangt lediglich eine Käfergeneration pro Jahr zur Entwicklung.

Schadbild

Der Wacholderprachtkäfer ruft durch die Fraßgänge seiner Larven ein charakteristisches Schadbild hervor. In ansonsten gesund aussehenden Thujen sterben einzelne Zweige ab und werden braun. Schneidet man die Rinde solcher abgestorbenen Zweige oberflächlich an, so wird die primäre Schadursache sichtbar. Zwischen Rinde und Holzkörper befinden sich breite, flache Fraßgänge, die zum Teil mit Fraß- und Kotkrümeln gefüllt sind. Durch diese Fraßgänge wird der Saftstrom zu den Zweigen unterbunden und deren grüne Schuppenblätter vertrocknen und werden braun. Charakteristisch ist, dass stets nur einzelne Zweige braun werden und nicht die gesamte Pflanze. Die befallenen Triebe weisen nach dem Schlupf der Käfer die typischen bis zu 5 mm großen querovalen Löcher auf.

Wirtspflanzen

Wacholderprachtkäfer leben an verschiedensten Zypressengewächsen, wie Wacholder, Thujen, Scheinzypressen, ... .

Gegenmaßnahmen

  • Vorbeugend auf eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung der Pflanzen achten, da bevorzugt geschwächte Pflanzen befallen werden.
  • Stark befallene Pflanzenteile (Äste, Zweige) tief ausschneiden und vernichten
  • Behandlung mit chemischen Präparaten erscheint nicht als sinnvoll.
  • Von Fall zu Fall beurteilen, ob Maßnahmen überhaupt nötig sind: immerhin handelt es sich um einen sehr schönen, bislang seltenen Käfer.
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Wacholderprachtkäfer
Wacholderprachtkäfer
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Bohrgang unter der Rinde
Bohrgang unter der Rinde
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Schadbild
Schadbild
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Ausbohrloch
Ausbohrloch
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