Norovirus

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Zuletzt geändert: 08.04.2019
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Noroviren gelten weltweit als eine der häufigsten Ursachen für akute nicht-bakteriell bedingte Gastroenteritiden und sind für einen Großteil der Ausbrüche akuter viraler Gastroenteritis in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern sowie Senioren- und Pflegeheimen verantwortlich. Noroviren (früher Norwalk-like-Viren) zählen zur Familie der Caliciviridae. Es handelt sich um einzelsträngige, nicht-umhüllte RNA-Viren, die erstmals 1972 durch immunelektronenmikroskopische Untersuchungen nachgewiesen wurden.

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Noroviren gelten weltweit als eine der häufigsten Ursachen für akute nicht-bakteriell bedingte Gastroenteritiden und sind für einen Großteil der Ausbrüche akuter viraler Gastroenteritis in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern sowie Senioren- und Pflegeheimen verantwortlich. Noroviren (früher Norwalk-like-Viren) zählen zur Familie der Caliciviridae. Es handelt sich um einzelsträngige, nicht-umhüllte RNA-Viren, die erstmals 1972 durch immunelektronenmikroskopische Untersuchungen nachgewiesen wurden.

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Übertragung

Das Virus wird sowohl in großen Mengen über den Stuhl als auch über Erbrochenes ausgeschieden. Die Infektiosität ist sehr hoch, die minimale Infektionsdosis liegt bei 10-100 Viruspartikeln und ist damit sehr gering.

Als Infektionsweg kommen die fäkal-orale Route sowie die aerogene Übertragung durch virushaltige Aerosole in Frage. Die Übertragung erfolgt entweder direkt von Mensch zu Mensch oder indirekt über kontaminierte Flächen, Gegenstände, Nahrungsmittel oder Wasser.

Die Ansteckungsfähigkeit besteht während der akuten Erkrankung und mindestens bis zu 48 Stunden nach Sistieren der klinischen Symptome. Das Virus kann in Regel 7-14 Tage nach einer akuten Erkrankung über den Stuhl ausgeschieden werden. Die Inkubationszeit beträgt ca. 15-48 Stunden.

Symptome

Die Erkrankung beginnt meist mit heftigem Erbrechen und Durchfall; weitere Symptome, die auftreten können, sind abdominale Schmerzen, Kopfschmerzen, Myalgien und Mattigkeit.

Die klinischen Symptome dauern etwa 12-60 Stunden. Die Erkrankung ist in der Regel selbstlimitierend.

Therapie

In der Regel reicht eine ambulante Behandlung aus. Die Therapie erfolgt symptomatisch durch Ausgleich des zum Teil erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes. Eine kausale antivirale Therapie steht nicht zur Verfügung.

Erkrankte Personen sollten in der akuten Erkrankungsphase Bettruhe einhalten und bis zu 48 Stunden nach Sistieren der klinischen Symptome den Kontakt mit anderen Personen möglichst einschränken. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht wahrscheinlich erst mit Beginn der akuten Erkrankung, so dass für nicht erkrankte Kontaktpersonen keine Maßnahmen erforderlich sind. Allerdings besteht eine Ansteckungsfähigkeit bereits bei Auftreten geringer gastrointestinaler Beschwerden.

Erkrankungen

Im Jahr 2015 wurden in Österreich 701 Norovirus-Infektionen an die zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet (Stand 23.02.2016). An der Nationalen Referenzzentrale für Noroviren in Graz wurden  insgesamt 255 Untersuchungen auf Noroviren durchgeführt. Nach Abzug der Mehrfacheinsendungen ergeben sich daraus 244 untersuchte PatientInnen. Insgesamt wurden 79 Norovirus-Infektionen nachgewiesen (32,4 %). Wie in den Vorjahren, zeigen die Norovirus-Erkrankungen auch im Jahr 2015 eine deutliche Wintersaisonalität.

An der Referenzzentrale für Noroviren wurden 21 zeitliche und örtliche Cluster von Gastroenteritis-Fällen mit Verdacht auf Norovirus-Infektion aus dem ganzen Bundesgebiet untersucht. Im Jahr 2015 waren Alters-/Pflege-/Seniorenheime die am häufigsten betroffenen Einrichtungen, gefolgt von Krankenhäusern. Durch Noroviren der Genogruppe II wurden 16 Ausbrüche verursacht. Die Genogruppe II stellte mit 95 % die häufigste Genogruppe dar.


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