Adernschwärze der Kohlgewächse

Xanthomonas campestris pv. campestris

Zuletzt geändert: 29.03.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Die Adernschwärze wird durch das Bakterium Xanthomonas campestris pv. campestris hervorgerufen und tritt sehr häufig an Kohlgewächsen auf, hauptsächlich an Kraut, Karfiol und Wirsing. Die Krankheit kann die Qualität der Ernteware massiv reduzieren und zu erheblichen Ernteeinbußen führen.

Schadsymptome

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Schwarz verfärbte Blattadern an Wirsing
Detailaufnahme eines Blattes mit schwarz verfärbten Blattadern
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Symptome der Adernschwärze an Lagerkraut
Schwarz verfärbte Gefäßbündel an befallenem Lagerkraut

Die ersten Symptome werden zehn bis 14 Tage nach der Infektion sichtbar und äußern sich in unregelmäßigen, gelblichen Verfärbungen entlang der Blattränder. Diese Verfärbungen vergrößern sich im weiteren Verlauf zu V-förmigen, braunen Flecken, die einen gelben Rand aufweisen. Die Blattadern sind dabei schwarz verfärbt. In der Folge entsteht eine Trockenfäule. Die Blätter werden schließlich nach und nach abgestoßen. Im Endstadium der Krankheit zeigen die Gefäßbündel im Strunk einen geschlossenen schwarzen Ring. Bei Kraut, Karfiol und Wirsing vergilben die äußeren Blätter und fallen schließlich ab. Des Weiteren können bei Karfiol an der Blume schwarze Stellen auftreten. An gelagerten Kohlgewächsen können sich die Symptome während der Lagerung teilweise noch verstärken.

Wirtspflanzen

Xanthomonas campestris pv. campestris kommt an allen kultivierten Kreuzblütlerarten vor, beispielsweise an Kohlgewächsen wie Kraut, Karfiol und Wirsing aber auch an Radieschen oder Rettich. Das Bakterium befällt des Weiteren eine Vielzahl an Unkräutern aus der Familie der Kreuzblütler, wie z. B. Hirtentäschel.

Verbreitung

Das Bakterium ist weltweit verbreitet.

Ausbreitung und Übertragung

Die Bakterien können in Samen, auf Samenträgern, Winterkohlarten, kreuzblütigen Unkräutern und bis zu zwei Jahre auf infizierten Pflanzenresten im Boden überdauern. Sie dringen über Spaltöffnungen (Stomata), Wasserspalten (Hydathoden) oder Wunden in die Pflanze ein und breiten sich über das holzige Leitgewebe (Xylem) in der Pflanze aus. Es wird das gummiartige Polysaccharid Xanthan gebildet. Dieses Polysaccharid und die sich vermehrenden Bakterien verstopfen schließlich die Gefäße der Pflanze. Im Bestand wird die Krankheit durch Kulturarbeiten und verspritzende Wassertropfen verbreitet. Eine Übertragung mit dem Saatgut ist möglich.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Krankheit kann vor allem in warmen und feuchten Sommermonaten zu erheblichen Ertragsverlusten führen.

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Einen mindestens dreijährigen Fruchtwechsel einhalten
  • Verwendung von gesundem Saatgut
  • Kreuzblütige Unkräuter sorgfältig bekämpfen

Fachinformation

Xanthomonas campestris pv. campestris ist ein aerobes, Gram-negatives, stäbchenförmiges Bakterium, welches an einem Ende eine Geißel zur Fortbewegung besitzt.

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