Maiszünsler

Ostrinia nubilalis

Warndienst
Zuletzt geändert: 14.04.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Der Maiszünsler ist ein wichtiger Schädling im Feld- bzw. Feldgemüsebau, der insbesondere an Mais, aber auch an Hanf, Hirse, Beifuß oder Paprika leben kann. Ein Befall ist durch Bohrgänge, ausgetretenes Bohrmehl und Fäulnis erkennbar.

Aussehen

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 28-30 mm. Ihre Vorderflügel sind gelblich und weisen mehrere schattenhafte Zackenbinden auf. Männliche Tiere sind dunkler gefärbt als weibliche. 

Die Raupen sind anfangs grau gefärbt und besitzen einen dunklen Kopf. Ältere Raupen sind dunkelbraun bis blassrot mit schwarzem Kopf, bräunlichem Nackenschild und sechs dunkelbraunen Warzen auf jedem Segment - sie werden bis zu 20 mm lang.

Die Eier werden dachziegelartig überlappend in Gruppen von 15 bis 35 Stück abgelegt. Das einzelne Ei ist schildförmig, etwa 1 mm groß und weißlich durchscheinend. Es wird an den Unterseiten höher gelegener Blätter der Wirtspflanzen „angeklebt“

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Maiszünsler-Weibchen
Maiszünsler auf einem Maisblatt
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Eigelege
Nahaufnahme eines Eigeleges auf einem Maisblatt
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Larve
Graue Maiszünslerraupe mit dunklem Kopf

Biologie

Der Maiszünsler ist ein kleiner Schmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae). Seine Flugperiode kann bis Ende August andauern, wobei der Flughöhepunkt im Juli liegt. In Mitteleuropa entwickelt der Maiszünsler meistens nur eine Generation pro Jahr. In einem warmen Jahr läuft die Entwicklung jedoch rascher ab, sodass noch im Sommer die Falter einer zweiten Generation schlüpfen.

Die Maiszünsler sind nachtaktiv und legen ihre Eier nach der Paarung dachziegelartig überlappend in Gruppen von 15 bis 35 Stück ab. Die meisten Eier werden im Juli abgelegt. Etwa eine Woche später schlüpft die Raupe und bohrt sich rasch in Blattadern und Blattachseln ein. Später minieren sie in den Stängeln, häufig in der Basis männlicher Blüten (Fahnen) und in Maiskolben.

Wenn die Raupen ihr Wachstum beendet haben, nagen sie in das Stängelmark der Pflanzen eine kleine Kammer, in der sie den Rest der Saison verbringen und schließlich überwintern. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass die an Beifuß und anderen Wildpflanzen lebenden Tiere einer anderen Spezies angehören, als die an Mais und Paprika lebenden und sich auch in der Zusammensetzung ihrer Pheromone unterscheiden. Mit dem Ansteigen der Temperaturen im Frühjahr häuten sich die Raupen zu dunkelbraunen, etwa 17 mm messenden Mumienpuppen. Etwa 14 Tage später schlüpft ab Anfang Juni der fertig entwickelte Maiszünsler.

Es treten langjährige Gradationszyklen auf, für die parasitischen Sporentierchen aus der Gruppe der Mikrosporidien verantwortlich sein sollen. Man vermutet, dass es sich dabei um Nachzügler der ersten Generation oder um die Tiere einer zweiten Generation handelt. Innerhalb des Maiszünsler-Warndienstes konnte in Österreich allerdings noch nie eine zweite Generation von Maiszünslern beobachtet werden. 

An Paprika sieht die Entwicklung geringfügig anders aus: hier legt der Maiszünsler seine Eier erst ab Anfang August, vorzugsweise in die Nähe junger Früchte. Wahrscheinlich wandern die Tiere von den im Hochsommer immer härter werdenden und schließlich abtrocknenden Maispflanzen zu den noch grünen Paprikakulturen über. Die Raupen bohren sich in den Spalt zwischen Kelch und Frucht in den Paprika ein und fressen dann in den Paprikafrüchten.

Schadsymptome

In Stängeln, Fahnen und Kolben von Maispflanzen sind bis zu 6 mm breite Bohrgänge samt Gespinsten und Kotkrümeln zu finden. Bei starkem Befall brechen oft die Triebspitzen (männliche Blüten, Fahnen) ab. In der Nähe der Stängelknoten werden häufig Bohrgänge mit austretendem Bohrmehl beobachtet. In Paprikafrüchten findet man Bohrmehl und Kotkrümel, die häufig in Fäulnis übergehen.

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Puppe im Stängel
Aufgeschnittener Maisstängel mit einer Puppe
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Fraßschaden an Mais
Larve auf einem Maiskolben mit Fraßschäden
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Fraßschaden an Paprika
Angefressene Paprikafrucht mit Kotresten

Wirtspflanzen

Mais, aber auch Hanf, Hirse, Beifuß oder Paprika

Verbreitung

Der Maiszünsler kommt heute weltweit vor.

Wirtschaftliche Bedeutung

Laut Schätzungen der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) werden von den Raupen des Maiszünslers weltweit etwa 4 % der jährlichen Maisernte vernichtet. 

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Vorbeugende Beseitigung aller Stoppelreste auf dem Acker nach der Ernte bis spätestens Ende März. Maisstoppeln und Maisstroh sollten so tief untergepflügt werden, dass daraus nichts schlüpfen kann. Da die Falter sich durch Flug verbreiten, muss diese Maßnahme zur erfolgreichen Bekämpfung jedoch von allen Landwirten einer Region durchgeführt werden.
  • Spritzbehandlung mit Mitteln gegen Maiszünsler zum Zeitpunkt des maximalen Larvenschlupfes (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel). Dieser liegt etwa in der ersten Julihälfte und wird durch entsprechende Warnmeldungen genauer spezifiziert. Für den Bekämpfungserfolg ist es wichtig, dass die Behandlung erfolgt, solange sich die Raupen noch nicht eingebohrt haben. Dies kann in Zusammenhang mit der überlangen Eiablageperiode zu Problemen führen. Auch Präparate auf der Basis von Bacillus thuringiensis sind wirksam. 
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