Minierfliegen

Agromyzidae

Zuletzt geändert: 13.08.2020
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Tierseuchenkategorien:

Adulte Minierfliege der Gattung Liriomyza
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Adulte Minierfliege der Gattung Liriomyza

Minierfliegen (Agromyzidae) sind sehr kleine Fliegen (1-3 mm groß), welche an verschiedenen Gemüse- und Zierpflanzenkulturen, die in Gewächshäusern oder unter geschützten Bedingungen angebaut werden, sowie an Feldkulturen in den südlichen bzw. wärmeren Regionen, als Schädlinge in Erscheinung treten können. Zu den wirtschaftlich bedeutenden Minierfliegen zählen neben Phytomyza- und Napomyza-Arten auch Liriomyza-Arten, welche zum Teil aus subtropischen Ländern eingeschleppt wurden und als Quarantäneschädlinge gelistet sind. Im Folgenden soll auf Minierfliegen der Gattung Liriomyza näher eingegangen werden. 

Biologie

Minierfliegen ( der Gattung Liriomyza sind meist schwarz mit einem auffällig gelb gefärbten Rückenschildchen (Scutellum) Die Eier werden auf die Blattoberfläche in Eiablagepunkte abgelegt, aus denen die Larven schlüpfen und ins Blattgewebe eindringen. Die kopf- und beinlosen Larven (Maden) erzeugen durch ihre Fraßtätigkeit im Blattinneren die charakteristischen, schlangenförmig gewundenen, hellen Minen (Fraßgänge) in den Blättern. Mit Ausnahme von L. huidobrensis (und den heimischen Minierfliegen-Arten) sind die Puppen der 3 anderen Liriomyza-Arten immer außerhalb des Blattgewebes zu finden, entweder an der Blattaußenseite angeheftet, auf dem Boden oder direkt unter der Bodenoberfläche.

Adulte Minierfliege der Gattung Liriomyza
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Adulte Minierfliege der Gattung Liriomyza

Minierfliegen (Agromyzidae) sind sehr kleine Fliegen (1-3 mm groß), welche an verschiedenen Gemüse- und Zierpflanzenkulturen, die in Gewächshäusern oder unter geschützten Bedingungen angebaut werden, sowie an Feldkulturen in den südlichen bzw. wärmeren Regionen, als Schädlinge in Erscheinung treten können. Zu den wirtschaftlich bedeutenden Minierfliegen zählen neben Phytomyza- und Napomyza-Arten auch Liriomyza-Arten, welche zum Teil aus subtropischen Ländern eingeschleppt wurden und als Quarantäneschädlinge gelistet sind. Im Folgenden soll auf Minierfliegen der Gattung Liriomyza näher eingegangen werden. 

Biologie

Minierfliegen ( der Gattung Liriomyza sind meist schwarz mit einem auffällig gelb gefärbten Rückenschildchen (Scutellum) Die Eier werden auf die Blattoberfläche in Eiablagepunkte abgelegt, aus denen die Larven schlüpfen und ins Blattgewebe eindringen. Die kopf- und beinlosen Larven (Maden) erzeugen durch ihre Fraßtätigkeit im Blattinneren die charakteristischen, schlangenförmig gewundenen, hellen Minen (Fraßgänge) in den Blättern. Mit Ausnahme von L. huidobrensis (und den heimischen Minierfliegen-Arten) sind die Puppen der 3 anderen Liriomyza-Arten immer außerhalb des Blattgewebes zu finden, entweder an der Blattaußenseite angeheftet, auf dem Boden oder direkt unter der Bodenoberfläche.

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Miniergänge und Saugpunkte
Miniergänge und Saugpunkte

Schadbild

Der auffälligste Hinweis für  ein Vorkommen der Minierfliegen sind die Miniergänge in den Blättern. Weitere Hinweise und erste Anzeichen eines Minierfliegen-Befalles sind die hellen (gelblich-weißen) Saug- und  Bohrpunkte auf den Blättern, die mit dem Legebohrer der Weibchen erzeugt werden. Auch das Vorhandensein der Fliegenpuppen außerhalb des Blattgewebes (an der Blattaußenseite oder am/im Boden), ausgenommen Puppen von L. huidobrensis innerhalb des Blattgewebes, sind Merkmale für einen Minierfliegen-Befall.

Durch die Fraßtätigkeit der Larven wird das Blattgrün zwischen Blattoberhaut und -unterhaut zerstört und damit die Photosyntheseleistung der Pflanze eingeschränkt, was sich negativ auf Pflanzenwachstum und -entwicklung auswirkt. Bei starkem Befall kann die gesamte Pflanze absterben, vor allem Jungpflanzen. So haben z.B. in der USA L. trifolii bei Sellerie und L. sativae bei Kartoffeln, Tomaten und Kürbisgewächsen schwere Ertragsausfälle hervorgerufen.

Die Blattschäden (Blattminen, Saug- und Bohrpunkte) beeinträchtigen auch das Aussehen und damit die Qualität (und den Wert) der Pflanzen, insbesondere bei Zierpflanzen.
Bedeutend ist auch die Rolle von L. sativae und L. trifolii als Vektoren von einigen Pflanzenviren, darunter das Selleriemosaik-Potyvirus.

Wirtspflanzen

Generell handelt es sich bei allen 4 Liriomyza-Arten um polyphage Insekten von Zier- und Gemüsepflanzen. Es sind Wirtspflanzen aus 65 verschiedenen Pflanzenfamilien bekannt.

Liriomyza huidobrensis (Blattadern-Minierfliege) ist polyphag, mit Wirtspflanzen aus 14 Pflanzenfamilien, und lebt sowohl auf Blütenpflanzen, Gemüsepflanzen als auch auf Unkräutern.

Liriomyza trifolii (Florida-Minierfliege) ist eine polyphage Minierfliegenart, die auf über 120 Pflanzenarten (25 Pflanzenfamilien) vorkommt, mit Präferenz für Asteraceae (Korbblütler). Zu ihrem Wirtspflanzenspektrum zählen neben den verschiedenen Zierpflanzen, insbesondere Gerbera, auch zahlreiche Gemüsepflanzen.

Liriomyza bryoniae (Tomaten-Minierfliege) ist polyphag und besonders auf Pflanzen aus den Familien Asteraceae (Korbblütler), Brassicaceae (Kreuzblütler), Cucurbitaceae (Kürbisgewächse) oder Solanaceae (Nachtschattengewächse) unter Glas zu finden.

Liriomyza sativae ist eine polyphage Art auf Zierpflanzen und Gemüsekulturen, mit Wirtspflanzen aus 9 Familien, bevorzugt auf Solanaceae (Nachtschattengewächse) und Fabaceae (Schmetterlingsblütler).

Verbreitung und Vorkommen

Liriomyza huidobrensis stammt aus Mittel- und Südamerika und wurde erst Ende der 80-er Jahre nach Europa eingeschleppt (1987 Niederlande). Heute ist sie auch noch in einigen Ländern der EPPO-Region (darunter auch Österreich), in Afrika (Mauritius, Réunion) und in Asien (Zypern, Indien [Uttar Pradesh], Israel, Thailand) zu finden.

Liriomyza trifolii stammt aus Nordamerika und breitete sich 1960 – 1980 auf andere Teile der Welt aus und ist jetzt weltweit vertreten.

Liriomyza bryoniae ist die einzige europäische Art (wahrscheinlich ursprünglich aus Südeuropa), da die anderen 3 Arten ursprünglich aus der Neuen Welt kommen. Jetzt ist sie in vielen Gebieten der EPPO-Region verbreitet, wo es Kulturen unter Glas gibt, und in Asien (Israel, Japan, Taiwan), in Afrika (Ägypten, Marokko) und in der USA (Massachusetts) zu finden.

L. huidobrensis, L. trifolii und L. bryoniae sind als Schutzgebietsquarantäneschädling gelistet (Schutzgebiete Irland und Nordirland).

Liriomyza sativae ist die einzige Art, die noch nicht in der EPPO-Region vorhanden , sonst aber weltweit verbreitet ist. L. sativae ist somit als Unionsquarantäneschädling (UQS) gelistet.

Bekämpfung

Um einen Minierfliegenbefall zu verhindern, können folgende vorbeugende Maßnahmen empfohlen werden:

  • Gründliche Jungpflanzenkontrolle
  • Verhinderung von Zuflug in Glashäuser durch Verschließen der Lüftungsklappen mit Insektennetzen
  • Monitoring und Abfangen mittels Gelbtafeln/-bänder
  • Beachtung der allgemeinen Glashaushygiene


Weiters kann im Anfangsstadium mit dem rechtzeitigen Abpflücken befallener Pflanzenteile eine Massenvermehrung verzögert werden. Diese Pflanzenteile sollten gehäckselt und verdeckt kompostiert werden.

Zwei heimische Nützlinge die Brackwespe Dacnusa sibirica und die Erzwespe Diglyphus isaea können wirkungsvoll gegen Minierfliegen eingesetzt werden. Diese können je nach Befallssituation sowohl vorbeugend regelmäßig in kleineren Mengen alle 2-3 Wochen als auch kurativ mit einer erhöhten Aufwandmenge und mindestens einer Wiederholung innerhalb von 10-14 Tagen ausgebracht werden.
Auch entomopathogene Nematoden der Art Steinernema feltiae können gegen Minierfliegenlarven als Blattapplikation ausgebracht werden.

Eine Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Minierfliegen ist möglich, jedoch erschwert der rasche Generationszyklus und die Tatsache, dass wichtige Entwicklungsstadien gut geschützt sind die Bekämpfung und erfordert mehrere Behandlungen. Über den aktuellen Stand der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung von Minierfliegen informiert das österreichische Pflanzenschutzmittelregister (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel ).

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