Apfelblütenstecher

Anthonomus pomorum

Warndienst
Zuletzt geändert: 16.05.2018
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Der Apfelblütenstecher (Anthonomus pomorum) tritt ab dem Knospenschwellen, besonders in Waldnähe, auf und kann an Apfelbäumen großen Schaden anrichten. Wenn für den Käfer günstige Umweltbedingungen vorliegen (Jahre mit kaltem, die Vegetation hemmendes Frühlingswetter), kann ein Großteil des Blütenansatzes dem Schädling zum Opfer fallen.

Der Apfelblütenstecher (Anthonomus pomorum) tritt ab dem Knospenschwellen, besonders in Waldnähe, auf und kann an Apfelbäumen großen Schaden anrichten. Wenn für den Käfer günstige Umweltbedingungen vorliegen (Jahre mit kaltem, die Vegetation hemmendes Frühlingswetter), kann ein Großteil des Blütenansatzes dem Schädling zum Opfer fallen.

Schadorganismus

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Apfelblütenstecher (Käfer, Larve; Puppe) und Schadbild
Apfelblütenstecher (Käfer, Larve; Puppe) und Schadbild

Der Apfelblütenstecher gehört zu den Rüsselkäfern (Curculionidae) und ist etwa 4 mm lang und 2 mm breit. Er ist hellgrau gefärbt und hat auf den Flügeldecken eine helle Querbinde, die nach vorne einen offenen Winkel bildet. Der Käfer überwintert unter Borken und anderen Baumverstecken, auch an Waldbäumen und im Erdboden. An sonnigen Märztagen fliegt er in die Obstanlagen auf die Apfelbäume und führt dort zunächst einen Reifungsfraß durch. Dazu werden die schwellenden Knospen angebohrt und der aus der Wunde fließende Saft wird aufgenommen. Gegen Ende März sind die Schäden durch den Reifungsfraß der Käfer besonders groß, vor allem bei geringem Blütenansatz: 10 bis 15 Fraßstellen pro 100 Blütenknospen (Feststellung durch visuelle Kontrolle). Nach erfolgter Paarung frisst das Weibchen die noch fest geschlossenen Blütenknospen an und legt ein Ei hinein. Wenige Tage später schlüpft eine Larve und ernährt sich von den inneren Blütenorganen und den Innenseiten der Kronenblätter, sodass sich die Blüte nicht mehr öffnen kann. Nach einer drei- bis vierwöchigen Fraßtätigkeit der Larven erfolgt die Verwandlung in eine Puppe; nach kurzer Puppenruhe verlässt der Jungkäfer dann die zerstörte Blüte. Der Käfer skelettiert die Blätter meist von der Unterseite her, ohne viel Schaden anzurichten, aber einzelne Früchte werden durch später vernarbenden Punktfraß geschädigt. Ab August sucht der Rüsselkäfer das Winterversteck auf.

Der Apfelblütenstecher bildet eine Generation pro Jahr aus.

Symptome

Durch den Reifungsfraß der Käfer (ca. Mitte März) sind kleine Löcher an den Knospen zu sehen. Gegen Ende der Apfelblüte sind die befallenen Blütenknospen nicht geöffnet, sondern kuppelförmig geschlossen. Die Blütenblätter sind rotbraun verfärbt, sehen wie verbrannt aus und vertrocknen schließlich. Das Blüteninnere ist ausgefressen, Staubbeutel und Stempel fehlen. In den geschädigten Blüten findet man meist eine gelblich weiße, leicht gekrümmte, beinlose, 6 mm lange Larve, später eine gelbliche Puppe.

Wirtspflanzen

An Apfelbäumen, seltener auch an Birnbäumen.

Verbreitung

Der Apfelblütenstecher tritt weltweit an seinen Wirtspflanzen auf.

Bekämpfung

Behandlungen vor der Blüte (Knospenaufbruch bis Grünknospenstadium) mit einem für diesen Zweck registrierten Insektizid (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) durchführen. Durch Beobachtung des Käferauftretens (Reifungsfraß, Abklopfen der Käfer auf eine helle Unterlage oder in einen Sammeltrichter) kann man die Notwendigkeit und den Zeitpunkt der Behandlung bestimmen. In Jahren mit einer witterungsbedingt lang dauernden Austriebsphase kann eine Wiederholung der Behandlung nötig sein.


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