Knoblauchgallmilbe

Aceria tulipae

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Zuletzt geändert: 26.11.2020
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Tierseuchenkategorien:

Knoblauchmilbe in einer Rasterelektronenmikroskopischen Aufnahme.
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Knoblauchmilbe in einer Rasterelektronenmikroskopischen Aufnahme.

Die Knoblauchgallmilbe - auch Tulpengallmilbe genannt - gehört zu den Gall- oder Kräuselmilben (Eriophyidae), einer Familie innerhalb der großen Gruppe der Milben. Trotz ihres Namens erzeugt diese Art jedoch keine Gallen.

Die erwachsenen Tiere besitzen 2 Beinpaare am Vorderkörper, während der rückwärtige Körperteil walzenförmige Gestalt aufweist und eine äußerliche Ringelung zeigt. Am Körperende sind 2 längere auffällige Borsten sichtbar. Da diese Milben sehr hell gefärbt und nur 0,3 mm lang sind, sind sie mit freiem Auge nicht sichtbar.

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Knoblauchmilbe in einer Rasterelektronenmikroskopischen Aufnahme.
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Knoblauchmilbe in einer Rasterelektronenmikroskopischen Aufnahme.

Die Knoblauchgallmilbe - auch Tulpengallmilbe genannt - gehört zu den Gall- oder Kräuselmilben (Eriophyidae), einer Familie innerhalb der großen Gruppe der Milben. Trotz ihres Namens erzeugt diese Art jedoch keine Gallen.

Die erwachsenen Tiere besitzen 2 Beinpaare am Vorderkörper, während der rückwärtige Körperteil walzenförmige Gestalt aufweist und eine äußerliche Ringelung zeigt. Am Körperende sind 2 längere auffällige Borsten sichtbar. Da diese Milben sehr hell gefärbt und nur 0,3 mm lang sind, sind sie mit freiem Auge nicht sichtbar.

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Biologie

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Stereomikroskopische Aufnahme einer Knoblauchgallmilbe (ca. 0,3 mm lang)
Stereomikroskopische Aufnahme einer Knoblauchgallmilbe (ca. 0,3 mm lang)

Knoblauchgallmilben können sich bei einer Temperatur von 25°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80-95% optimal entwickeln. Jedes Weibchen legt etwa 25 Eier ab, aus denen nach kurzer Zeit Larven schlüpfen. Die Inkubationszeit bei 25°C beträgt 2 Tage, bei 2°C etwa ein Monat. Die Milben durchlaufen in ihrer Entwicklung 2 Larvenstadien. Zur Nahrungsaufnahme stechen sie mit ihren sehr kurzen zangenartigen Mundwerkzeugen das Gewebe oberflächlich an. Nur bei sehr starkem Befall sind Schadsymptome an den Blättern zu sehen, welche sich leicht eindrehen und bei der Entfaltung aneinander haften bleiben. Die Milben halten sich hauptsächlich in den Mittelrippen, noch unentfalteter, junger Blätter auf.

Die Milben halten sich häufig auch in Blütenständen auf, von denen sie dann sehr leicht in Brutzwiebeln überwandern können. In der Folge bleiben stark befallene Luftzwiebeln im Wachstum zurück, sodass Luftzwiebeln sehr unterschiedlich groß werden.

Beim Einziehen des Knoblauchs setzen sie sich sowohl an Luftzwiebeln aber auch den „Bodenzehen“ fest, wo sie zwischen der Knoblauchzehe und dem sie umgebenden Hüllblatt sehr gut geschützt sind. Bei ausreichender Temperatur können sie sich hier gut vermehren, häufig finden sie sich dann in dem kleinen Grübchen unterhalb der Zehenspitze. Geringer Befall ist praktisch nicht zu erkennen, sodass es leicht vorkommen kann, dass zur Ernte geringfügig befallene Zehen eingelagert werden. Bei zu warmer Lagerung (Sommertemperaturen, nicht gekühlt) vermehren sich die Milben jedoch rasch, sodass die Zehen infolge von Einstichen leicht austrocknen.

An stark befallenen Blütenständen im Freiland wurden Blumenwanzen (Orius-Arten) sowie Raubmilben aus der Familie Tydeidae als natürliche Feinde gefunden.

Symptome

Während der Vegetationsperiode leben die Milben an grünen Pflanzenteilen von Knoblauch u.a. Liliengewächsen.
Sie bevorzugen junges Gewebe, insbesondere Spalträume noch nicht entfalteter Blätter und Blütenstände. Jedes Weibchen legt etwa 25 Eier ab, aus denen nach kurzer Zeit Larven schlüpfen.

Durch ihre Saugtätigkeiten kommt es zu Vergilbungen und Verdrehungen der Blätter. Jüngere Blätter bleiben aufgrund mangelnder Entfaltung älterer Blätter stecken.

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Symptom der Blattverdrehung und mangelnde Blattentfaltung bei Befall durch die Knoblauchgallmilbe
Symptom der Blattverdrehung und mangelnde Blattentfaltung bei Befall durch die Knoblauchgallmilbe

Stark befallene Knoblauchzehen am Lager erkennt man daran, dass sie infolge der Austrocknung ganz leicht werden. Sie lassen sich leicht zusammendrücken und weisen im geschälten Zustand eine gelblich-braune Färbung auf.

Wirtspflanzen

Die Knoblauchgallmilbe befällt Knoblauch und weitere Liliengewächse, wie Tulpen. Die Erwähnung ihres Vorkommens an Getreide in Zusammenhang mit dem Strichelvirus beruht hingegen auf einer Fehlbestimmung.

Verbreitung

Die Knoblauchmilbe kommt in Europa und Nordamerika in warmen Gegenden vor und wird beim Anbau von Knoblauch mit befallenem Saatgut eingeschleppt. Wahrscheinlich können sie bei uns im Freiland überwintern - jedenfalls hielten die Tiere im Laborversuch große Kälte von -24°C gut aus.

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Eintrocknende Knoblauchzehen als Schadbild
Eintrocknende Knoblauchzehen als Folge eines Befalls durch die Knoblauchgallmilbe: die Zehen schrumpfen langsam ein und werden gelblich - ihre Oberflächen sind von feinem Staub (Milben) bedeckt.
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Verfärbung der Knoblauchzehe
Verfärbung der Knoblauchzehe
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Massenhaftes Auftreten der Knoblauchgallmilbe
Massenhaftes Auftreten der Knoblauchgallmilbe

Bekämpfung

Die Knoblauchgallmilbe verhält sich auf dem Lager wie ein Vorratsschädling. Der Befall geht von geringfügig befallenen Knoblauchzehen oder Luftzwiebeln aus und wird sehr leicht übersehen.

  • Die wichtigste Maßnahme, um Milbenschäden zu vermeiden, besteht darin, nur gesundes Pflanzgut auszusetzen. Keinesfalls darf ungeprüfte Konsumware verwendet werden, da diese mitunter befallen ist.
  • Bei Eigenvermehrung über Luftzwiebeln sollten die Blütenstände nicht bis zum Öffnen des Tragblattes an der Pflanze belassen werden, da die Milben leicht in Blüten und damit auf Luftzwiebeln überwandern können.
  • Das Erntegut ist kühl und trocken zu halten, damit sich eventuell vorhandene Milben nicht vermehren können. Die einzelnen Knoblauchpartien sollten in gewissem Abstand voneinander gelagert werden, damit keine Überwanderung von befallenen zu gesunden Zehen stattfinden kann.
  • Als chemische Bekämpfungsmethode werden in der Literatur die Behandlung mit Schwefelstaub auf dem Lager und die Begasung des Erntegutes in dicht schließenden Räumen durch konzessionierte Firmen erwähnt.

In Österreich wurden in den vergangenen Jahren auf der Warndienst-Homepage der Landwirtschaftskammer Warndienst-Kurztexte über das Auftreten der Knoblauchgallmilbe und deren verursachten Schäden inkl. Bildmaterial saisonal aktualisiert, um die Aufmerksamkeit der Knoblauchproduzenten für diesen bedeutsamen Knoblauchschädling zu erhöhen.

Damit Knoblauchproduzenten auch zukünftig auf die Gesundheit des Pflanzgutes vertrauen können, sind Knoblauchpflanzgutuntersuchungen unabdingbar, um eine Befallsfreiheit von Knoblauchgallmilben im Laufe der gesamten Vegetationsperiode bis zur Lagerung gewährleisten zu können.

An der Abteilung für Nachhaltigen Ackerbau der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit besteht die Möglichkeit Ernte- bzw. Pflanzgut auf Knoblauchgallmilben untersuchen zu lassen.

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