Pfaffenhütchen-Gespinstmotte

Yponomeuta cagnagella

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Zuletzt geändert: 19.07.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte gehört zu den Kleinschmetterlingen und frisst am Gewöhnlichen Spindelstrauch. Die Raupen bilden ein Gespinst, an dem ein Befall gut zu erkennen ist, da oft der gesamte Strauch eingesponnen wird.

Aussehen

Die gelbgrünen Raupen weisen auf jedem Körpersegment zwei dunkle Punkte auf und werden bis etwa 20 mm lang.

Die erwachsenen Tiere sind weiß gefärbte Falter und messen 25 mm in der Spannweite, ihre Vorderflügel sind mit zahlreichen kleinen schwarzen Punkten übersät.

Die Eier sind schildförmig und haben einen Durchmesser von etwa 0,4 mm. Sie werden gruppenweise abgelegt. Dabei überlappen sich die Eier dachziegelartig.

Biologie

Die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte gehört zur Schmetterlingsfamilie der Gespinstmotten (Yponomeutidae). Die Gespinstmotten sind eine Gruppe von Kleinschmetterlingen, welche alle äußerst ähnlich aussehen. Sie unterscheiden sich nur durch die von ihnen befallenen Wirtspflanzen: so gibt es beispielsweise jeweils eigene Arten an Pfaffenhütchen, Schlehdorn, Traubenkirsche oder Apfelbäumen.

Die Gespinstmotten überwintern im Eistadium. Einzelne Eier werden gruppenweise an kleineren Zweigen abgelegt. Im März/April schlüpfen daraus kleine Raupen, die rund um frische Triebe fressen. Dabei erzeugen sie ein gemeinsames Gespinst, in dem sie vor Feinden geschützt leben.
Insgesamt durchlaufen die Raupen fünf Larvenstadien. Dann beginnen sie einen Kokon zu spinnen, in dem sie sich verpuppen. Diese Kokons liegen oft dicht an dicht im gemeinsamen „Gespinstnest“. Daraus schlüpfen im Juni und Juli Falter, welche sich verpaaren. Nach etwa zehn Tagen der Eireifung gehen sie daran, ihre Eier für das nächste Jahr abzulegen.

Schadsymptome

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Raupen der Gespinstmotte beim Abseilen aus ihrem Gespinst
Raupen seilen sich als Knäuel aus dem Gespinst von einem Strauch ab

Zunächst sind nur einzelne Triebspitzen versponnen, bei starkem Befall erscheinen ganze Pflanzen wie von einem feinen Netz umhüllt. Dabei kann es auch zu einem kompletten Kahlfraß kommen. In den Gespinsten sind massenhaft Raupen zu finden.

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Raupen der Gespinstmotte an einem Spindelstrauch
Mehrere Raupen in einem Gespinst auf einem Zweig
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Ein stark befallener Strauch
Stark befallener und kahlgefressener Strauch, der komplett von Gespinst eingehüllt ist

Wirtspflanzen

Die wichtigste Wirtspflanze für die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte ist der Gewöhnliche Spindelstrauch (Euyonimus europaeus), auch Pfaffenhütchen genannt. Sie wurde auch an E. japonicus beobachtet.

Verbreitung

Die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte ist in Europa weit verbreitet.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte ist vernachlässigbar. Sie bildet pro Jahr nur eine Generation aus, sodass sich der angerichtete Schaden meistens in Grenzen hält. Die Wirtspflanzen erholen sich nach einem Befall der Raupen meist sehr gut und treiben wieder aus. Bei Arten, die Obstbäume befallen (z.B. Apfel-Gespinstmotte), kann es zu Ertragseinbußen kommen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Raupennester mit scharfem Wasserstrahl zerstören
  • Puppennester wegschneiden
  • Natürliche Gegenspieler fördern: Vögel, Parasiten, z. B. verschiedene Arten von Raupenfliegen, etc.
  • Anwendung eines Pflanzenschutzmittels: Für Hausgärten eignen sich u.a. Mittel auf der Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis oder den Naturstoffen Azadirachtin bzw. Pyrethrum (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel)
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