ADAPT

Zuletzt geändert: 16.07.2021

EU Horizon 2020-Projekt ADAPT: Accelerated Development of multiple-stress tolerAnt PoTato

Die Kartoffel gehört zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln der Welt. Auch als Futtermittel und Industrierohstoff ist sie von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Allerdings ist sie besonders empfindlich gegenüber den Folgen der Klimaveränderungen: Hitze- und Dürreperioden, aber auch Überschwemmungen der Anbaufläche als Folge von Starkregen sorgen für enorme Ertragseinbußen. Die Klimakrise führt zu einem häufigeren Auftreten dieser Stressfaktoren.

Projektziel

Ein stabiler Ertrag und die Absicherung der Produktion auch in Zukunft verlangen umweltstressresistente Sorten. Diesem Ziel widmet sich das EU Horizon 2020 Projekt ADAPT (Accelerated Development of multiple-stress tolerAnt PoTato).

Die Kartoffel passt sich über molekulare und phänotypische Mechanismen an Umweltstress an. Diese Anpassung wird im Projekt untersucht, um mit fundiertem Wissen die Kartoffelzüchtung zu unterstützen. Anhand der Erkenntnisse werden neue Züchtungsziele definiert, um Ertragsstabilität auch unter Stressbedingungen zu gewährleisten.

Um die positive Wirkung der Forschungsarbeiten für die Landwirtschaft zu erhöhen, ist die AGES mit ihrem Know-how in Sortenprüfung und landwirtschaftlicher Produktion als Brücke zwischen Wissenschafter*innen und Praktiker*innen am Projekt beteiligt. So soll unter anderem das Wertprüfungsprotokoll für die Sortenprüfung der Zukunft fit gemacht werden.

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Kartoffeln
Kartoffeln

Erste Ergebnisse aus der ADAPT-Online-Umfrage

Das Forschungsprojekt ADAPT „Entwicklung von multi-stresstoleranten Kartoffeln“ wird durch das EU-Förderprogramm für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ finanziert und befasst sich mit der Entwicklung von Züchtungsstrategien bei der Kartoffel, mit denen herausfordernde, zukünftige Anbaubedingungen bewältigt werden können. Die Wahrnehmung des Klimawandels und die Bedürfnisse der Landwirtinnen und Landwirte sind dabei von wesentlichem Interesse für die Wissenschaft, für die Industrie und für die Züchtungsunternehmen, die im Projekt ADAPT involviert sind. Daher waren Kartoffel-Bäuerinnen und -Bauern dazu eingeladen, zur Entwicklung von "klimafitten" Kartoffeln beizutragen, indem sie von ihren Erfahrungen berichteten. Durchgeführt wurde die ADAPT-Umfrage von der AGES als Projektpartnerin. Insgesamt erhielten wir 553 Antworten, von denen die meisten von Landwirtinnen und Landwirten mit Kartoffelproduktionsstandorten in Österreich, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Slowenien, Belgien, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich stammten.

Von Dezember 2020 bis April 2021 fragte ADAPT europäische Landwirtinnen und Landwirte nach deren persönlichen Wahrnehmung des Klimawandels, nach ihren Erfahrungen bezüglich der Auswirkungen auf die Kartoffelproduktion, regionalen Bedürfnissen und ihren Bedarf an angepassten Kartoffelsorten. Mehr als 500 Landwirtinnen und Landwirte, wie sich die Veränderungen der klimatischen Bedingungen in den letzten 10 Jahren auf ihre Kartoffelproduktion ausgewirkt haben. Fast 50 % der Befragten definierten klimatische Veränderungen als eine Bedrohung für die Aufrechterhaltung der Kartoffelproduktion auf ihren Betrieben. Bemerkenswert ist, dass fast 90 % der Umfrageteilnehmer angaben, dass Veränderungen der klimatischen Bedingungen ihre Kartoffelproduktion in den letzten 10 Jahren beeinflusst haben.

Mehr als 80 % der Kartoffel-Bäuerinnen und -Bauern gaben an, dass Trockenheit und Hitze ihre Kartoffelproduktion in den letzten 10 Jahren zunehmend beeinträchtigt haben. Nach Meinung von mehr als 50 % der Landwirte haben Schädlinge und Krankheitserreger, die durch die klimatischen Bedingungen hervorgerufen werden, negative Auswirkungen gehabt. Mehr als 40 % bemerkten die Auswirkungen von Starkniederschlägen. Ähnliche Antworten gab es bei der Frage nach möglichen zukünftigen Beeinträchtigungen der Kartoffelproduktion. Zusammenfassend zeigt die Umfrage, dass der Fokus und das erwartete Ergebnis des ADAPT-Projekts, nämlich die Erforschung von dem Klimawandel angepassten Sorten, die Bedürfnisse der Kartoffel-Anbauerinnen und -Anbauer perfekt treffen.


Forschungsthema: Klimawandelanpassung

Akronym: ADAPT (Accelerated Development of multiple-stress tolerAnt PoTato)

Projektlaufzeit: 01.07.2020 bis 30.06.2024

Projektleitung: Universität Wien, Dr. Markus Teige, AGES-interne Projektleitung und Leitung Arbeitspaket 6 "Pathways to impact" DI Dr. Alexandra Ribarits

Projektkonsortium: ADAPT ist ein Konsortium von zehn führenden europäischen Forschungsinstitutionen, vier Kartoffelzüchteruntenehmen, einer non-profit EU-Organisation, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und einem Technologie-Entwickler:

  • Universität Wien (AT, Projektleitung)
  • Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (DE)
  • Universität Utrecht (NL)
  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (DE)
  • The James Hutton Institute (UK)
  • University of Durham (UK)
  • Wageningen University (NL)
  • Univerzita Palackeho v Olomouci (CZ)
  • Centre de Recerca en Agrigenòmica (ES)
  • Nacionalni Institut za Biologijo (SI)
  • HZPC Research BV (NL)
  • C. Meijer BV (NL)
  • Solana Research GmbH (DE)
  • Niederösterreichische Saatbaugenossenschaft (AT)
  • Photon System Instruments (CZ)
  • Europatat (BE)
  • AGES GmbH (AT)

Förderstelle/Förderprogramm: Das Projekt ADAPT wird finanziert durch Horizon 2020: Das EU-Programm für Forschung und Innovation (Grant Agreement No GA 2020 862-858)

Für weitere Informationen über das ADAPT-Projekt und die Ergebnisse unserer Umfrage besuchen Sie bitte die Projekt-Seite oder den offiziellen Twitter Account @eu_ADAPT.

Weiterführendes:

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