Pflaumenwickler

Cydia funebrana

Warndienst
Zuletzt geändert: 05.05.2017
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Der Pflaumenwickler (Cydia funebrana) ist ein bedeutender tierischer Schaderreger an Pflaumen und Zwetschken. Befallene Früchte verfärben sich bläulich, können notreif oder faul werden und vom Baum abfallen. Bei starkem Auftreten muss mit erheblichen Ernteeinbußen gerechnet werden.

Schadorganismus

Der Pflaumenwickler (Cydia funebrana) wird unter den Kleinschmetterlingen den Wicklern (Tortricidae) zugeordnet. Die Falter sind etwa 8 mm lang und haben eine Flügelspannweite von 11–15 mm. Die Färbung der Falter ist graubraun, wobei die Vorderflügel matt violett bis grau mit einer dunklen verschwommenen Zeichnung und die Hinterflügel fast einheitlich graubraun sind.
Die Eier des Pflaumenwicklers sind flachoval (uhrglasförmig) und durchscheinend und haben einen Durchmesser von etwa 0,7 mm. Während die daraus schlüpfenden jungen Raupen anfangs noch hell (weißlich) sind, verfärben sie sich nachfolgend rötlich mit dunkel gefärbtem Kopf. Die Larven werden etwa 10–15 mm lang. Das Puppenstadium ist 6-7 mm lang und ist hellbraune gefärbt.

Zur Überwinterung nützt dieser Schädling meist Ritzen oder Borkenschuppen am Stamm oder Spalten im Boden in welchen sich die ausgewachsenen Raupen in Kokons einspinnen. Zur Entwicklung benötigt der Pflaumenwickler Temperaturen von mindestens 10°C (Entwicklungsschwellenwert). Die Metamorphose wird im Frühjahr abgeschlossen und aus den Puppen schlüpfen wenige Wochen nach dem Blütenblattfall (etwa ab Ende April) die dämmerungsaktiven Falter.  Die geschlüpften Weibchen legen, nach Reifungsphase und Begattung, ihre Eier einzeln auf die untere Hälfte von jungen, unreifen Früchten. Nach 1-2 Wochen Embryonalentwicklung schlüpfen die Raupen (1. Larvenstadium) und bohren sich alsbald in die Frucht ein. Sie fressen dort etwa 3-5 Wochen lang am Fruchtfleisch und entwickeln sich bis zur ausgewachsenen Raupe (5. Larvenstadium) weiter. Diese verlassen die Früchte und verpuppen sich in einem Kokon am Stamm oder im Boden. Während ein Teil dieser Tiere bereits in Winterdiapause geht, entwickelt sich der größere Teil während der 1-2 Wochen in der Puppenruhe zu den Faltern der zweiten Generation deren Schlupf ab etwa Juni beginnt. In klimatisch begünstigten Regionen kann es auch noch zu einer dritten Generation (etwa ab August) kommen bevor die ausgewachsenen Larven der letzten Generation die Überwinterungsorte aufsuchen. Zudem können sich die Generationen in einer Saison überlappen.

Symptome

Aus Löchern in befallenen Früchten (Einbohrloch der jungen Larve) tritt Gummi aus, welcher als Tropfen sichtbar ist. Beim Befall durch die erste Generation zeigt sich zudem eine bläulich-violette Verfärbung der jungen Früchte welche bereits im Juni und Juli abfallen wodurch dies häufig mit natürlichem Fruchtfall verwechselt wird. Der Befall durch die zweite Generation später im Jahr zeigt sich durch vorzeitig reife Früchte (Notreife).
Innerhalb der befallenen Früchte ist das Fruchtfleisch zerstört und man findet Kotkrümel ebenso wie die anfangs weißliche, später rötliche, braunköpfige, spärlich behaarte 16-füssige Raupe (Pflaumenmade).

Verbreitung und Wirtspflanzen

Pflaumenwickler treten in Europa, Asien und Teilen Afrikas an ihren Wirtspflanzen auf. Bedeutende kultivierte Wirtspflanzen dieses Schaderregers sind Pflaume (Prunus domestica) und die Unterart Zwetschke (Prunus domestica subsp. domestica), gelegentlich auch Marille (Prunus armeniaca) und Pfirsich (Prunus persica).

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene (abgefallene) Früchte regelmäßig aufsammeln und vernichten bevor die Larven sich ausbohren und zur Verpuppung abwandern (Auffangen der Früchte mittels Plane oder Netz kann hilfreich sein; ev. durch Schütteln des Baumes nachhelfen; Früchte nicht auf den Kompost geben!)
  • Sortenwahl: Spätreifende Sorten sind häufiger von Schäden betroffen da sie von der zweiten Generation, welche den größeren Schaden anrichtet betroffen sind; sie sollten vermieden werden
  • Gegen die überwinternden Raupen können Wellpappestreifen (in welchen sich die Raupen zur Überwinterung einspinnen) ab Juli auf den Stämmen angebracht und mit den darin befindlichen Larven vernichtet werden
  • Zugelassene Pflanzenschutzmittel (PSM) zum Schutz gegen diesen Schaderreger sind im online verfügbaren PSM-Verzeichnis zu finden (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Über Warnmeldungen erfolgt die Bekanntgabe des Populationsverlaufes (Flugbeginn, Beginn Eiablage, Ende Eiablage – getrennt nach Generationen) auf Basis der mittels Pheromonfallen (ab etwa Ende April) und der Käfigmethode an der AGES gewonnenen Daten. Aus diesen Daten können Behandlungstermine abgeleitet werden.
  • Mittels Pheromonfallen können Gartenbesitzer auch selbst den Flugverlauf der Falter feststellen.

Der Pflaumenwickler (Cydia funebrana) ist ein bedeutender tierischer Schaderreger an Pflaumen und Zwetschken. Befallene Früchte verfärben sich bläulich, können notreif oder faul werden und vom Baum abfallen. Bei starkem Auftreten muss mit erheblichen Ernteeinbußen gerechnet werden.

Schadorganismus

Der Pflaumenwickler (Cydia funebrana) wird unter den Kleinschmetterlingen den Wicklern (Tortricidae) zugeordnet. Die Falter sind etwa 8 mm lang und haben eine Flügelspannweite von 11–15 mm. Die Färbung der Falter ist graubraun, wobei die Vorderflügel matt violett bis grau mit einer dunklen verschwommenen Zeichnung und die Hinterflügel fast einheitlich graubraun sind.
Die Eier des Pflaumenwicklers sind flachoval (uhrglasförmig) und durchscheinend und haben einen Durchmesser von etwa 0,7 mm. Während die daraus schlüpfenden jungen Raupen anfangs noch hell (weißlich) sind, verfärben sie sich nachfolgend rötlich mit dunkel gefärbtem Kopf. Die Larven werden etwa 10–15 mm lang. Das Puppenstadium ist 6-7 mm lang und ist hellbraune gefärbt.

Zur Überwinterung nützt dieser Schädling meist Ritzen oder Borkenschuppen am Stamm oder Spalten im Boden in welchen sich die ausgewachsenen Raupen in Kokons einspinnen. Zur Entwicklung benötigt der Pflaumenwickler Temperaturen von mindestens 10°C (Entwicklungsschwellenwert). Die Metamorphose wird im Frühjahr abgeschlossen und aus den Puppen schlüpfen wenige Wochen nach dem Blütenblattfall (etwa ab Ende April) die dämmerungsaktiven Falter.  Die geschlüpften Weibchen legen, nach Reifungsphase und Begattung, ihre Eier einzeln auf die untere Hälfte von jungen, unreifen Früchten. Nach 1-2 Wochen Embryonalentwicklung schlüpfen die Raupen (1. Larvenstadium) und bohren sich alsbald in die Frucht ein. Sie fressen dort etwa 3-5 Wochen lang am Fruchtfleisch und entwickeln sich bis zur ausgewachsenen Raupe (5. Larvenstadium) weiter. Diese verlassen die Früchte und verpuppen sich in einem Kokon am Stamm oder im Boden. Während ein Teil dieser Tiere bereits in Winterdiapause geht, entwickelt sich der größere Teil während der 1-2 Wochen in der Puppenruhe zu den Faltern der zweiten Generation deren Schlupf ab etwa Juni beginnt. In klimatisch begünstigten Regionen kann es auch noch zu einer dritten Generation (etwa ab August) kommen bevor die ausgewachsenen Larven der letzten Generation die Überwinterungsorte aufsuchen. Zudem können sich die Generationen in einer Saison überlappen.

Symptome

Aus Löchern in befallenen Früchten (Einbohrloch der jungen Larve) tritt Gummi aus, welcher als Tropfen sichtbar ist. Beim Befall durch die erste Generation zeigt sich zudem eine bläulich-violette Verfärbung der jungen Früchte welche bereits im Juni und Juli abfallen wodurch dies häufig mit natürlichem Fruchtfall verwechselt wird. Der Befall durch die zweite Generation später im Jahr zeigt sich durch vorzeitig reife Früchte (Notreife).
Innerhalb der befallenen Früchte ist das Fruchtfleisch zerstört und man findet Kotkrümel ebenso wie die anfangs weißliche, später rötliche, braunköpfige, spärlich behaarte 16-füssige Raupe (Pflaumenmade).

Verbreitung und Wirtspflanzen

Pflaumenwickler treten in Europa, Asien und Teilen Afrikas an ihren Wirtspflanzen auf. Bedeutende kultivierte Wirtspflanzen dieses Schaderregers sind Pflaume (Prunus domestica) und die Unterart Zwetschke (Prunus domestica subsp. domestica), gelegentlich auch Marille (Prunus armeniaca) und Pfirsich (Prunus persica).

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene (abgefallene) Früchte regelmäßig aufsammeln und vernichten bevor die Larven sich ausbohren und zur Verpuppung abwandern (Auffangen der Früchte mittels Plane oder Netz kann hilfreich sein; ev. durch Schütteln des Baumes nachhelfen; Früchte nicht auf den Kompost geben!)
  • Sortenwahl: Spätreifende Sorten sind häufiger von Schäden betroffen da sie von der zweiten Generation, welche den größeren Schaden anrichtet betroffen sind; sie sollten vermieden werden
  • Gegen die überwinternden Raupen können Wellpappestreifen (in welchen sich die Raupen zur Überwinterung einspinnen) ab Juli auf den Stämmen angebracht und mit den darin befindlichen Larven vernichtet werden
  • Zugelassene Pflanzenschutzmittel (PSM) zum Schutz gegen diesen Schaderreger sind im online verfügbaren PSM-Verzeichnis zu finden (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Über Warnmeldungen erfolgt die Bekanntgabe des Populationsverlaufes (Flugbeginn, Beginn Eiablage, Ende Eiablage – getrennt nach Generationen) auf Basis der mittels Pheromonfallen (ab etwa Ende April) und der Käfigmethode an der AGES gewonnenen Daten. Aus diesen Daten können Behandlungstermine abgeleitet werden.
  • Mittels Pheromonfallen können Gartenbesitzer auch selbst den Flugverlauf der Falter feststellen.
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Eier des Pflaumenwicklers
Eier des Pflaumenwicklers
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Pflaumenwickler-Raupe
Pflaumenwickler_raupe auf einer Frucht
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Pflaumenwickler-Raupe in Frucht
Pflaumenwickler_Raupe in einer aufgeschnittenen Frucht

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