Apfelmehltau

Podosphaera leucotricha

Zuletzt geändert: 23.08.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Der Apfelmehltau wird durch einen Pilz verursacht und verursacht auf Apfelbäumen einen puderartigen weißen Belag auf Blättern, Trieben und Blüten. Dadurch kommt es zu einer Reduzierung des Triebwachstums und des Fruchtansatzes.

Biologie

Der Erreger überwintert in den Knospen, vor allem in den Terminalknospen. Mit dem Austrieb im Frühjahr wächst der Pilz aus den Knospen heraus und befällt neu gebildete Blätter, Sprosse und Blütenorgane. Er setzt sich an der Oberfläche fest und bildet zur Nährstoffaufnahme kurze Saugfortsätze, die in das Gewebeinnere der Wirtspflanze reichen. Bereits nach kurzer Zeit ist an den Befallsstellen Mehltaubelag aus Sporen sichtbar. Sie dienen der weiteren Verbreitung innerhalb der Baumkrone. Ab Mai bis Juni erfolgt die Besiedelung der neuen Knospen, dem Winterquartier des Pilzes.

Schadsymptome

Junge Blätter, Triebspitzen und Blüten sind von einem puderartigen weißen Pilzbelag überzogen. Befallene Blüten öffnen gar nicht oder einige Tage später als gesunde Blüten. Die Blätter sind entweder vollständig vom Pilzmyzel überzogen oder es treten nur einzelne Flecken an den Blattunterseiten auf. In weiterer Folge vertrocknen die Blätter und fallen ab. Im fortgeschrittenen Stadium können die Triebe bis auf einen kleinen Blattschopf ganz verkahlen. Starker Befall führt zu netzförmigen Berostungen an den Früchten. Äpfel können durch den Mehltaubefall klein bleiben.

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Austriebe mit Apfelmehltau
Austriebe mit Apfelmehltaubelag
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Apfelblüten mit Mehltaubefall (gesunde Blüte in der Mitte zum Vergleich)
Apfelblüten mit Mehltaubefall im Vergleich zu einer gesunden Blüte
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Schadbild
Aquarell des Schadbilds von Apfelmehltau an Blüten, Trieben und Blättern

Wirtspflanzen

Apfel und Birne

Verbreitung

Apfelmehltau tritt weltweit in allen Regionen, in denen Äpfel produziert werden, auf.

Ausbreitung und Übertragung

Die Konidien des Pilzes werden durch Wind verbreitet. Für die Keimung auf dem Pflanzengewebe ist kein freies Wasser notwendig.

Wirtschaftliche Bedeutung

In trockenwarmen Gebieten sind anfällige Sorten wegen der Reduzierung des Triebwachstums und des Fruchtansatzes stark gefährdet.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Zu üppiges Triebwachstum sollte vermieden werden.
  • Die Sortenwahl entscheidet wesentlich über das Krankheitsauftreten. Im kommerziellen Anbau müssen resistente Sorten nur bei extrem hohem Befall behandelt werden, bei wenig anfälligen Sorten kann die Anzahl der Behandlungen mit Pflanzenschutzmitteln reduziert werden. Besonders anfällige Sorten sind z. B. Jonathan, Idared, McIntosh, Gravensteiner, Klarapfel, Cox's Orange, Elstar, Jonagold und Boskoop.
  • Beim Winterschnitt sollten infizierte Triebe entfernt werden.
  • Das Entfernen befallener Triebe (Mehltauschnitt) ist aber auch im Frühjahr/Frühsommer eine wirksame Maßnahme zur Reduzierung des Befalls.
  • Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) beginnt mit der Blüte und wird bis zum Ende des Triebwachstums fortgesetzt.
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