Bakterienbrand der Bohnen

Xanthomonas axonopodis pv. phaseoli

Zuletzt geändert: 24.07.2019
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Der Bakterienbrand der Bohnen, der Blätter und Hülsen befällt, stellt in den meisten Bohnen produzierenden Regionen weltweit ein größeres Problem dar.

Xanthomonas axonopodis pv. phaseoli ist an Samen von Phaseolus (Bohnen) gemäß EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäneschadorganismus gelistet und unterliegt dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten.

Der Bakterienbrand der Bohnen, der Blätter und Hülsen befällt, stellt in den meisten Bohnen produzierenden Regionen weltweit ein größeres Problem dar.

Xanthomonas axonopodis pv. phaseoli ist an Samen von Phaseolus (Bohnen) gemäß EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäneschadorganismus gelistet und unterliegt dadurch gesetzlichen Regelungen zur Verhinderung der Einschleppung und Ausbreitung in die bzw. in den Mitgliedsstaaten.

Schadorganismus

Xanthomonas axonopodis pv. phaseoli ist ein bewegliches, aerobes, gram-negatives Bakterium, das 0,4-0,9 x 0,6-2,6 µm groß ist und an einem Ende eine Geißel zur Fortbewegung besitzt.
Die Bakterien dringen in die Blätter über die Stomata oder Wunden ein. Sie besiedeln die Interzellularräume und lösen schließlich teilweise die Mittellamellen der Zellwände ihrer Wirtspflanze auf. In die Stängel dringen die Bakterien über die Stomata des Hypokotyls oder Epikotyls ein sowie über das Gefäßsystem der Blätter, oder über infizierte Keimblätter. Samen werden über das Gefäßsystem des Blütenstiels und dem Funiculus befallen.

Die Bakterien überdauern in der Samenschale. Beim Keimen wandern sie in die Keimblätter, und infizieren damit die heranwachsende Pflanze. Auf befallenem Pflanzenmaterial im Boden können die Erreger überdauern. Im Pflanzenbestand werden die Bakterien durch Regentropfen, Wassertropfen der Beregnungsanlagen und Insekten verbreitet.Die Bakterien können unter der Samenschale bis zu mehrere Jahre überdauern. Für die Übertragung der Krankheit hat daher auch die Samenübertragung die größte Bedeutung. Befallene Samen laufen schlecht und oft auch gar nicht auf.

Symptome

Bevorzugt auf den älteren Blättern entstehen zunächst kleine, hellgrüne Flecken, die sich bei feuchtwarmer Witterung schnell vergrößern, bis zu 2 cm und manchmal auch mehr. Diese Flecken werden schließlich braun. Sie sind von keinem oder nur einem sehr schmalen, hellen. Hof umgeben. Fließen mehrere Flecken zusammen, das Blatt stirbt dabei jedoch nicht ab, sieht das Blatt wie verbrannt aus. Diese Krankheit hat daher auch den Namen Bohnenbrand erhalten.
Auf den Stängeln bilden sich rötliche Längsstreifen, oft finden sich auch ringförmige Befallstellen an den Stängelknoten. Dort knickt der Stängel dann meist ab.

Die Symptome auf den Hülsen sind kleinere bis größere, etwas eingesunkene, dunkelbraune oder mehrfarbig getönte Flecken. Die Flecken auf den Hülsen sind von einem rotbraunen bis ziegelroten Gewebe umgeben. Die Flecken trocknen schließlich ein. Bei feuchtem Wetter ist an den Befallsstellen (Blätter, Stängel und Hülsen) ein Bakterienschleim zu sehen, der im Gegensatz zum Bakterienschleim der Fettfleckenkrankheit (dort ist er weiß) deutlich gelb gefärbt ist.
In befallenen Hülsen kommen keine Samen zur Ausbildung bzw. sind sie stark geschrumpft und runzelig. Schwach infizierte Samen zeigen keine Symptome mit Ausnahme hellsamiger Sorten, bei denen eine gelbliche Verfärbung auf einen Befall schließen lässt.

Die Symptome ähneln manchmal denen der Fettfleckenkrankheit (Pseudomonas syringae pv. phaseolicola), so dass Verwechslungen nicht ausgeschlossen werden können. Ein sicherer Nachweis kann mittels eines ELISA-Tests durchgeführt werden.
Ein stärkerer Befall ist bei kürzeren Tageslängen zu beobachten. Unter anhaltenden Regenfällen, hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 25 und 30 °C kann sich die Krankheit optimal entwickeln.

Verbreitung und deren Wirtspflanzen

Das Bakterium kommt weltweit vor.

Der Hauptwirt ist Phaseolus vulgaris, aber auch andere Leguminosen können befallen werden, so z. B. Phaseolus lunatus, Vigna aconitifolia und V. radiata. Lablab purpureus und Mucuna deeringiana sind möglicherweise natürliche Wirtspflanzen. Phaseolus coccineus, P. acutifolius und Lupinus polyphyllos können nur auf künstlichem Weg infiziert werden. Berichte über einen Befall an Sojabohnen sind jedoch Xanthomonas axonopodis pv. glycines und jene an Ackerbohnen X. axonopodis pv. vignicola zuzuordnen. In Europa ist nur Phaseolus vulgaris die signifikante Wirtspflanze.

Vorbeugung und Bekämpfung

Bohnensorten zeigen eine unterschiedliche Sortenanfälligkeit gegenüber Xanthomonas axonopodis pv. phaseoli. Verdächtige und sie umgebende Pflanzen aus den Beständen nehmen und schadlos vernichten. Bestände nicht unnötig durchfahren oder bearbeiten. Flächen, auf denen ein Befall festgestellt wurde, erst wieder nach 3 Jahren mit Bohnen bestellen. Ein Fruchtwechsel, z. B. Mais nach Bohne erbrachte in Versuchen eine Befallsreduktion um 85 %.

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Blattbfall
Blattbefall des Bakterienbrand an Buschbohneblättern (Xanthomonas campestris 
 pv phaseoli)
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Hülsenbefall
Hülsenbefall des Bakterienbrand an Buschbohnen (Xanthomonas campestris 
 pv. phaseoli)
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