Allergene

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Zuletzt geändert: 27.01.2017

Vor dem Hintergrund der steigenden Sensibilisierung der Verbraucher/-innen gegenüber Lebensmittelallergenen hat der (europäische) Gesetzgeber mit erweiterten Kennzeichnungsvorschriften für zahlreiche Zutaten in verpackten Lebensmitteln reagiert. Verbraucher/-innen, insbesondere betroffene Allergiker/-innen, sollen dadurch besser über Lebensmittelzutaten mit allergenem Potenzial informiert werden.

Neue Allergeninformation

Die EU-Verbraucherinformationsverordnung Nr. 1169/2011 (LMIV) zur Lebensmittel-Kennzeichnung brachte auch für die Allergenkennzeichnung bei Lebensmitteln EU-weite Neuerungen. Bislang mussten nur bei verpackten Waren Informationen über allergene Stoffe in der Zutatenliste zu finden sein. Seit dem 13. Dezember 2014 muss auch bei offener Ware über allergene Zutaten informiert werden.

Die nationale, rechtliche Grundlage hierfür ist die Allergeninformationsverordnung BGBl. II Nr. 175/2014. Diese legt fest, dass dies entweder schriftlich in Form von Schildern, Aushängen, Preisverzeichnissen, Menüplänen bzw. der Speisekarte oder mündlich erfolgen kann. Eine mündliche Auskunft darf nur durch geschulte Personen erfolgen; in diesem Fall müssen die Gäste durch einen Aushang darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Allergeninformation auf Nachfrage mündlich erhalten werden kann. In jedem Fall muss eine nachvollziehbare Dokumentation im Betrieb vorhanden sein.

Zur Allergeninformationsverordnung finden sich FAQs auf der Homepage des Bundeministeriums für Gesundheit. Im Rahmen des Österreichischen Lebensmittelbuches wurden 3 Leitlinien zu Allergeninformation bei "offenen Waren" erarbeitet. Diese sind auf der Kommunikationsplattform Verbrauchergesundheit elektronisch aufrufbar.

Kennzeichnungsvorschriften

Die Allergenkennzeichnungsvorschriften gelten nur für Zutaten. Zutaten sind Bestandteile, die Lebensmitteln absichtlich zugesetzt wurden. In den Kennzeichnungsvorschriften nicht berücksichtigt werden weiterhin solche allergenen Anteile, die durch unbeabsichtigte und "technisch unvermeidbare" Einträge im Enderzeugnis enthalten sein können, so genannter "Cross contact" oder "Kreuzkontaminationen", z. B. Verunreinigungen von Vollmilchschokolade mit Nüssen, wenn vorher Nussschokolade produziert wurde. Derartige Bestandteile fallen unter die Produkthaftungs- und Sorgfaltspflicht des Herstellers, da sie dennoch ein Gesundheitsrisiko für den/die Allergiker/-in darstellen können. Eine unterlassene Kennzeichnung von Spuren allergener Zutaten kann empfindliche Konsumenten/-innen gesundheitlich schädigen, was nicht nur für die Betroffenen beträchtliche Auswirkungen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock haben könnte, sondern auch zu rechtlichen Konsequenzen im Rahmen der Produkthaftung führen kann. Im Schadensfall setzt sich der Hersteller dem Vorwurf aus, nicht alle erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen unternommen zu haben, um Schaden von Konsumenten/-innen abzuwenden.

Muss eine besonders sensible Person bestimmte Allergene streng vermeiden, wird daher empfohlen, unter besonderen Bedingungen hergestellte Lebensmittel oder diätetische Lebensmittel (z. B. glutenfreie Produkte) einzukaufen und die Kennzeichnung (Zutatenliste) besonders aufmerksam zu lesen. Im Zweifelsfall empfiehlt sich, direkt mit dem Hersteller (Verbraucherhotline) Kontakt aufzunehmen.

Grundlage für die EU-weite Kennzeichnung von Stoffen, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen,  ist  die EU "LMIV" - Lebensmittel-Informationsverordnung. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass gemäß Artikel 9 Abs. 1 Z 2 die folgenden in Anhang II aufgelisteten Stoffe zwingend in hervorgehobener Form (Artikel 21) im Zutatenverzeichnis genannt werden müssen, sobald sie als Zutat verwendet werden, auch wenn sie nur in kleinsten Mengen verwendet werden

14 Allergene Stoffe oder Stoffgruppen laut "LMIV"

1. Glutenhaltige Getreide namentlich Weizen (wie Dinkel und Khorosan-Weizen), (d. h. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder deren oder Hybridstämme davon, sowie daraus hergestellte Erzeugnisse ausgenommen) und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
   a) Glukosesirupe auf Weizenbasis einschließlich Dextrose
   b) Maltodextrine auf Weizenbasis
   c) Glukosesirupe auf Gerstenbasis
   d) Getreide zur Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs
       für Spirituosen und andere alkoholische Getränke
2. Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
3. Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse
4. Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
   a) Fischgelatine, die als Träger für Vitamin- oder Karotinoidzubereitungen verwendet wird
   b) Fischgelatine oder Hausenblase, die als Klärhilfsmittel in Bier und Wein verwendet werden
5. Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse
6. Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
   a) vollständig raffiniertes Sojabohnenöl und -fett (1)
   b) natürliche gemischte Tocopherole (E306), natürliches D-alpha-Tocopherol, natürliches
       D-alpha-Tocopherolazetat, natürliches D-alpha-Tocopherolsukzinat aus Sojabohnenquellen
   c) aus pflanzlichen Ölen aus Sojabohnen gewonnene Phytosterine und Phytosterinester
   d) aus Pflanzenölsterinen gewonnene Phytostanolester aus Sojabohnenquellen
7. Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose), außer
   a) Molke zur Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs für
       Spirituosen und andere alkoholische Getränke
   b) Lactit
8. Schalenfrüchte, d. h. Mandeln (Amygdalus communis L.), Haselnüsse (Corylus avellana),
    Walnüsse (Juglans regia), Kaschunüsse (Anacardium occidentale), Pekannüsse (Carya illinoiesis
    (Wangenh.) K. Koch), Paranüsse (Bertholletia excelsa), Pistazien (Pistacia vera),
    Makadamianüsse und Queenslandnüsse (Macadamia ternifolia) und daraus gewonnene
    Erzeugnisse, außer Schalenfrüchte für die Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol
    landwirtschaftlichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholische Getränke
9. Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse
10. Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse
11. Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse
12. Schwefeldioxid und Sulfite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l,
     ausgedrückt als SO2
13. Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse
14. Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse

Vor dem Hintergrund der steigenden Sensibilisierung der Verbraucher/-innen gegenüber Lebensmittelallergenen hat der (europäische) Gesetzgeber mit erweiterten Kennzeichnungsvorschriften für zahlreiche Zutaten in verpackten Lebensmitteln reagiert. Verbraucher/-innen, insbesondere betroffene Allergiker/-innen, sollen dadurch besser über Lebensmittelzutaten mit allergenem Potenzial informiert werden.

Neue Allergeninformation

Die EU-Verbraucherinformationsverordnung Nr. 1169/2011 (LMIV) zur Lebensmittel-Kennzeichnung brachte auch für die Allergenkennzeichnung bei Lebensmitteln EU-weite Neuerungen. Bislang mussten nur bei verpackten Waren Informationen über allergene Stoffe in der Zutatenliste zu finden sein. Seit dem 13. Dezember 2014 muss auch bei offener Ware über allergene Zutaten informiert werden.

Die nationale, rechtliche Grundlage hierfür ist die Allergeninformationsverordnung BGBl. II Nr. 175/2014. Diese legt fest, dass dies entweder schriftlich in Form von Schildern, Aushängen, Preisverzeichnissen, Menüplänen bzw. der Speisekarte oder mündlich erfolgen kann. Eine mündliche Auskunft darf nur durch geschulte Personen erfolgen; in diesem Fall müssen die Gäste durch einen Aushang darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Allergeninformation auf Nachfrage mündlich erhalten werden kann. In jedem Fall muss eine nachvollziehbare Dokumentation im Betrieb vorhanden sein.

Zur Allergeninformationsverordnung finden sich FAQs auf der Homepage des Bundeministeriums für Gesundheit. Im Rahmen des Österreichischen Lebensmittelbuches wurden 3 Leitlinien zu Allergeninformation bei "offenen Waren" erarbeitet. Diese sind auf der Kommunikationsplattform Verbrauchergesundheit elektronisch aufrufbar.

Kennzeichnungsvorschriften

Die Allergenkennzeichnungsvorschriften gelten nur für Zutaten. Zutaten sind Bestandteile, die Lebensmitteln absichtlich zugesetzt wurden. In den Kennzeichnungsvorschriften nicht berücksichtigt werden weiterhin solche allergenen Anteile, die durch unbeabsichtigte und "technisch unvermeidbare" Einträge im Enderzeugnis enthalten sein können, so genannter "Cross contact" oder "Kreuzkontaminationen", z. B. Verunreinigungen von Vollmilchschokolade mit Nüssen, wenn vorher Nussschokolade produziert wurde. Derartige Bestandteile fallen unter die Produkthaftungs- und Sorgfaltspflicht des Herstellers, da sie dennoch ein Gesundheitsrisiko für den/die Allergiker/-in darstellen können. Eine unterlassene Kennzeichnung von Spuren allergener Zutaten kann empfindliche Konsumenten/-innen gesundheitlich schädigen, was nicht nur für die Betroffenen beträchtliche Auswirkungen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock haben könnte, sondern auch zu rechtlichen Konsequenzen im Rahmen der Produkthaftung führen kann. Im Schadensfall setzt sich der Hersteller dem Vorwurf aus, nicht alle erforderlichen und zumutbaren Maßnahmen unternommen zu haben, um Schaden von Konsumenten/-innen abzuwenden.

Muss eine besonders sensible Person bestimmte Allergene streng vermeiden, wird daher empfohlen, unter besonderen Bedingungen hergestellte Lebensmittel oder diätetische Lebensmittel (z. B. glutenfreie Produkte) einzukaufen und die Kennzeichnung (Zutatenliste) besonders aufmerksam zu lesen. Im Zweifelsfall empfiehlt sich, direkt mit dem Hersteller (Verbraucherhotline) Kontakt aufzunehmen.

Grundlage für die EU-weite Kennzeichnung von Stoffen, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen,  ist  die EU "LMIV" - Lebensmittel-Informationsverordnung. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass gemäß Artikel 9 Abs. 1 Z 2 die folgenden in Anhang II aufgelisteten Stoffe zwingend in hervorgehobener Form (Artikel 21) im Zutatenverzeichnis genannt werden müssen, sobald sie als Zutat verwendet werden, auch wenn sie nur in kleinsten Mengen verwendet werden

14 Allergene Stoffe oder Stoffgruppen laut "LMIV"

1. Glutenhaltige Getreide namentlich Weizen (wie Dinkel und Khorosan-Weizen), (d. h. Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder deren oder Hybridstämme davon, sowie daraus hergestellte Erzeugnisse ausgenommen) und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
   a) Glukosesirupe auf Weizenbasis einschließlich Dextrose
   b) Maltodextrine auf Weizenbasis
   c) Glukosesirupe auf Gerstenbasis
   d) Getreide zur Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs
       für Spirituosen und andere alkoholische Getränke
2. Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
3. Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse
4. Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
   a) Fischgelatine, die als Träger für Vitamin- oder Karotinoidzubereitungen verwendet wird
   b) Fischgelatine oder Hausenblase, die als Klärhilfsmittel in Bier und Wein verwendet werden
5. Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse
6. Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse, außer
   a) vollständig raffiniertes Sojabohnenöl und -fett (1)
   b) natürliche gemischte Tocopherole (E306), natürliches D-alpha-Tocopherol, natürliches
       D-alpha-Tocopherolazetat, natürliches D-alpha-Tocopherolsukzinat aus Sojabohnenquellen
   c) aus pflanzlichen Ölen aus Sojabohnen gewonnene Phytosterine und Phytosterinester
   d) aus Pflanzenölsterinen gewonnene Phytostanolester aus Sojabohnenquellen
7. Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse (einschließlich Laktose), außer
   a) Molke zur Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs für
       Spirituosen und andere alkoholische Getränke
   b) Lactit
8. Schalenfrüchte, d. h. Mandeln (Amygdalus communis L.), Haselnüsse (Corylus avellana),
    Walnüsse (Juglans regia), Kaschunüsse (Anacardium occidentale), Pekannüsse (Carya illinoiesis
    (Wangenh.) K. Koch), Paranüsse (Bertholletia excelsa), Pistazien (Pistacia vera),
    Makadamianüsse und Queenslandnüsse (Macadamia ternifolia) und daraus gewonnene
    Erzeugnisse, außer Schalenfrüchte für die Herstellung von Destillaten oder Ethylalkohol
    landwirtschaftlichen Ursprungs für Spirituosen und andere alkoholische Getränke
9. Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse
10. Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse
11. Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse
12. Schwefeldioxid und Sulfite in Konzentrationen von mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l,
     ausgedrückt als SO2
13. Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse
14. Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse

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