Diaporthe phaseolorum an Sojabohnen

Diaporthe phaseolorum, Phomopsis spp.

Zuletzt geändert: 15.10.2020
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Tierseuchenkategorien:

Diaporthe phaseolorum ist einer der wichtigsten samenbürtigen Krankheiten der Sojabohne. Ein starker Befall kann zu Ertragseinbußen bis zu 100% und einer 90%igen Reduktion der Keimfähigkeit führen.

Schadorganismus

Diaporthe phaseolorum gehört zur Gruppe der Schlauchpilze (Ascomycota). Der Pilz überwintert sowohl auf Samen als auch auf Pflanzenrückständen und ist somit samen- und bodenbürtig. Im Frühling bildet Diaporthe Perithezien und Pyknidien (sexuelle/ asexuelle Fruchtkörper) auf Pflanzenrückständen. Die darin enthaltenen Sporen gelangen mittels Regentropfen auf die Pflanzen, weshalb eine Infektion häufig im unteren Drittel der Sojapflanzen zu finden ist. Beste Bedingungen für eine Infektion sind hohe Niederschläge, warme Temperaturen und eine hohe relative Luftfeuchtigkeit wenn die Samen abreifen. Ein Befall wird außerdem durch eine späte Ernte unter feucht-warmen Bedingungen gefördert. Bisher gibt es vier bekannte Erreger die dem Diaporthe Komplex zugeordnet werden: Diaporthe phaseolorum var. sojae (Hülsen- und Stängelfäule), Phomopsis longicolla (Samenfäule), Diaporthe phaseolorum var. caulivora (Nördlicher Stängelkrebs) und Diaporthe phaseolorum var. meridionalis (Südlicher Stängelkrebs).

Symptome

Die unterschiedlichen Erreger weisen unterschiedliche Symptome auf.

Eine Infektion mit Diaporthe phaseolorum var. sojae wird nur auf abgestorbenem Pflanzenmaterial sichtbar. Diese äußert sich in schwarzen punktförmigen Fruchtkörpern welche auf Stängeln und Hülsen sichtbar werden.

Von Phomopsis longicolla sind keine Infektionsmerkale auf der Sojapflanze bekannt. Stark infizierte Samen sind schrumpelig, kreidig weiß und können Risse aufweisen. Jedoch zeigen nicht alle infizierten Samen diese Symtome.

Diaporthe phaseolorum var. caulivora und Diaporthe phaseolorum var. meridionalis führen zu braunen, eingesunkenen Läsionen nahe dem Blattnodium (Krebsstelle). Der Unterschied zwischen den beiden Erregern ist, dass die Läsion von D. phaseolorum var. caulivora den Stängel komplett umschließt. Außerdem können infizierte Pflanzen Chlorosen und Nekrosen zwischen den Blattadern aufweisen.

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Eine Petrischale mit zehn Sojabohnen Samen, wobei drei Samen deutlich mit dem weißen Myzel der Diaporthe überwachsen sind. Dieses Myzel hat sich fast in der ganzen Petrischale ausgebreitet.
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Schwarze Läsionen von Diaporthe spp. auf einem abgereiften Stängel.
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Läsionen und Pyknidien von Diaporthe spp. auf einer abgereiften Sojabohnenhülse.

Verbreitung und Wirtspflanzen

Diaporthe phaseolorum wurde erstmals 1882 von Cooke und Ellis beschrieben und ist heute bereits weltweit verbreitet. Diaporthe phaseolorum kommt vor allem an der Sojabohne vor.

Der Pilz befällt aber durchaus auch andere Pflanzenarten wie z.B. Knoblauch, Gartenbohne, Lupine, Buschklee, Zwiebel, Erdnuss, Tomate, etc.

Vorbeugung und Bekämpfung

Um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten sollte gesundes, hochwertiges Saatgut verwendet werden. Eine abwechselnde Fruchtfolge mit Mais und anderen Nicht-Leguminosen ist ratsam. Pflanzenrückstände sollten in den Boden eingearbeitet werden. Sojabohnen sollten sofort geerntet werden wenn sie reif sind, am besten bei trockenen Bedingungen.

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