Apfelblütenstecher

Anthonomus pomorum

Warndienst
Zuletzt geändert: 08.07.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Der Apfelblütenstecher ist ein Käfer, der im Frühling an Apfelbäumen großen Schaden anrichten kann - durch den Reifungsfraß der Käfer an den Blütenknospen und der Larven an den inneren Blütenorganen.

Aussehen

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Apfelblütenstecher (Käfer, Larve, Puppe) und Schadbild
Zeichnung des Apfelblütenstechers und des Schadbilds

Der Apfelblütenstecher gehört zu den Rüsselkäfern (Curculionidae) und ist etwa 4 mm lang und 2 mm breit. Er ist schwarzbraun gefärbt und hat auf den Flügeldecken eine helle V-förmige Querbinde.

Die Larven sind gelblich-weiß gefärbt, leicht gekrümmt, beinlos und werden bis zu 6 mm groß.

Biologie

Der Apfelblütenstecher überwintert als adulter Käfer unter Borken und anderen Baumverstecken, oder an Waldbäumen und im Erdboden. An sonnigen Märztagen fliegt er zu den Apfelbäumen und führt dort zunächst einen Reifungsfraß durch. Dazu werden die schwellenden Knospen angebohrt und der aus der Wunde fließende Saft wird aufgenommen. Nach erfolgter Paarung frisst das Weibchen die noch fest geschlossenen Blütenknospen an und legt ein Ei hinein. Wenige Tage später schlüpft eine Larve und ernährt sich von den inneren Blütenorganen und den Innenseiten der Kronenblätter, sodass sich die Blüte nicht mehr öffnen kann. Nach einer drei- bis vierwöchigen Fraßtätigkeit der Larven erfolgt die Verwandlung in eine Puppe innerhalb der Knospe. Nach kurzer Puppenruhe verlassen die Jungkäfer dann die zerstörte Blüte. Danach fressen sie noch ca. zwei bis drei Wochen an der Unterseite von Blättern, bis sie ab August/September das Winterversteck aufsuchen. Der Apfelblütenstecher bildet eine Generation pro Jahr aus.

Schadsymptome

Ab Mitte März sind kleine Löcher an den Knospen zu sehen, die durch den Reifungsfraß der Käfer verursacht werden und gegen Ende März sind die Schäden besonders groß. Gegen Ende der Apfelblüte sind die befallenen Blütenknospen nicht geöffnet, sondern kuppelförmig geschlossen. Die Blütenblätter sind rotbraun verfärbt, sehen wie verbrannt aus und vertrocknen schließlich. Das Blüteninnere ist ausgefressen, Staubbeutel und Stempel fehlen. In den geschädigten Blüten findet man meist die gelblich-weiße, beinlose Larve, später eine gelbliche Puppe.

Wirtspflanzen

Apfelbäume, seltener auch Birnenbäume

Verbreitung

Der Apfelblütenstecher tritt weltweit auf.

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Apfelblütenstecher tritt ab dem Knospenschwellen, besonders in Waldnähe, auf und kann an Apfelbäumen großen Schaden anrichten. Wenn für den Käfer günstige Umweltbedingungen vorliegen (Jahre mit kaltem, die Vegetation hemmendes Frühlingswetter), kann ein Großteil des Blütenansatzes dem Schädling zum Opfer fallen. Gegen Ende März sind die Schäden durch den Reifungsfraß der Käfer besonders groß, vor allem bei geringem Blütenansatz. Schadschwelle: 10 bis 15 Fraßstellen pro 100 Blütenknospen (Feststellung durch visuelle Kontrolle).

Vorbeugung und Bekämpfung

Obstanlagen in Waldnähe sind besonders gefährdet. Durch visuelle Kontrollen, wie z.B. Beobachtung von Fraßspuren an den Blütenknospen und Klopfproben (Abklopfen der Äste auf eine helle Unterlage oder in einen Sammeltrichter), kann man das Auftreten der Käfer und damit die Notwendigkeit und den Zeitpunkt einer allfälligen Behandlung bestimmen. Normalerweise sollte bei gutem Blütenansatz kein größerer Schaden entstehen und daher der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht notwendig sein; falls doch, dann sind Behandlungen noch vor der Blüte (Knospenaufbruch bis Grünknospenstadium) mit einem für diesen Zweck registrierten Pflanzenschutzmittel (siehe Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) durchzuführen. 

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