Ökotoxikologie

Marienkäfer auf einem Blatt

Der Fachbereich Ökotoxikologie befasst sich mit den Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die belebte Umwelt oder auch „Nichtzielorganismen“. Darunter versteht man jene Tiere und Pflanzen, welche nicht Ziel der Pflanzenschutzanwendung sind, jedoch direkt oder indirekt dem Pflanzenschutzmittel ausgesetzt sind.

Im Rahmen der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln umfasst die ökotoxikologische Risikobewertung folgende „Nichtzielorganismen“:

  • Terrestrische Vertebraten (Vögel und Säuger)
  • Wasserorganismen (Fische, Wasserflöhe, Algen und Wasserpflanzen)
  • Nützlinge und Bienen
  • Bodenorganismen (Regenwürmer, Bodenmikroorganismen)
  • Terrestrische Nichtzielpflanzen

Nichtzielorganismen können entweder direkt oder indirekt durch Aufnahme von kontaminierten Futter dem Pflanzenschutzmittel ausgesetzt sein. Neben der Art der Exposition wieder auch die Dauer der Exposition berücksichtigt. So wird neben den akuten Effekten auch chronische Effekte, wie zum Beispiel auf das Wachstum oder die Reproduktion abgeschätzt. Handelt es sich um persistente Pflanzenschutzmittel, d.h. nur langsam biologisch abbaubare Stoffe, ist neben einer chronischen Risikobewertung auch eine Abschätzung der Bioakkumulation erforderlich. Darunter versteht man die Eigenschaft von Pflanzenschutzmittel sich in Lebewesen anzureichern, wodurch über die Nahrungskette bis ins letzte Glied (Raubtiere) sehr hohe Konzentrationen erreicht werden können.

Auf Basis der durchgeführten Studien und der, aufgrund der beantragten Anwendung des Pflanzenschutzmittels, zu erwarteten Umweltkonzentration, kann das Risiko auf die belebte Umwelt abgeschätzt werden. Im Falle eines sich daraus ergebenden Risikos für eine oder mehrere Gruppen von Nichtzielorganismen kann mit Hilfe von risikominimierenden Maßnahmen der Schutz der Umwelt erhöht werden. Risikominimierende Maßnahmen umfassen neben der Vergabe von Risiko- und Sicherheitssätzen (R- und S-Sätze) vor allem auch die Vergabe von Abständen zu Oberflächengewässern oder Nichtkulturland.

Das Ziel der Risikobewertung ist, dass trotz Anwendung eines Pflanzenschutzmittels ein akzeptables Risiko für die belebte Umwelt gewährleistet ist.

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