Wirtschaftsdünger - Festmist

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Zuletzt geändert: 20.11.2018
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Traktor mit Miststreuer auf einem grünen feld, im Hintergrund ein Berg
Traktor mit Miststreuer

Unter Stallmist wird vorwiegend ein Gemisch aus Kot und Harn mit Einstreu verstanden. Ein geringer Anteil des anfallenden Harns wird von der Einstreu aufgesaugt und gebunden. Zusammensetzung, Lagerung und Aufbereitung beeinflussen die Eigenschaft und Art des Stallmists, wobei in Frischmist, Stapelmist, Tiefstallmist und Rottemist unterschieden wird.

Hierbei gilt die Vorgabe den Prozess der Rotte bzw. Mineralisierung zu optimieren um die Nährstoffverfügbarkeit zu verbessern und N-Verluste auf ein Minimum zu reduzieren. Einfluss auf den Prozess der Rotte (Temperatur und Zeitpunkt der Reife) haben Art und Menge des Strukturmaterials bzw. der Einstreu (Stroh, Strauchschnitt, Sägespäne/-mehl usw.), der Feuchtigkeitsgehalt (trocken, nass) und der Grad der Verdichtung (Höhenbegrenzung von 2 m bei Stapelmist; Verdichten der Einstreu durch das Eigengewicht des Tierbestands bei Tiefstallmist usw.).

Unterschiede in der Aufbereitung

Es sind prinzipiell das Warmmistverfahren (Stapelmist, Rottemist) und das Kaltmistverfahren zu unterscheiden. Zu Letzterem  gehört unter anderem eine Variante des Stapelmists, das Kaltstapelmistverfahren, als auch der Tiefstallmist (Tretmist). Die Absicht besteht in der Reduzierung von Kohlenstoff- und Stickstoffverlusten durch die Verringerung der Luftzufuhr anhand der dichten Lagerung des Festmistes. Hierbei sollen Temperaturen ≤ 30 °C im Gegensatz zu den Warmmistverfahren (40 – 50 °C) nicht überschritten werden.

Nährstoffgehalte und Humus

Da der Nährstoffgehalt des Festmists einerseits vom Ausgangsmaterial und dem Lagerungsverfahren, andererseits von der Intensität der Fütterung (z.B. Auswahl des Kraftfutters, P-reduzierte Fütterung usw.) und Leistung der Nutztiere beeinflusst wird, werden regelmäßige Analysen empfohlen.

Gut kompostierter Stallmist erweist sich aufgrund seines günstigen Humusnachlieferungspotentials und der langsamen Mineralisierung von Nährstoffen (Jahreswirksamkeit, Tab. 1) von Vorteil für die Stabilisierung der Bodenstruktur und unterstützt infolge eine ausgewogene Pflanzenernährung.

Tab. 1 Jahreswirksamkeit des Wirtschaftsdüngerstickstoffs in % bezogen auf die feldfallenden Stickstoffmengen für Acker- und Grünland (BMLFUW, 2006)
Stallmist Rottemist Kompost Jauche Gülle Rind Gülle Schwein Gülle Huhn
Acker- und Grünland 50 30 10 100 70 80 85

Zu beachten ist, dass der Stallmist bzw. kompostierte Stallmist aufgrund des höheren Gehalts an Rohfaser eine langsamere „N-Wirkung“ im Vergleich zu Gülle aufweist.

Quelle: Richtlinien für die sachgerechte Düngung 6. Auflage

Jahreswirksamkeit von Stickstoff

Mit der Verwendung unterschiedlicher Wirtschaftsdünger  in der Landwirtschaft ergeben sich meist Fragen betreffend der Jahreswirksamkeit von Stickstoff (N) in Wirtschaftsdüngern (als auch Komposten)

Hier ist der jährlich anfallenden Stickstoff aus der Tierhaltung (je Stallplatz) nach Abzug der Stall-, Lager- und Ausbringungsverlust vom verbliebenen feldfallenden Stickstoff zu unterscheiden. Für die Berechnung des jahreswirksamen Stickstoffs wird der feldfallende Stickstoff mit den Werten aus Tab. 1 multipliziert. Unter Jahreswirksamkeit werden die direkte Wirkung zum Zeitpunkt der Ausbringung sowie die nachträgliche Stickstoffmineralisierung verstanden.

Bei einer regelmäßigen Anwendung von Wirtschaftsdüngern (und Komposten) kann im Ackerbau mit einer Nachwirkung von 3 bis 5 % gerechnet werden (BMLFUW, 2006). Die Verfügbarkeit und Mineralisierung der Nährstoffe wird einerseits von der Zusammensetzung des Wirtschaftsdüngers andererseits von den regionalen Bodenverhältnissen und klimatischen Bedingungen (Witterung), wie Niederschlag und Temperatur beeinflusst.

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