Noni-Saft

Zuletzt geändert: 20.10.2016

Noni (Morinda citrifolia L.), auch bekannt als Indische Maulbeere oder Käsefrucht, ist ein immergrüner Busch oder Baum, dessen ursprüngliche Heimat die Uferwälder Nord-Australiens, des west-pazifischen Raums und des Indischen Ozeans sind. Wurzeln und Rinde wurden zur Gewinnung von Farbstoffen verwendet. In der traditionellen polynesischen Volksmedizin gilt Noni als eine der wichtigsten Heilpflanzen - verwendet werden vor allem Blätter, Wurzeln, Rinde und grüne Früchte.
Seit einigen Jahren wird der Saft der reifen Früchte - die einen unangenehmen Geruch verströmen - wegen angeblich gesundheitsfördernder Wirkungen weltweit vermarktet. Die Bewertung durch den wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU ergab im Gegensatz dazu keine gesundheitsfördernden Wirkungen, die über die von anderen Fruchtsäften hinausgehen. In der Europäischen Union wurde Noni-Saft im Jahr 2003 als "neuartiges Lebensmittel" zugelassen.

Die AGES nimmt Stellung zu Noni-Saft ("Tahitian Noni Juice") (Juli 2005), Bewertung der AGES-Experten (DI Klaus Riediger, Dr. med. Günther Kraus):

Vor kurzem wurden die österreichischen Behörden vom Verein für Konsumenteninformation auf drei Fallberichte aufmerksam gemacht, in denen ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Noni-Saft und dem Auftreten einer akuten Leberentzündung hergestellt wird. Ein Fallbericht wurde in der Fachzeitschrift "European Journal of Gastroenterology & Hepatology" veröffentlicht. Die Publikation bezieht sich auf einen Vorfall, der offensichtlich vor Juli 2004 zurück datiert.

Beim gegenständlichen Produkt handelt es sich um den mit der Entscheidung 2003/426/EG als neuartiges Lebensmittel zugelassenen Noni-Saft der Firma Morinda Inc. ("Tahitian Noni Juice"). Im Zuge der VO (EG) 258/97 ("Novel Food Verordnung") wurde dieser Saft nach den umfangreichen Sicherheitsaspekten gemäß Empfehlung 97/618/EG geprüft und in der "Opinion of the Scientific Committee on Food on Tahitian Noni Juice" vom 4. Dezember 2002 ausführlich beschrieben und als sicher eingestuft.

Aufgrund der erwähnten Fälle wurden seitens der AGES eine Verdachtsprobe und Kontrollproben des "Tahitian Noni Juice" der Firma Morinda Inc. unter anderem auf die toxikologisch relevanten Anthrachinone Rubiadin und Lucidin und das Schimmelpilzgift Patulin untersucht. Die Proben wurden auch auf Verunreinigungen mit den stark leberschädigend wirkenden Pyrrolizidinalkaloiden untersucht, obwohl diese in Fruchtsäften nicht vorkommen.

Die genannten toxischen Stoffe waren in keinem Produkt nachzuweisen.

Zusätzliche Hinweise: dieses Produkt wird seit Jahren weltweit in großen Mengen konsumiert (die Tagesproduktion von "Tahitian Noni Juice" liegt bei 30.000 bis 50.000 Flaschen). Die diskutierten Anthrachinone kommen in der Wurzel der Pflanze vor, das Produkt wird aber aus den Früchten hergestellt.

Fazit

Eine lebertoxische Wirkung durch das oben beschriebene Produkt ist aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse nicht nachvollziehbar.

Auch die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, hat auf Anfrage der EU das Thema wissenschaftlich bearbeitet und ist mit 6.September 2006 zum selben Ergebnis gekommen.

Links

EFSA 2006 EFSA bewertet erneut die Sicherheit von Noni-Saft

EU-Kommission 2002 - Scientific Committee on Food on Tahitian Noni® juice

Noni-Saft: 2 Fallstudien (Bericht US National Library of Medicine National Institute of Health)

Noni-Saft: Hepatitisfall (Bericht US National Library of Medicine National Institute of Health)

Noni (Morinda citrifolia L.), auch bekannt als Indische Maulbeere oder Käsefrucht, ist ein immergrüner Busch oder Baum, dessen ursprüngliche Heimat die Uferwälder Nord-Australiens, des west-pazifischen Raums und des Indischen Ozeans sind. Wurzeln und Rinde wurden zur Gewinnung von Farbstoffen verwendet. In der traditionellen polynesischen Volksmedizin gilt Noni als eine der wichtigsten Heilpflanzen - verwendet werden vor allem Blätter, Wurzeln, Rinde und grüne Früchte.
Seit einigen Jahren wird der Saft der reifen Früchte - die einen unangenehmen Geruch verströmen - wegen angeblich gesundheitsfördernder Wirkungen weltweit vermarktet. Die Bewertung durch den wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU ergab im Gegensatz dazu keine gesundheitsfördernden Wirkungen, die über die von anderen Fruchtsäften hinausgehen. In der Europäischen Union wurde Noni-Saft im Jahr 2003 als "neuartiges Lebensmittel" zugelassen.

Die AGES nimmt Stellung zu Noni-Saft ("Tahitian Noni Juice") (Juli 2005), Bewertung der AGES-Experten (DI Klaus Riediger, Dr. med. Günther Kraus):

Vor kurzem wurden die österreichischen Behörden vom Verein für Konsumenteninformation auf drei Fallberichte aufmerksam gemacht, in denen ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Noni-Saft und dem Auftreten einer akuten Leberentzündung hergestellt wird. Ein Fallbericht wurde in der Fachzeitschrift "European Journal of Gastroenterology & Hepatology" veröffentlicht. Die Publikation bezieht sich auf einen Vorfall, der offensichtlich vor Juli 2004 zurück datiert.

Beim gegenständlichen Produkt handelt es sich um den mit der Entscheidung 2003/426/EG als neuartiges Lebensmittel zugelassenen Noni-Saft der Firma Morinda Inc. ("Tahitian Noni Juice"). Im Zuge der VO (EG) 258/97 ("Novel Food Verordnung") wurde dieser Saft nach den umfangreichen Sicherheitsaspekten gemäß Empfehlung 97/618/EG geprüft und in der "Opinion of the Scientific Committee on Food on Tahitian Noni Juice" vom 4. Dezember 2002 ausführlich beschrieben und als sicher eingestuft.

Aufgrund der erwähnten Fälle wurden seitens der AGES eine Verdachtsprobe und Kontrollproben des "Tahitian Noni Juice" der Firma Morinda Inc. unter anderem auf die toxikologisch relevanten Anthrachinone Rubiadin und Lucidin und das Schimmelpilzgift Patulin untersucht. Die Proben wurden auch auf Verunreinigungen mit den stark leberschädigend wirkenden Pyrrolizidinalkaloiden untersucht, obwohl diese in Fruchtsäften nicht vorkommen.

Die genannten toxischen Stoffe waren in keinem Produkt nachzuweisen.

Zusätzliche Hinweise: dieses Produkt wird seit Jahren weltweit in großen Mengen konsumiert (die Tagesproduktion von "Tahitian Noni Juice" liegt bei 30.000 bis 50.000 Flaschen). Die diskutierten Anthrachinone kommen in der Wurzel der Pflanze vor, das Produkt wird aber aus den Früchten hergestellt.

Fazit

Eine lebertoxische Wirkung durch das oben beschriebene Produkt ist aufgrund der derzeit vorliegenden Erkenntnisse nicht nachvollziehbar.

Auch die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, hat auf Anfrage der EU das Thema wissenschaftlich bearbeitet und ist mit 6.September 2006 zum selben Ergebnis gekommen.

Links

EFSA 2006 EFSA bewertet erneut die Sicherheit von Noni-Saft

EU-Kommission 2002 - Scientific Committee on Food on Tahitian Noni® juice

Noni-Saft: 2 Fallstudien (Bericht US National Library of Medicine National Institute of Health)

Noni-Saft: Hepatitisfall (Bericht US National Library of Medicine National Institute of Health)

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