Pneumokokken

Streptococcus pneumoniae

Zuletzt geändert: 17.05.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Pneumokokken sind Bakterien, die eine schwere Lungenentzündung hervorrufen können. Pneumokokken-Infektionen treten zu allen Jahreszeiten auf, zeigen allerdings eine saisonale Häufung in den Wintermonaten. Die WHO schätzt, dass pro Jahr weltweit etwa 1,6 Millionen Todesfälle durch Pneumokokken-Infektionen verursacht werden.

Vorkommen

weltweit

Erregerreservoir

Mensch

Infektionsweg

Die Kolonisierung des Nasenrachenraumes mit Pneumokokken erfolgt meist schon im Kleinkindalter, meist während der ersten beiden Lebensjahre und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Pneumokokken können durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Symptomatik

Bei Erwachsenen tritt überwiegend eine Lungenentzündung (Pneumokokken-Pneumonie) auf. Zudem können Erkrankungen wie Gelenksentzündung (Arthritis), Herzklappenentzündung (Endokarditis) und Bauchfellentzündung (Peritonitis) auftreten.

Therapie

Die Erkranung kann mit Antibiotika behandelt werden. Derzeit stehen in Österreich drei Impfstoffe zur Verfügung.

Situation in Österreich

Pneumokokken-Erkrankungen sind in Österreich sehr häufig. Meldepflichtig sind allerdings nur invasive Erkrankungen. Im Jahr 2020 wurden 356 invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPE) durch das nationale Surveillancesystem für IPE registriert. Daraus resultiert eine Inzidenz von 4,0/100.000 Personen.

Abbildung 1: Invasive Pneumokokken-Erkrankungen in Österreich 2005-2020


Legende

    Fachinformation

    Seit Juli 2006 sind durch eine Änderung des Epidemiegesetzes von 1950 nicht nur die Pneumokokken-Meningitis, sondern alle invasiven Pneumokokken-Erkrankungen gesetzlich meldepflichtig. Als invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) werden vor allem die klinischen Präsentationen Meningitis, Sepsis und Pneumonie/Bakteriämie bezeichnet.

    Pneumokokken-Infektionen treten zu allen Jahreszeiten auf, zeigen allerdings eine saisonale Häufung in den Wintermonaten. Pneumokokken sind ein Teil der normalen Keimflora des oberen Respirationstraktes. Die Unterteilung der Pneumokokken in mehr als 90 Serotypen erfolgt anhand der unterschiedlichen Polysaccharidkapseln. Der Großteil der Erkrankungen wird von einigen wenigen Serotypen verursacht.

    Die Kolonisierung des Nasenrachenraumes mit Pneumokokken erfolgt meist schon im Kleinkindalter, meist während der ersten beiden Lebensjahre und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Pneumokokken können durch Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Infektionen gehen meist von der patienteneigenen Keimflora aus (endogen) und werden durch eine herabgesetzte Immunitätslage gefördert. Die WHO schätzt, dass pro Jahr weltweit etwa 1,6 Millionen Todesfälle durch Pneumokokken-Infektionen verursacht werden.

    Symptomatik

    Eine Infektion mit Pneumokokken kann zu lokal begrenzten oder zu invasiven Erkrankungen führen. Die häufigsten klinischen Symptome einer Pneumokokken-Infektion sind Pneumonie (Lobär- und Bronchopneumonie), Bakteriämie und Meningitis. Bei Erwachsenen tritt überwiegend eine Pneumokokken-Pneumonie auf. Zudem können Erkrankungen wie Gelenksentzündung (Arthritis), Herzklappenentzündung (Endokarditis) und Bauchfellentzündung (Peritonitis) auftreten.
    Zu den häufigsten nicht-invasiven Erkrankungen zählen Bronchitis, Mittelohrentzündung (Otitis media) und Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

    Therapie, Prävention

    Die antibiotische Behandlung von Pneumokokken-Infektionen sollte dem klinischen Erkrankungsbild angepasst erfolgen. Derzeit stehen in Österreich 3 Impfstoffe zur Verfügung, ein 7-valenter, ein 10-valenter bzw. ein 13-valenter Konjugatimpfstoff (PCV7, PCV10, PCV13) und ein 23-valenter Polysaccharidimpfstoff (PPV23). Das österreichische Gesundheitsministerium empfiehlt die Immunisierung aller Kinder und der Erwachsenen ab dem 51. Lebensjahr. Detaillierte Information zur Immunisierung in allen Altersgruppen, Auffrischungsimpfungen, Indikations- und Reiseimpfungen sind im österreichischen Impfplan erhältlich. Alle zurzeit in Österreich zugelassenen Impfstoffe sind auf der Seite des BASG (Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen)veröffentlicht.

    Diagnostik

    Das Vorliegen einer invasiven Pneumokokken-Erkrankung wird durch den Nachweis von S. pneumoniae in sonst sterilen Körperflüssigkeiten (z. B. Liquor, Blut, Gelenks-, Pleura-, Ascites- und Peritoneal-Punktate) definiert.

    Kontakt, Formulare

    Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken
    Beethovenstraße 6
    8010 Graz
    Telefon: +43 50 555-61263
    Mag. Claudia Mikula
    claudia.mikulano@Spam@agesno.Spam.at

    Downloads

      Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken - Jahresbericht 2020 (449 K)
      Datei Download

      Nationale Referenzzentrale für Pneumokokken - Jahresbericht 2019 (503 K)
      Datei Download

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