Tularämie (Hasenpest)

Francisella tularensis

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Zuletzt geändert: 16.01.2017
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elektronenmikroskopische Aufnahme von Francisella tularensis

Die Tularämie (Hasen-, Nagerpest, Lemmingfieber, Hirschfliegenfieber, Ohara-Krankheit) ist eine auf der nördlichen Hemisphäre vorkommende, auf den Menschen übertragbare bakterielle Infektion, die durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht wird. Im äußersten Nordosten Österreichs besteht ein aktiver Tularämie-Naturherd, der mit den Endemiegebieten in der Slowakei und Tschechien entlang den Flüssen March und Thaya zusammenhängt. Sporadische Tularämiefälle sind auch in anderen Gebieten Österreichs möglich. So existiert im südlichen Burgenland und der angrenzenden Steiermark ein weiteres Endemiegebiet, in dem die Tularämie mehrmals bei Feldhasen nachgewiesen wurde. Tularämiefälle bei Feldhasen und Menschen wurden vereinzelt auch in Oberösterreich festgestellt.

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elektronenmikroskopische Aufnahme von Francisella tularensis

Die Tularämie (Hasen-, Nagerpest, Lemmingfieber, Hirschfliegenfieber, Ohara-Krankheit) ist eine auf der nördlichen Hemisphäre vorkommende, auf den Menschen übertragbare bakterielle Infektion, die durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht wird. Im äußersten Nordosten Österreichs besteht ein aktiver Tularämie-Naturherd, der mit den Endemiegebieten in der Slowakei und Tschechien entlang den Flüssen March und Thaya zusammenhängt. Sporadische Tularämiefälle sind auch in anderen Gebieten Österreichs möglich. So existiert im südlichen Burgenland und der angrenzenden Steiermark ein weiteres Endemiegebiet, in dem die Tularämie mehrmals bei Feldhasen nachgewiesen wurde. Tularämiefälle bei Feldhasen und Menschen wurden vereinzelt auch in Oberösterreich festgestellt.

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Übertragung

Übertragung

Die Übertragung erfolgt durch Kontakt- und Schmierinfektion oder Spritzer erregerhaltiger Flüssigkeiten (vor allem beim Zerlegen von Feldhasen), aber auch durch Zeckenbisse oder Insektenstiche. Es kann auch zu einer Staub- oder Tröpfcheninfektion beim Abhäuten oder Zerlegen von infizierten Feldhasen und bei Arbeiten mit landwirtschaftlichen Produkten wie Heu, Stroh, Getreide oder Zuckerrüben kommen, wenn diese mit Exkreten oder Kadavern von Mäusen kontaminiert sind.

Orale Infektionen durch kontaminierte Lebensmittel oder erregerhältiges Wasser sind möglich.

Symptome

Symptome

Das Krankheitsbild ist je nach Übertragungsweg und Eintrittsort des Erregers sehr vielfältig. Die häufige kutano- und die seltenere okuloglanduläre Form entstehen durch Kontakt- und Schmierinfektion oder Spritzer erregerhaltiger Flüssigkeiten, die kutanoglanduläre Form auch durch Zeckenbisse oder Insektenstiche. Die thorakale oder oralglanduläre Form entwickelt sich nach aerogener Staub- oder Tröpfcheninfektion. Abdominale oder oralglanduläre Formen treten nach oraler Infektion durch kontaminierte Lebensmittel oder erregerhältiges Wasser auf.

Während bei einer Infektion durch Feldhasen meist die ulceroglanduläre oder glanduläre Form mit Entzündung der Lymphknoten an den oberen Extremitäten beobachtet wird, liegt die Eintrittsstelle der Erreger bei einer Übertragung durch Arthropoden eher im Bereich der unteren Extremitäten.

Erkrankte Feldhasen können ungewöhnliche Bewegungen ausführen und fehlendes Fluchtverhalten zeigen.

Bekämpfung

Bekämpfung

Verendete und kranke, getötete Feldhasen sowie erlegte Feldhasen mit krankhaften Veränderungen an den inneren Organen dürfen auf keinen Fall weggeworfen oder vergraben werden, sondern sollten zur Untersuchung an das IVET in Mödling eingeschickt oder seuchensicher entsorgt werden.

Da Feldhasen mit chronischer Nierentularämie die Francisellen über lange Zeit mit dem Harn ausscheiden, sollten Jäger in den Endemiegebieten verstärkt darauf achten, kranke Tiere mit ungewöhnlichem Verhalten zu töten, um eine weitere Erregerverbreitung zu verhindern.

Kranke, getötete oder verendete Feldhasen dürfen nicht abgehäutet werden, sondern sollten nur mit Handschuhen berührt und sofort sicher verpackt werden, um eine Infektion von Menschen durch Einatmen von erregerhältigem Staub oder Berührung von Fell, Blut oder Exkreten zu verhindern.

Nachweisverfahren

  • Erregeranzüchtung
  • PCR

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