Lebensmittelkennzeichnung

Verwandte Inhalte
Zuletzt geändert: 16.06.2020
Einkaufen
caption
Einkaufen

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln wird durch die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der VerbraucherInnen über Lebensmittel geregelt. Der Begriff der "Information über Lebensmittel" beinhaltet jede Information, die ein Lebensmittel betrifft und EndverbraucherInnen durch ein Etikett, sonstiges Begleitmaterial oder in anderer Form, einschließlich über moderne technologische Mittel oder mündlich, zur Verfügung gestellt wird. Zusätzlich zu den für alle Lebensmittel verpflichtenden Informationselementen sind in der Verordnung viele Detail- und Spezialregelungen enthalten.

Einkaufen
caption
Einkaufen

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln wird durch die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der VerbraucherInnen über Lebensmittel geregelt. Der Begriff der "Information über Lebensmittel" beinhaltet jede Information, die ein Lebensmittel betrifft und EndverbraucherInnen durch ein Etikett, sonstiges Begleitmaterial oder in anderer Form, einschließlich über moderne technologische Mittel oder mündlich, zur Verfügung gestellt wird. Zusätzlich zu den für alle Lebensmittel verpflichtenden Informationselementen sind in der Verordnung viele Detail- und Spezialregelungen enthalten.

Allgemeines

Pflichtangaben auf Lebensmitteln

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln muss folgende Angaben enthalten:

a.    die Bezeichnung des Lebensmittels
b.    das Verzeichnis der Zutaten
c.    allergene Zutaten und Verarbeitungsshilfsstoffe (gemäß Anhang III LMIV)
d.    die Menge bestimmter Zutaten oder Klassen von Zutaten
e.    die Nettofüllmenge des Lebensmittels
f.     das Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Verbrauchsdatum
g.    gegebenenfalls besondere Anweisungen für Aufbewahrung und/oder Anweisungen für die Verwendung
h.    den Namen oder die Firma und die Anschrift des Lebensmittelunternehmers
i.     das Ursprungsland oder der Herkunftsort (sofern nach Artikel 26 LMIV vorgesehen)
j.     eine Gebrauchsanleitung, falls es schwierig wäre, das Lebensmittel ohne eine solche angemessen zu verwenden
k.    für Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent die Angabe des
      vorhandenen Alkoholgehalts in Volumenprozent
l.    eine Nährwertdeklaration

Nährwertdeklaration

Seit Dezember 2016 gilt mit wenigen Ausnahmen eine verpflichtende Nährwertdeklaration, diese soll eine bessere Wahlmöglichkeit auch im Hinblick auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung unterstützen.
Die Angabe der Nährwerte umfasst sieben Elemente: den Brennwert und die Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz. Angaben müssen je 100 g bzw. 100 ml gemacht werden. Zusätzlich können Angaben zu Vitaminen und Mineralstoffen, die in signifikanter Menge enthalten sind, erfolgen. In diesem Fall ist auch anzugeben, welchem Prozentsatz der Referenzmenge für die tägliche Zufuhr (bezogen auf Erwachsene) diese Angabe entspricht.
Weitere ergänzende Formen der Darstellung sind die Angaben je Portion oder Verzehreinheit und als Prozentsatz der empfohlenen Referenzmengen der jeweiligen Nährstoffe. Auf der Vorderseite eines Produkts (Hauptschauseite) kann eine Wiederholung des Brennwertes allein oder zusammen mit den Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz erfolgen. Die verpflichtende Nährwertdeklaration kann auch durch die Mengenangabe folgender Stoffe ergänzt werden: einfach ungesättigte Fettsäuren, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, mehrwertige Alkohole, Stärke, Ballaststoffe.
Ausnahmen von der Verpflichtung zur Angabe der Nährwerte gibt es beispielsweise für Lebensmittel, einschließlich handwerklich hergestellter Lebensmittel, die direkt in kleinen Mengen von Erzeugnissen durch den Hersteller an EndverbraucherInnen oder an lokale Einzelhandelsgeschäfte abgegeben werden, die die Erzeugnisse unmittelbar an den EndverbraucherInnen abgeben. Siehe Information des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK).

Allergene

Die Lebensmittelinformationsverordnung verpflichtet zur Angabe der wichtigsten Allergene. Es handelt sich dabei um 14 Stoffe oder Erzeugnisse, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können. Bei verpackten Waren müssen allergene Stoffe im Zutatenverzeichnis hervorgehoben werden (beispielsweise durch Fettdruck oder eine spezielle Schrift).
Bei offener Ware muss ebenfalls über allergene Zutaten informiert werden. Jeder EU-Mitgliedsstaat kann dazu nationale Regelungen erlassen. Österreich hat dies in der Allergeninformationsverordnung BGBl II Nr. 175/2014 idgF. umgesetzt. Diese legt fest, dass die Angabe entweder schriftlich in Form von Schildern, Aushängen, Preisverzeichnissen, Menüplänen bzw. der Speisekarte oder mündlich gemacht werden kann. Eine mündliche Auskunft darf nur durch geschulte Personen erfolgen, worauf in einem Aushang hingewiesen werden muss. Zur Unterstützung der mündlichen Information kann eine spezielle Allergikerspeisekarte herangezogen werden. In jedem Fall muss eine nachvollziehbare Dokumentation im Betrieb vorhanden sein. Mehr Informationen zu Allergenen, finden Sie beim Thema "Allergene".

Durchführungs- und delegierte Rechtsakte

Die Lebensmittelinformationsverordnung sieht umfassende Befugnisse zur Erlassung weiterer Durchführungs- und delegierter Rechtsakte durch die Europäische Kommission vor.

Verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch

Mit der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1337/2013 wurde die Angabe der Herkunft von frischem, gekühltem oder gefrorenem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch verpflichtend festgelegt, die Herkunft von Rindfleisch muss bereits seit dem Jahr 2000 deklariert sein.

Vorschriften für die Angabe des Ursprungslands oder Herkunftsorts der primären Zutat eines Lebensmittels

Seit 1. April 2020 gilt die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 775/2018 mit Vorschriften für die Angabe des Ursprungslands oder Herkunftsorts der primären Zutat eines Lebensmittels. Bei freiwilligen Herkunftshinweisen auf der Verpackung wie Abbildungen, Ortsangaben oder Symbolen wird die Information über die Herkunft der primären Zutat/en verpflichtend. Dies betrifft Zutaten, die über 50 % eines Lebensmittels ausmachen oder die von Verbrauchern üblicherweise mit der Bezeichnung des Lebensmittels in Verbindung gebracht werden. Fragen und Antworten Dokumente der europäischen Kommission sowie des BMSGPK unterstützen die Umsetzung.

Freiwillige Angaben auf Lebensmitteln

Neben den verpflichtenden Angaben können Angaben auf Lebensmitteln auch weitere freiwillige Informationen inklusive Abbildungen beinhalten. Diese dürfen jedoch nicht den Platz für die Pflichtangaben einschränken, auch dürfen Pflichtangaben nicht durch freiwillige Angaben getrennt oder unterbrochen werden wie beispielsweise im Zutatenverzeichnis. Bei freiwilligen Angaben sind die Vorgaben zum Täuschungsschutz zu beachten. 

 


x