Wirtschaftsdünger - Gülle und Jauche

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Zuletzt geändert: 20.11.2018

Unterschied Gülle/Jauche

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Gülleausbringung mit Injektor bringen Gülle in 1 cm Tiefe
Gülleausbringung mit Injektor bringen Gülle in 1 cm Tiefe

Gülle ist ein Gemisch aus Kot und Harn mit geringen Anteilen aus Einstreu und Wasser sowie deren Umwandlungsprodukte.

Jauche besteht vorwiegend aus Harn, Stallmist-Sickersaft, Stallreinigungswasser (ev. Niederschlagswasser) und geringen Mengen an Kot- und Streubestandteilen sowie deren Umwandlungsprodukte. Mit einem Ammonium (NH4)-Anteil von ca. 90% entspricht Jauche der Wirkung von Mineraldünger.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Verwendung von Gülle aufgrund arbeitstechnischer und wirtschaftlicher Gründe zunehmend durchgesetzt. Dies äußert sich in der Zunahme der einstreulosen Haltungssysteme, wie auch in den geringeren Kosten der Lagerhaltung, Betreuung und Ausbringung der anfallenden Gülle im Vergleich zu Stallmist.

Belastung von Oberflächenwasser und Grundwasser

Die einhergehende Spezialisierung landwirtschaftlicher Betriebe, u.a. in der Schweine- und Rinderhaltung, führte neben der überwiegenden Verwendung von Gülle als einfach zu handhabender organischer Dünger zu engeren Fruchtfolgen mit wenigen Hauptfrüchten (z.B. Hackfrüchte, wie Mais, Hirse usw.) um das vorliegende Stickstoffausnutzungspotential in der Hauptwachstumsphase effizient zu nutzen. Hierbei sind gemäß der sachgerechten Düngung die Nährstofffrachten, z.B. von Stickstoff, und die damit unmittelbar zusammenhängenden zugelassenen Höchstmengen in der Ausbringung stehts zu berücksichtigen um einer Belastung von Oberflächen-, als auch Sicker- und Grundwasser entgegenzuwirken.

Stabilisierung von Humus und Stickstoff im Boden

Um die Humusgehalte bei vorwiegender Düngung mit Gülle auf stabilem Niveau zu halten bzw. zu steigern wird empfohlen das bei der Ernte anfallende Stroh flach einzuarbeiten. Hier sind bodenschonende Verfahren, wie die reduzierte (nicht-wendende) Bodenbearbeitung (Grubber, Scheibeneggen usw.) zu bevorzugen.

Um Stickstoffverluste in der Nährstoffbilanz zu vermeiden ist die Ausbringungsmenge an die natürlichen Gegebenheiten (Entwicklungszustand des Pflanzenbestandes, Niederschlags- und Temperaturverhältnisse, Relief usw.) anzupassen, da beispielsweise zu hohe Güllemengen / ha, unsachgemäße Zeitpunkte der Ausbringung und ungünstige Geländeverhältnisse zu verstärkten Auswaschungen von Stickstoff (Nitrat, NO3) in das Grundwasser führen können. Die Regelungen zu Ausbringungsmengen und -zeiträume  sind dem Aktionsprogramm Nitrat 2012, den Grundwasserschutzprogrammen und diversen ÖPUL-Maßnahmen zu entnehmen.

Eine weitere Möglichkeit Stickstoffverluste (Ammoniak, NH3) zu reduzieren liegt in der Art und Weise der Ausbringung der Gülle auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Hierbei sind neben der Fruchtfolge bzw. des Aufwuchs, die Lage, das Relief und die Gründigkeit des Bodens auch die klimatischen Verhältnisse (kühle und feuchte Witterung, keine direkte Sonneneinstrahlung) zu berücksichtigen. Um Verluste zu vermeiden wird die Gülle meist in einem Verhältnis von 0,5-1:1 mit Wasser verdünnt und die bodennahe Ausbringung durch die Verwendung von Schleppschläuchen empfohlen.

Der sachgerechte Einsatz von Biogasgülle und Gärrückständen im Acker und Grünland

Der sachgerechte Einsatz von Biogasgülle und Gärrückständen im Acker und Grünland

Die 2. Auflage der vorliegenden Richtlinie bietet den Anwendern nicht nur einen wertvollen Leitfaden zur Verwertung unterschiedlichster Substrate in Biogasanlagen sondern auch wichtige Informationen zum sach- und umweltgerechten Einsatz der anfallenden Fermentationsrückstände auf landwirtschaftlichen Nutzflächen.

2. Auflage, 2007

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