Newcastle Disease

NCD

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Zuletzt geändert: 02.09.2019
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Newcastle Disease (NCD) oder atypische Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Vögeln, die zu hoher Morbidität und Mortalität bei Wirtsvögeln führen kann. Erreger der NCD ist das Newcastle Disease Virus (NDV), ein Einzelstrang RNA Virus aus der Familie der Paramyxoviridae.

NDV wird der Gattung Avulavirus zugeordnet. Es werden apathogene, lentogene (schwach pathogen), mesogene (wenig virulent) und velogene (hoch virulent) Virustypen unterschieden.

In Knochenmark und Muskulatur von Schlachtgeflügel bleibt das NCD-Virus bei -20⁰C 6 Monate, bei 1⁰C bis zu 134 Tage infektiös. In verseuchten Ställen bleicht das Virus je nach Umgebungstemperatur 30-25 Tage infektiös. Durch Eintrocknung kann die Infektiosität des Virus über Jahre konserviert bleiben.

LINK zur OIE: Newcastle disease

Europäische Kommission: Newcastle Disease

Die aktuelle Seuchensituation in Österreich und den übrigen EU-Mitgliedstaaten ist auf der Homepage des BMASGK-Verbrauchergesundheit ersichtlich: LINK zu Verbrauchergesundheitsseite

Newcastle Disease (NCD) oder atypische Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Vögeln, die zu hoher Morbidität und Mortalität bei Wirtsvögeln führen kann. Erreger der NCD ist das Newcastle Disease Virus (NDV), ein Einzelstrang RNA Virus aus der Familie der Paramyxoviridae.

NDV wird der Gattung Avulavirus zugeordnet. Es werden apathogene, lentogene (schwach pathogen), mesogene (wenig virulent) und velogene (hoch virulent) Virustypen unterschieden.

In Knochenmark und Muskulatur von Schlachtgeflügel bleibt das NCD-Virus bei -20⁰C 6 Monate, bei 1⁰C bis zu 134 Tage infektiös. In verseuchten Ställen bleicht das Virus je nach Umgebungstemperatur 30-25 Tage infektiös. Durch Eintrocknung kann die Infektiosität des Virus über Jahre konserviert bleiben.

LINK zur OIE: Newcastle disease

Europäische Kommission: Newcastle Disease

Die aktuelle Seuchensituation in Österreich und den übrigen EU-Mitgliedstaaten ist auf der Homepage des BMASGK-Verbrauchergesundheit ersichtlich: LINK zu Verbrauchergesundheitsseite

Übertragung

Die Übertragung kann über die Luft, direkt oder über Gegenstände erfolgen. Die Verbreitung der Erkrankung wird begünstigt durch die hohe Tenazität des Virus sowie das breite Wirtsspektrum. Ansteckungsquellen sind oft klinisch inapparent infizierte, erkrankte Tiere oder Tiere in der Inkubationszeit. 

NDV wird in großen Mengen über Kot, Augen-, Nasen- und Rachensekrete und alle weiteren Körperflüssigkeiten ausgeschieden. Die Ausscheidung dauert ca. 26 Tage; bei geimpften Tieren ca. 40 Tage. Die Erreger werden direkt von Tier zu Tier wie auch indirekt über alle Gerätschaften, Stallstaub und Luft, Schuhe, und Fahrzeuge verbreitet. Große Bedeutung spielt die transovarielle Virusübertragung, wobei infizierte Küken aus NCD-Virus verseuchten Eier schlüpfen.

Für Neueinschleppung der Seuche in seuchenfreie Regionen spielt der Handel mit lebenden oder geschlachteten Geflügel bzw. deren Produkte eine Rolle (Einschleppung auch über Gefriergeflügel!). Auch über Verfüttern von Küchenabfällen, Einstreu, Futter, Stallgeräte und Transportbehältnisse ist eine Virusübertragung möglich. Im Vergleich dazu ist die Übertragungswahrscheinlichkeit über Wildvögel gering. In Bezug auf Wildvögel sind Wasservögel und wilde Hühnervögel ein natürliches Reservoir für Epidemien.

Verbreitung

Verbreitung

NCD ist weltweit verbreitet. Durch Bekämpfungsmaßnahmen hat die Krankheit in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Die NCD ist in Österreich bei Geflügel zuletzt 1997 aufgetreten und wird aber bei Wildtauben sporadisch beobachtet. Im Juli 2018 wurde ein Ausbruch von NCD in Belgien bei Haushühnern gemeldet.

Eine Infektion mit Newcastle Disease Virus kann bei allen Vögeln auftreten; der Erreger konnte bereits von 240 Vogelarten isoliert werden. An NCD erkranken in erster Linie Hühner und Truthühner aller Altersgruppen. Bei Hühnervögeln führt die Erkrankung aufgrund der teilweise hohen Letalität zu großen wirtschaftlichen Verlusten durch Produktions- und Mastausfällen.

Auch Menschen können davon betroffen sein (Bindehautentzündung!)

Symptome

Das Krankheitsbild erinnert an die Geflügelpest („Vogelgrippe“), daher wird die Newcastle-Krankheit in Fachkreisen auch als atypische Geflügelpest bezeichnet.

Die Ausprägung der Krankheitssymptome und pathologischen Veränderungen hängt von der Pathogenität des Virusstammes, der Wirtsspezies sowie von der Immunkompetenz der betroffenen Tiere ab. Bei infizierten Haushühnern oder Tauben kann NCD je nach Virusstamm vom plötzlichen Tod mit 100 % Mortalität der Herde bis zur subklinischen Infektion variieren. Ein bestimmter Virusstamm, der bei Hühnern und Puten zu hoher Morbidität und Mortalität führt, kann bei anderen Vogelarten nur eine milde bis inapparente Infektion auslösen.

Die NCD ist eine zyklische Infektionskrankheit. Der Erreger wird über die Schleimhäute des oberen Verdauungs- und Atmungstrakts aufgenommen und gelangt in die Blutbahn. 24 bis 48 Stunden p. i. ist es in der Blutbahn nachweisbar. Die Virusvermehrung findet in der Milz, in den Retikulumzellen und im Gefäßendothel statt, anschließend kommt es zur generalisierenden Virämie, wobei das Virus mit den Erythrozyten in alle Organe verbreitet wird. Das Virus siedelt sich bevorzugt in Darm, Lunge und ZNS an.

Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 7 Tage.

Bei geringer Pathogenität treten nur milde bzw. keine Symptome auf.

Bei hoher und mittlerer Pathogenität können folgende Symptome auftreten: drastischer Rückgang der Legeleistung, Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, schnupfenähnliche Symptome, Atemnot, Durchfall, zentralnervale Störungen (Kopfverdrehen), hohe Sterblichkeit.

Häufig wird Dyspnoe beobachtet - eine Folge der durch Kreislaufstörungen verursachten Lungenstauung und den im Verlaufe der Encephalitis auftretenden Schäden des Atemzentrums.
Die pathologisch-anatomischen Veränderungen sind abhängig vom Verlauf der Infektion. Das Sektionsbild geht von unauffällig (perakuter Verlauf) über Petechien und Ekchymosen in Larynx, Trachea, Ösophagus, Drüsenmagen sowie an den serösen Häuten, ferner Hämorrhagien im Darm (akuter Verlauf) bis zu diphtheroiden Entzündungen in Ösophagus, Kropf, Drüsenmagen und im Darmtrakt (Zäkaltonsillen!) bei schweren Fällen. Hämorrhagische Nekrosen können zudem im Pankreas und in den Eifollikeln vorkommen. Histologisch ist in 90 % der Erkrankungsfälle eine nicht-eitrige Encephalitis nachweisbar.

Beim Menschen können diese Viren in Einzelfällen eine Bindehautentzündung hervorrufen.

Differentialdiagnostisch kommen alle Krankheiten mit:

  • akut ansteigender Mortalität,
  • respiratorischen Störrungen,
  • Störrungen des ZNS,
  • Abfall der Legeleistung,
  • Reduktion der Gewichtszunahme und
  • petechialen Blutungen auf Serosen

in Frage z.B. Infektiöse Bronchitis, Infektiöse Laryngitis, Aviäre Influenza, Marek Disease, Geflügelcholera, Mykoplasmosen, Mangelerscheinungen.

Bekämpfung / Prävention

Die NCD ist eine anzeigepflichtige Krankheit. Anzeigepflichtig im Sinne der EU-Richtlinie (Richtlinie (EU) 2018/597) sind NCD-Infektionen bestimmter gesetzlich festgelegter Tierarten und Nutzungsgruppen von Tieren mit genau definierten Erregern. Nur der labormäßige Nachweis eben dieser Erreger gemäß der entsprechenden Richtlinie entscheidet über das Vorliegen einer anzeigepflichtigen Erkrankung und nicht das Vorhandensein bzw. das Fehlen bestimmter klinischer oder pathologischer Veränderungen.

Das Auftreten klinisch verdächtiger Erscheinungen ist dem Amtstierarzt zu melden, der Proben zur Diagnose einsendet. Nur hochpathogene Virustypen mit einem intracerebralen Pathogenitätsindex (ICPI) über 0,7 werden als Seuche angezeigt.

Für Wirtschaftsgeflügel gelten andere Bestimmungen als für gehaltene Tauben (Brieftauben). Eine prophylaktische Impfung ist in Österreich erlaubt und wird bei Hühnern, Puten und Tauben (Brief- und Zuchttauben) auch durchgeführt.

Diagnostik

Diagnostik

Beim geringsten Verdacht sind vom zuständigen Amtstierarzt nach telefonischen Kontaktaufnahme (+43 50555 38112, 0664 9670940) die gesetzlich vorgeschriebenen Proben an das Nationale Referenzlabor zu schicken.

Probenart für Probennahme:

Lebende Tiere:

  • Rachen- und Kloakentupfer (keine bakteriologischen Tupfertransportmittel)
  • Serum

Proben von toten Tieren:

  • Organmaterial insbesondere Gehirn, Lunge, Leber, Niere, Herz

Probentransport und Kurzzeitlagerung:  bei +4 °C

Nachweismethoden nach OIE:

Direkter Erregernachweis:

  • Schnelldiagnose: Quantitative RT PCR, konventionelle RT-PCR 
  • Die Pathotypisiertung durch Sequenzierung: bestimmt, ob es sich um ein hoch- bzw. niedrigpathogenes Virus handelt.
  • Virusnachweis über Eikultur und Haemagglutination: Der Erregernachweis wird durch Verimpfung von Organsuspensionen aus Gehirn, Lunge, Leber, Niere und Herz erkrankter Tiere in die Allantoishöhle von 9-11 Tage alten Hühnerembryonen durchgeführt.

Indirekter Virusnachweis (Antikörpernachweis):

Bei chronischen Erkrankungsformen können Antikörper nachgewiesen werden; allerdings muss der Impfstatus der Tiere berücksichtigt werden.

  • Haemaklutinationshemmung

Diagnostisches Labor / Nationales Referenzlabor:

Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen  Mödling (= Nationales Referenzlabor)
Robert Koch-Gasse 17
A-2340 Mödling
Tel.Nr.: +43 50 555-38112
e-mail: vetmed.moedlingno@Spam@agesno.Spam.at

Ansprechpartner:

Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schmoll, friedrich.schmollno@Spam@agesno.Spam.at
Dr. Eveline Wodak, eveline.wodakno@Spam@agesno.Spam.at 
Dr. Sandra Revilla-Fernández, sandra.revilla-fernandezno@Spam@agesno.Spam.at


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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