Blei

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Zuletzt geändert: 22.03.2017

Blei ist ein natürlicher Umweltkontaminant und aufgrund von Gesteinserosionen und Vulkanismus ubiquitär in der Umwelt verbreitet. Blei gelangt jedoch auch durch Emissionen der Industrie in die Umwelt. Ein großer Teil stammt aus anthropogenen Aktivitäten, wie Bergbau und Verhüttung von Metallen, Herstellung von Batterien, Munition und Metallwasserleitungen. In der Vergangenheit wurde Blei auch in Farben und Benzin eingesetzt. Durch das Verbot von bleihaltigem Benzin fiel eine Hauptquelle für die Bleibelastung für die Umwelt weg.

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Blei ist ein natürlicher Umweltkontaminant und aufgrund von Gesteinserosionen und Vulkanismus ubiquitär in der Umwelt verbreitet. Blei gelangt jedoch auch durch Emissionen der Industrie in die Umwelt. Ein großer Teil stammt aus anthropogenen Aktivitäten, wie Bergbau und Verhüttung von Metallen, Herstellung von Batterien, Munition und Metallwasserleitungen. In der Vergangenheit wurde Blei auch in Farben und Benzin eingesetzt. Durch das Verbot von bleihaltigem Benzin fiel eine Hauptquelle für die Bleibelastung für die Umwelt weg.

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Toxizität

Darmkoliken sind ein typisches Anzeichen einer akuten Bleivergiftung, insbesondere bei arbeitsplatzbedingter Exposition und sehr hoher Aufnahme von Blei. Zudem können Symptome wie Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit auftreten. Aufgrund der langen Halbwertszeit von Blei im Körper ist jedoch die chronische Toxizität von größerer Bedeutung.

Bei einer chronischen oralen Exposition gegenüber anorganischem Blei können verschiedene Organsysteme betroffen sein. Das zentrale Nervensystem ist das wichtigste Zielorgan einer Bleivergiftung. In einer Reihe von Studien wurde auch ein Zusammenhang zwischen Bleikonzentration im Blut, erhöhtem systolischen Blutdruck und chronischen Nierenerkrankungen bei relativ niedrigen Blutbleiwerten identifiziert.

Aufnahme

Die ernährungsbedingte Exposition der österreichischen Bevölkerung wurde unter Verwendung durchschnittlicher Gehalte in Lebensmitteln und durchschnittlicher Daten zum Lebensmittelverzehr für verschiedene Bevölkerungsgruppen ermittelt.

Die Aufnahme beim Menschen erfolgt hauptsächlich über den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln. Die Hauptquellen für die Aufnahme von Blei bei Erwachsenen stellen vor allem Wurst- und Fleischwaren sowie Gemüse und Gemüseerzeugnisse inklusive Pilze dar. Bei Kindern sind auch Frucht- und Gemüsesäfte sowie Nektare maßgeblich an der Gesamtaufnahme beteiligt.

Risikobewertung

Sowohl die Aufnahmemengen von Durchschnittsverzehrern als auch die von Vielverzehrern liegen unter den toxikologischen Referenzwerten. Auf Grundlage der verfügbaren Daten wird das Gesundheitsrisiko für die österreichische Bevölkerung durch die Aufnahme von Blei über die Nahrung als gering angesehen.

Höchstgehalte in Lebensmitteln

Höchstgehalte in Lebensmitteln

Die Europäische Kommission hat am 25.06.2015 Höchstgehalte für Blei in bestimmten Lebensmitteln festgelegt. Die Höchstgehalte für Blei gelten ab dem 1. Januar 2016.

 

Bleimg/kg Lebensmittel
3.1.1. Rohmilch, wärmebehandelte Milch und Werkmilch0,020
3.1.2 Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung
vermarktet als Pulver 0,050
vermarktet als Flüssigkeit0,010
3.1.3 Getreidebeikost und andere Beikost für Säuglinge und Kleinkinder ausgenommen die unter 3.1.5 genannten Produkte 0,050
3.1.4 Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, die speziell für Säuglinge und Kleinkinder bestimmt sind
vermarktet als Pulver0,050
vermarktet als Flüssigkeit0,010
3.1.5 Getränke für Säuglinge und Kleinkinder, die mit diesem Verwendungszweck gekennzeichnet und verkauft werden, ausgenommen die unter 3.1.2 und 3.1.4 aufgeführten Getränke
vermarktet als Flüssigkeit oder Rückgewinnung nach den Anweisungen des Herstellers, einschließlich Fruchtsäfte0,030
Zubereitung durch Aufgießen oder Abkochen1,50
3.1.6 Fleisch (ausgenommen Nebenprodukte der Schlachtung) von Rindern, Schafen, Schweinen und Geflügel 0,10
3.1.7 Nebenprodukte der Schlachtung von Rindern, Schafen, Schweinen und Geflügel0,50
3.1.8 Muskelfleisch von Fischen 0,30
3.1.9 Kopffüßer0,30
3.1.10 Krebstiere 0,50
3.1.11 Muscheln 1,50
3.1.12 Getreide und Hülsenfrüchte 0,20
3.1.13 Gemüse, ausgenommen Blattkohl, Schwarzwurzel, Blattgemüse und frische Kräuter, Pilze, Seetang und Fruchtgemüse 0,10
3.1.14 Blattkohl, Schwarzwurzel, Blattgemüse, ausgenommen frische Kräuter und folgende Pilze: Agaricus bisporus (Wiesenchampignon), Pleurotus ostreatus (Austernseitling), Lentinula edodes (Shiitake)0,30
3.1.15 Fruchtgemüse
Zuckermais0,10
anderes Gemüse als Zuckermais0,05
3.1.16 Obst, ausgenommen Moosbeeren/Cranberries, Johannisbeeren, Holunderbeeren und Erdbeerbaumfrüchte0,10
3.1.17Moosbeeren/Cranberries, Johannisbeeren, Holunderbeeren und Erdbeerbaumfrüchte0,20
3.1.18Fette und Öle, einschließlich Milchfett0,10
3.1.19 Fruchtsäfte, rekonstituiertes Fruchtsaftkonzentrat und Fruchtnektare
ausschließlich von Beeren und anderem Kleinobst0,05
von anderen Früchten als Beeren und anderem Kleinobst0,03
3.1.20 Wein (einschließlich Schaumwein und ausgenommen Likörwein), Apfel-, Birnen- und Fruchtwein
Erzeugnisse aus der Weinlese von 2001 bis 20150,20
Erzeugnisse aus der Weinlese ab 20160,15
3.1.21 Aromatisierter WEin, aromatisierte weinhaltige Getränke und aromatisierte weinhaltige Cocktails
Erzeugnisse aus der Weinlese von 2001 bis 20150,20
Erzeugnisse aus der Weinlese ab 20160,15
3.1.22 Nahrungsergänzungsmittel3,0
3.1.23 Honig0,10

 

Link zur Verordnung (EU) 2015/1005

 

 


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