Amerikanische Kartoffelerdflöhe

Epitrix similaris, E. cucumeris, E. tuberis und E. subcrinita

Zuletzt geändert: 05.06.2020
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Tierseuchenkategorien:

Bisher gab es in Europa in erster Linie nur zwei Erdfloh-Arten an Kartoffeln (Psylliodes affinis und Epitrix papa) und diese führten nur selten zu Schäden am Kartoffellaub. Seit dem Jahre 2004 sind in Portugal, seit 2008 auch in Spanien jedoch neuartige Schäden an den Kartoffelknollen zu beobachten, die offenbar von den Kartoffelerdflöhen der Art E. cucumeris herrühren, welche aus Nordamerika stammen und eingeschleppt worden waren.

Im Jahr 2014 wurden auch Sichtungen der nordamerikanischen Erdflohart Epitrix similaris in Spanien gemeldet, jedoch wurde diese Meldung im Jahr 2015 wieder revidiert. Vermutlich wurde die in Portugal heimische Art Epitrix papa fälschlicherweise für Epitrix similaris gehalten.

In Nordamerika werden 4 Epitrix-Arten als Kartoffelschädlinge betrachtet, nämlich E. tuberis, E. similaris, E. cucumeris und E. subcrinita. Da sich diese Arten anhand von einfach erkennbaren Merkmalen im Feld nicht unterscheiden lassen, werden sie im Folgenden gemeinsam behandelt. Österreich ist bislang von den neuartigen Kartoffelerdflöhen verschont geblieben; es erscheint derzeit vorrangig, deren Einschleppung zu verhindern.

Bestimmte Arten von Epitrix ssp. dürfen gemäß eines Durchführungsbeschlusses nicht in die Union eingeschleppt oder innerhalb der Union verbreitet werden.

Bisher gab es in Europa in erster Linie nur zwei Erdfloh-Arten an Kartoffeln (Psylliodes affinis und Epitrix papa) und diese führten nur selten zu Schäden am Kartoffellaub. Seit dem Jahre 2004 sind in Portugal, seit 2008 auch in Spanien jedoch neuartige Schäden an den Kartoffelknollen zu beobachten, die offenbar von den Kartoffelerdflöhen der Art E. cucumeris herrühren, welche aus Nordamerika stammen und eingeschleppt worden waren.

Im Jahr 2014 wurden auch Sichtungen der nordamerikanischen Erdflohart Epitrix similaris in Spanien gemeldet, jedoch wurde diese Meldung im Jahr 2015 wieder revidiert. Vermutlich wurde die in Portugal heimische Art Epitrix papa fälschlicherweise für Epitrix similaris gehalten.

In Nordamerika werden 4 Epitrix-Arten als Kartoffelschädlinge betrachtet, nämlich E. tuberis, E. similaris, E. cucumeris und E. subcrinita. Da sich diese Arten anhand von einfach erkennbaren Merkmalen im Feld nicht unterscheiden lassen, werden sie im Folgenden gemeinsam behandelt. Österreich ist bislang von den neuartigen Kartoffelerdflöhen verschont geblieben; es erscheint derzeit vorrangig, deren Einschleppung zu verhindern.

Bestimmte Arten von Epitrix ssp. dürfen gemäß eines Durchführungsbeschlusses nicht in die Union eingeschleppt oder innerhalb der Union verbreitet werden.

Schadorganismus

Als Erdflöhe bezeichnet man Käfer der Unterfamilie Alticinae, welche zur Familie der Blattkäfer gehört. Es handelt sich dabei um lediglich mm-große Arten, die durch den Besitz von Sprungbeinen gekennzeichnet sind. Die Gattung Epitrix ist von anderen Erdfloharten durch die dunkle Körperfärbung mit gelblichen Antennen und den Besitz kurzer Härchen an den Flügeldecken leicht zu unterscheiden. Innerhalb der Gattung Epitrix gibt es jedoch mehrere Arten, für deren Diagnose unter Umständen eine Präparation der Genitalorgane erforderlich ist.

Im Frühjahr nach der Überwinterung suchen die Erdflohkäfer frisch austreibende Kartoffelpflanzen auf und beginnen nach einer Reifungsperiode von 5-6 Tagen, in der sie am Kartoffellaub fressen, mit der Ablage ihrer etwa 200 Eier. Dazu legen die Weibchen Gruppen ihrer winzigen ovalen, unskulpturierten weißlichen Eier lose ins Erdreich in Pflanzennähe ab. Die daraus nach 3 bis 14 Tagen schlüpfenden ebenfalls weißlichen, schlanken Larven werden bis zu 12 mm lang und sind nur schwach sklerotisiert. Sie zeigen eine Kopfkapsel, 3 Paar Brustbeine sowie ein Analschild am Hinterende. Sie fressen an Wurzeln und Kartoffelknollen, an denen sie knapp unter deren Schale verlaufende Gänge anlegen. Nach einer Fraßzeit von 3-4 Wochen verpuppen sie sich in einer kleinen, selbst gefertigten Erdhöhle nahe der Knolle. Nach kurzer Puppenruhe von etwa 4-10 Tagen schlüpft daraus ein fertiger Käfer, der sich ins Freie begibt und am Kartoffellaub frisst. Auf diese Weise gelangen in jeder Saison 2-3 Käfergenerationen zur Entwicklung. Im Herbst suchen die erwachsenen Käfer ihre Überwinterungsquartiere in der Laubstreu und seichten Bodenschichten auf.

Die Käfer stammen vermutlich aus dem westlichen Nordamerika und kommen nordwärts bis nach Britisch Kolumbien vor. Nach einer Klimasimulation, die von der EPPO mithilfe des Computerprogramms Climex durchgeführt wurde, könnten sich diese Erdflohkäfer in Europa vor allem in der Mittelmeerregion und den ozeanischen Gebieten stärker verbreiten - aber auch Österreich wäre noch betroffen. Daneben gibt es in Mitteleuropa auch noch drei einheimische Epitrix-Arten, nämlich Epitrix atropae, E. intermedia und E. pubescens, welche an Tollkirsche, Bilsenkraut und Nachtschatten häufig sind aber nur ausnahmsweise an Kartoffeln fressen .

Schadbild

Erwachsene Käfer erzeugen die für viele Erdflöhe typischen kleinen Frasslöcher an den Blättern ihrer Wirtspflanzen (linkes Bild). Diese Schäden sind nicht von den Fraßlöchern des europäischen Kartoffelerdflohs Psylliodes affinis zu unterscheiden. Die Larven der amerikanischen Arten hingegen erzeugen knapp unter der Kartoffelschale gelegene Frassgänge, die zu schweren wirtschaftlichen Schäden führen können.

Wirtspflanzen

Die vier nordamerikanischen Epitrix-Arten können ihren Entwicklungszyklus an zahlreichen Wild- und Kulturpflanzen der Nachtschattengewächse vollständig durchlaufen. Die erwachsenen Käfer fressen bei Nahrungsmangel aber auch noch an Pflanzen aus den Gruppen der Gänsefußgewächse, Kürbisgewächse, Schmetterlingsblütler u.v.a.m. ohne sich hier jedoch vermehren zu können.

Vorbeugung und Bekämpfung

Der Schädling kommt in Österreich derzeit nicht vor; es erscheint zunächst vordringlich, seine Einschleppung zu unterbinden.

Vorbeugung: Dazu sollte eine Kontrolle von Speise- und Pflanzkartoffeln auf anhaftende Erdreste erfolgen, die aus Befallsgebieten (Portugal und Spanien) stammen: in diesen könnten unter Umständen verpuppte Käfer eingeschleppt werden.

Bekämpfung: Dazu können Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von beißenden Schädlingen im Kartoffelbau (s. Verzeichnis der in Österreich zugelassenen Pflanzenschutzmittel) eingesetzt werden.

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Fraßlöcher erwachsener Kartoffelerdflöhe
Fraßlöcher erwachsener Kartoffelerdflöhe an Blättern
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Schadbild der Larve
Schadbild der Larve an der Kartoffelknolle
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