Kräuselmilbe

Calepitrimerus vitis

Zuletzt geändert: 29.03.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Die Kräuselmilbe ist ein typischer Schädling der Weinrebe. Schadsymptome entstehen durch die Saugaktivität der Milben und können sich unter anderem als Wachstumsstörungen und Verfärbung der Blätter äußern. Besonders in Junganlagen verursachen Kräuselmilben ohne ausreichenden Raumilbenbesatz starke Schäden.

Aussehen

Wegen ihrer geringen Größe von nur 0,15 mm kann die Kräuselmilbe mit freiem Auge nicht beobachten werden. Mithilfe eines Mikroskops sind der wurmförmige und weichhäutige Körper sowie die zwei Beinpaare in Kopfnähe der erwachsenen Milbe zu erkennen.

Biologie

Die Kräuselmilbe gehört zur Familie der Gallmilben (Eriophyidae). Die erwachsenen Milben überwintern unter den Knospenschuppen und unter der Rinde des älteren Holzes. Im Frühjahr wandern die Wintertiere auf die austreibenden Knospen und die Unterseite der jungen Blätter, wo sie runde Eier von 0,03 mm Größe ablegen.

Aus den geschlüpften Larven entwickeln sich Nymphen und daraus die Sommerweibchen und Männchen. Diese sehen sich sehr ähnlich und unterscheiden sich nur in der Körpergröße. Während der Saison besiedeln die aktiven Kräuselmilben bevorzugt die Blattunterseite. Bei starkem Befall kommen sie aber auch auf der Blattoberseite, sowie auf den Gescheinen und Trauben vor. Im Verlaufe des Jahres treten mehrere Generationen auf.

Im Spätsommer suchen die dann entstehenden Winterweibchen die Überwinterungsplätze auf. Die Sommerformen hingegen fallen mit dem Laub ab und überstehen den Winter nicht.

Schadsymptome

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Schadbild der Kräuselmilbe an der Weinrebe
Schadbild der Kräuselmilbe, Abbildung zeigt den weißen Körper einer Kräuselmilbe sowie gekräuselte Blätter und verkürzte Internodien

Im Frühjahr treiben die Triebe verzögert und nur kümmerlich aus. Verkürzte Internodien, sowie gestauchter, besenartiger Wuchs sind auffallend ebenso wie kleine, oft löffelförmig gewölbte und gekräuselte Blätter. Später im Jahr zerreißen die Blätter und man erkennt sternförmige, gelblich durchscheinende Stiche, die sich zunehmend rostbraun verfärben.

Wirtspflanzen

Die Kräuselmilbe kann massenhaft an der Weinrebe (Vitis vinifera) auftreten und zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten führen.

Verbreitung

Kräuselmilben treten nicht nur im gesamten europäischen Weinbaugebiet, sondern weltweit in vielen Rebflächen auf.

Ausbreitung und Übertragung

Die Ausbreitung der Kräuselmilben erfolgt über befallenes Schnittholz und Pfropfreben, durch Verwehen von besiedelten Blättern während der Saison, durch Anhaften an der Kleidung und Werkzeug bei der Laubarbeit.

Wirtschaftliche Bedeutung

Besonders in Junganlagen kann ein Befall durch die Kräuselmilbe zu starken Schäden führen. Durch die Saugtätigkeit der Kräuselmilben wird das Wachstum der Reben gestört, sodass Geiztriebe verstärkt austreiben. 

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zur Vorbeugung eines Kräuselmilbenbefalls, sollten Raubmilben gefördert und raubmilbenschonende Pflanzenschutzmittel verwendet werden.
  • Gegebenenfalls sollte eine Raubmilbenansiedlung (zB. Typhlodromus pyri) durchgeführt werden. Bereits im Winter Filzstreifen mit Typhlodromus pyri ausbringen, sodass diese bei den ersten steigenden Temperaturen aktiv werden können.
  • Austriebsspritzung: Eine frühe Ausbringung an einem warmen Tag ist für eine erfolgreiche Bekämpfung der Kräuselmilben sehr wichtig. Je später die Behandlung erfolgt, umso geringer wird der Erfolg sein (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel).
  • Die Stockwaschung mit „Netzschwefel“ ab dem Knospenaufbruch durchführen.
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