Kompost

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Zuletzt geändert: 20.11.2018
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Kompostieranlage
Kompostieranlage

Die Verwendung von Kompost findet seine Bedeutung in der Landwirtschaft als auch im Gartenbau und Hobbygartenbau. Die Qualitätsanforderungen, die Art und die Herkunft der Ausgangsmaterialien sowie das Ende der Abfalleigenschaft von Komposten aus Abfällen sind gemäß Kompostverordnung 2001 geregelt.

Für die betriebseigene Herstellung von Komposten können von landwirtschaftlichen/gartenbaulichen Betrieben Ausgangsmaterialien gem. Kompostverordnung 2001 verwendet werden. Es besteht gleichermaßen die Möglichkeit Kompost von spezialisierten Herstellern zu beziehen. Komposte stellen eine denkbare Alternative zu mineralischen Düngemitteln dar wenn dies die betriebswirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen zulassen. Grundsätzlich wird insbesondere im Jahr der Anwendung aufgrund der geringen Jahreswirksamkeit von Kompost (ca. 10 %) eine Stickstoff – Ergänzungsdüngung (Gülle, Jauche, Mineraldünger) empfohlen. Dies hat jedoch unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen (gem. §32 Absatz 2 Wasserrechtsgesetz - WRG 1990; BGBl. Nr. 252/1990) zu erfolgen.

Eine Vielzahl von Kompostierungssystemen hat sich über die letzten Jahrzehnte entwickelt, wie u.a. durch die Verwendung von verschiedenen technische Anlagen, unterschiedlichen Mietengrößen sowie Rottedauerperioden usw.

Das folgende exemplarische Beispiel gibt eine systematische Übersicht zum Aufbau und den biologischen Prozessen von/in Komposten: Für die Anlage eines Komposts wird das anfallende Material in Mieten (z.B. Dreiecksmiete; max. Höhe 1,5 - 2 m, Breite 3 – 5 m) angelegt und in Abhängigkeit von der Qualität des Ausgangsmaterials in regelmäßigen Abständen über einen Zeitraum von 8 - 12 Wochen 3 - 4 mal pro Woche mit einer Kompostwendemaschine bzw. -umsetzmaschine gewendet. In Summe bleiben die Mieten ca. 20-24 Wochen bestehen.

Phasen der Kompostierung - die Abbauphase

Zur Vereinfachung werden drei Phasen im Kompostierungsprozess unterschieden. Beginnend mit der Abbauphase (Intensiv(Heiß-)rotte; 8 - 12 Wochen) des organischen Materials wird die Rotte primär vom Corg/Ntotal - Verhältnis (org. Kohlenstoff/Gesamtstickstoff-Verhältnis) des Ausgangs- bzw. Strukturmaterial beeinflusst.

C-org/N-total-Verhältnis von ausgewählten Einstreumaterialien (LK Salzburg, 2009)
Laubstreu 25-40:1
Haferstroh 50:1
Weizenstroh 100:1
Strauchschnitt 100-150:1
Sägemehl 500:1

Quelle: LK Salzburg (2009): Wirtschaftsdünger. Anfall, Lagerung, Verwertung, Umwelt. 1. Auflage, Salzburg.

Um eine Stickstofffestlegung im Kompost zu verhindern ist auf ein Corg/Ntotal - Verhältnis von 20 - 30:1 während der Rotte zu achten. Über die Einarbeitung von Strukturmaterial (oder Einstreumaterial) werden die Lagerung sowie der Sauerstoffgehalt für einen optimalen Rotteprozess geregelt und die mikrobielle Aktivität vorangetrieben.

Mit der Mineralisierung der organischen Substanz durch Mikroorganismen steigen die Temperaturen auf ca. 60-70°C (thermophile Phase). Die Erhitzung des Komposts während der Rotte führt weitgehend zur Hygienisierung und zum Absterben von pathologisch problematischen Keimen von Krankheitserregern (Bakterien, Viren und Wurmeiern). Die Messung der Temperatur erfolgt in diesem Stadium der Rotte täglich.

Umbauphase

Nach der Intensivrotte folgt die Umbauphase (Nachrotte) in der die pflanzlichen und tierischen Moleküle des ursprünglichen Materials abgebaut werden und neue Molekularstrukturen entstehen, welche als Grundlage der Entstehung von Huminstoffe (=Humus, hohe Stabilität gegen Mineralisierung) dienen. Während der zweiten Phase sinkt die Temperatur auf die jeweilige Umgebungstemperatur ab.

Aufbauphase

Die dritte und letzte Phase, die Aufbauphase, dient der Reifung des Kompostes durch Verbesserung der Struktur, der Nährstoffverfügbarkeit und dem Aufbau von stabilen Humusverbindungen (s.g. Dauerhumus). Während der gesamten Rottephase ist auf eine optimale Durchlüftung und einen ausreichenden Wassergehalt (40 - 60 %; ev. durch Bewässerung) zu achten.
Nach der Rotte wird das Material, je nach Verwendung, über Siebanlagen mit einer Maschenweite von 10 - 40 mm abgesiebt.

Vorteile der Verwendung von Kompost

Komposte weisen ähnlich dem Stallmist eine vergleichbare gute Humusreproduktionsleistung auf. Gemäß Angabe des „Verbands Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA)“ stellt das Humusäquivalent (Häq) einen Kennwert für die optimale Versorgung des Bodens mit organischer Substanz dar. Für Frisch- bzw. Fertigkomposte ergeben sich Richtwerte von  40-70 Häq (t FM)-1 wobei Stroh als Referenzmaterial einen Wert von 80 - 110 Häq (t FM)-1 aufweist (VDLUFA, 2004). Die Vorteile, die sich mit der Verwendung von Komposte ergeben sind die Stabilisierung der Bodenstruktur, die Verbesserung des Luft-Wasserhaushalts, die Förderung des Bodenlebens und eine beständige Nährstofffreisetzung (z.B. Stickstoff-Nachlieferungsvermögen).

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Probenahme Kompost
Eine Schaufel und zwei Kübel stehen zur Probenahme für Kompost bereit

Bei der Verwendung von Kompost als Düngemittel in der landwirtschaftlichen Produktion werden regelmäßige Untersuchungen empfohlen um eine ausreichende Versorgung der angebauten Kulturen und eine ausgeglichene Nährstoffbilanz über die Fruchtfolge zu garantieren.

Weitere Informationen

Kompo

Richtlinie für die Anwendung von Kompost aus biogenen Abfällen in der Landwirtschaft

Kompost ist ein „belebter Rohstoff“. Sein komplexer Aufbau setzt ein fundiertes Wissen über sein Verhalten und mögliche Wirkungen der Anwendung voraus. Die vorliegende Richtlinie fasst die wesentlichsten fachlichen, aber auch rechtlichen Informationen zusammen, die eine zielgerichtete und umweltgerechte Anwendung gewährleisten.

2. Auflage, 2010

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