Diaporthe phaseolorum an Sojabohnen

Diaporthe phaseolorum, Phomopsis spp.

Zuletzt geändert: 31.05.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Diaporthe phaseolorum wird durch einen Pilz verursacht und weist unterschiedliche Symptome auf. Starker Befall führt zu erheblichen Ertragseinbußen und einer Reduktion der Keimfähigkeit von Samen.

Biologie

Diaporthe phaseolorum gehört zur Gruppe der Schlauchpilze (Ascomycota). 

Der Pilz überwintert sowohl auf Samen als auch auf Pflanzenrückständen. Im Frühling bildet er Fruchtkörper (Perithezien und Pyknidien) auf Pflanzenrückständen. Die darin enthaltenen Sporen gelangen mittels Regentropfen auf die Pflanzen. 

Bisher gibt es vier bekannte Erreger die dem Diaporthe-Komplex zugeordnet werden: 

  • Diaporthe phaseolorum var. sojae (Hülsen- und Stängelfäule)
  • Phomopsis longicolla (Samenfäule)
  • Diaporthe phaseolorum var. caulivora (Nördlicher Stängelkrebs) 
  • Diaporthe phaseolorum var. meridionalis (Südlicher Stängelkrebs)

Schadsymptome

Die unterschiedlichen Erreger weisen unterschiedliche Symptome auf.

Eine Infektion mit Diaporthe phaseolorum var. sojae wird nur auf abgestorbenem Pflanzenmaterial sichtbar. Diese äußert sich in schwarzen punktförmigen Fruchtkörpern welche auf Stängeln und Hülsen sichtbar werden.

Von Phomopsis longicolla sind keine Infektionsmerkmale auf der Sojapflanze bekannt. Stark infizierte Samen sind schrumpelig, kreidig weiß und können Risse aufweisen. Jedoch zeigen nicht alle infizierten Samen diese Symptome.

Diaporthe phaseolorum var. caulivora und Diaporthe phaseolorum var. meridionalis führen zu braunen, eingesunkenen Läsionen nahe dem Blattknoten. Infizierte Pflanzen können gelbliche Verfärbungen (Chlorosen) und abgestorbene Bereiche (Nekrosen) zwischen den Blattadern aufweisen. Der Unterschied zwischen den beiden Erregern ist, dass die Läsion von D. phaseolorum var. caulivora den Stängel komplett umschließt. 

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Schwarze Läsionen von Diaporthe spp. auf einem abgereiften Stängel
Abgereifte, trockene Sojapflanze mit schwarzen Flecken am Stängel
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Läsionen und Fruchtkörper von Diaporthe spp. auf einer abgereiften Sojabohnenhülse
Abgereifte, trockene Sojabohnenhülse mit dunklen Läsionen und Fruchtkörpern

Wirtspflanzen

Diaporthe phaseolorum kommt vor allem an der Sojabohne vor.

Der Pilz befällt aber auch andere Pflanzenarten wie z.B. Knoblauch, Gartenbohne, Lupine, Buschklee, Zwiebel, Erdnuss, Tomate, etc.

Verbreitung

Diaporthe phaseolorum ist weltweit verbreitet.

Ausbreitung und Übertragung

Der Pilz überwintert sowohl auf Samen als auch auf Pflanzenrückständen und ist somit samen- und bodenbürtig. Die im Samen enthaltenen Sporen gelangen mittels Regentropfen auf die Pflanzen, weshalb eine Infektion häufig im unteren Drittel der Sojapflanzen zu finden ist. Beste Bedingungen für eine Infektion sind hohe Niederschläge, warme Temperaturen und eine hohe relative Luftfeuchtigkeit, wenn die Samen abreifen. Ein Befall wird außerdem durch eine späte Ernte unter feucht-warmen Bedingungen gefördert.

Wirtschaftliche Bedeutung

Diaporthe phaseolorum ist einer der wichtigsten über den Samen übertragbaren Krankheiten der Sojabohne. Ein starker Befall kann zu Ertragseinbußen bis zu 100 % und einer 90%igen Reduktion der Keimfähigkeit der Samen führen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten sollte gesundes, hochwertiges Saatgut verwendet werden. 
  • Eine abwechselnde Fruchtfolge mit Mais und anderen Nicht-Leguminosen ist ratsam. 
  • Pflanzenrückstände sollten in den Boden eingearbeitet werden. 
  • Sojabohnen sollten sofort geerntet werden wenn sie reif sind, am besten bei trockenen Bedingungen.
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