Listerien

Listeria monocytogenes

Zuletzt geändert: 31.08.2021
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Tierseuchenkategorien:

Steckbrief

Listerien sind Bakterien. Sie sind die Erreger der Listeriose, einer seltenen, hauptsächlich durch Lebensmittel übertragenen Erkrankung.

Vorkommen

Listerien sind in der Umwelt weit verbreitet, z. B. in Abwässern, in der Erde und auf Pflanzen. Lebensmittel tierischer Herkunft wie Rohmilch und Rohmilchprodukte sowie rohes Fleisch, aber auch Fleisch- und Fischprodukte wie aufgeschnittene, abgepackte Wurst und Räucherfisch können Listerien enthalten. Aus pasteurisierter Milch hergestellte Produkte wie Schmier- oder Weichkäse können während der Herstellung kontaminiert werden.

Erregerreservoir

L. monocytogenes kann häufig in der Umwelt, im Boden und Wasser gefunden werden. Tiere können den Erreger zwar ohne zu erkranken in sich tragen, es kommen bei Wiederkäuern aber durch Listerien verursachte Fehlgeburten vor. Lebensmittelverarbeitende Betriebe können ein Reservoir für diese Erreger darstellen, in deren Folge (weiter-)verarbeitete Nahrungsmittel kontaminiert werden. Auf Grund ihrer Fähigkeit zu Wachstum auch bei niedrigen Temperaturen vermehren sich Listerien sogar im Kühlschrank; daher können kontaminierte Lebensmittel nach Lagerung im Kühlschrank hohe Keimzahlen enthalten.

Infektionsweg

Die Erregeraufnahme erfolgt hauptsächlich durch den Verzehr von kontaminierten tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Bei Schwangeren können die Erreger auch ohne jegliche Symptome einer mütterlichen Erkrankung auf das ungeborene Kind übertragen werden. Sehr selten findet auch eine Weiterverbreitung durch Übertragung von Mensch zu Mensch (Krankenhausinfektionen von Neugeborenen) sowie durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Hautinfektionen) statt.

Inkubationszeit

Im Rahmen einer Lebensmittelinfektion können sich erste Krankheitszeichen innerhalb von 1-70 Tagen zeigen. Septikämische Verläufe: 1-12 Tage (Median 2 Tage); neurologische Verläufe: 1-14 Tage (Median 9 Tage); schwangerschaftsassoziierte Fälle: 17-70 Tage (Median 27,5 Tage).

Symptomatik

Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion meist ohne Krankheitszeichen oder nur mit Durchfall. Im Allgemeinen schützt das menschliche Immunsystem ausreichend gegen schwere Krankheitsverläufe und viele Infektionen vergehen praktisch unbemerkt und ohne Folgen. Schwere Erkrankungen betreffen hauptsächlich immungeschwächte Menschen (z. B. an Krebs Erkrankte, PatientInnen unter hochdosierter Cortisontherapie etc.). Wird eine Listeriose diagnostiziert, liegt fast immer ein invasiver Krankheitsverlauf vor, das bedeutet, dass die Bakterien jenseits des Verdauungstraktes streuen. Die invasive Listeriose äußert sich durch heftige Kopfschmerzen, starkes Fieber, Übelkeit und Erbrechen. In der Folge kann es zu Hirn- bzw. Hirnhautentzündung oder Sepsis (Blutvergiftung) kommen, die bei rund einem Viertel der Patientinnen und Patienten tödlich enden. Die Erreger können aber auch an anderen Körperstellen entzündliche Prozesse verursachen (z. B. Wirbelkörperentzündungen), diese Folgen werden aber selten beobachtet. Bei Schwangeren besteht die Gefahr einer Infektion des ungeborenen Kindes mit dem Risiko, dass es zu einer Früh- oder Totgeburt kommt. Beim infizierten Neugeborenen können sich Sepsis und Meningitis entwickeln.


Wenn VerbraucherInnen Sorge haben, sich nach Warnungen möglicherweise über kontaminierte Lebensmittel mit Listerien angesteckt zu haben, kann die Ärztin/ der Arzt eine Stuhlprobe an ein mikrobiologisches Labor für einen Listerienausschluss einsenden. Ein negatives Laborresultat sollte dann allfällige Sorgen beseitigen. Nur bei einem positiven Listerien-Nachweis im Stuhl kann man eine prophylaktische Gabe eines Antibiotikums in Erwägung ziehen; ohne kulturellen Erregernachweis gilt jedoch eine prophylaktische Antibiotikagabe als kontraindiziert, da das Risiko einer schweren Antibiotika-Nebenwirkung deutlich höher ist als das sehr niedrige Risiko, eine invasive Listeriose zu entwickeln.

Therapie

Bei invasiver Listeriose ist die Gabe von Antibiotika erforderlich. Dennoch verlaufen trotz gezielter Therapie bis zu 30 % der invasiven Listeriosen tödlich.

Vorbeugung

Allgemeine Grundregeln, um das Risiko von Lebensmittelinfektionen zu minimieren, sind:

  • Früchte, Beeren, Gemüse und vorgeschnittene verpackte Blattsalate vor Verzehr oder Weiterverarbeitung gründlich mit Leitungswasser abspülen
  • Fleisch- und Fischgerichte gründlich durchgaren
  • Rohmilch vor Verzehr abkochen
  • Faschiertes nicht roh essen
  • mögliche Risikolebensmittel wie Weichkäse, Schmierkäse, aufgeschnittene Wurstwaren oder geräucherte Fische immer getrennt von anderen Lebensmitteln lagern
  • immungeschwächte Menschen, Schwangere und Alte sollten auf den Verzehr möglicher Risikolebensmittel verzichten und keinesfalls nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit verspeisen

Situation in Österreich

Mensch

2020 wurden 41 laborbestätigte Fälle an invasiver Listeriose gemeldet. Die 28-Tage-Letalität (= Gesamtletalität innerhalb von 28 Tagen nach Diagnosestellung) bei den invasiven Listeriosen betrug 30 % (12 von 41 Fällen). Von einem Patienten wurde kein Untersuchungsmaterial an die nationale Referenzzentrale für Listeriose geschickt, daher scheinen im Jahrebericht 2020 nur 40 Fälle auf.

Abbildung 1: Listeriose-Fälle in Österreich

Lebensmittel

Im Jahr 2020 wurden 3.335 Lebensmittelproben auf Listerien untersucht, davon 3.170 mittels qualitativer Methode (in 25 g), in 58 Proben wurden L. monocytogenes nachgewiesen:

  • in zwei von 97 (2.1 %) untersuchten Proben von rohen, verzehrsfertigen Schweinefleischprodukten sowie in drei von 32 (9,4 %) unspezifizierten, verzehrsfertigen Schweinefleischprodukten
  • in zwei von 12 (16,7 %) Proben von gemischten, nicht verzehrsfertigen Fleischprodukten
  • in drei von 140 (2,1 %) Proben von gekochten, verzehrsfertigen Fleischprodukten sowie in 12 von 119 (10,0 %) untersuchten fermentierten Würsten
  • in zwei von 36 (5,6 %) untersuchten Proben von verzehrsfertigen Fischprodukten sowie in vier von 79 (5,1 %) geräucherten Fischprodukten
  • in einer von 49 untersuchten Proben von geschnittenen Früchten
  • in 13 von 608 (2,1 %) untersuchten anderen verzehrfertigen Speisen

Eine Probe (verzehrfertiges Schweinefleischprodukt) enthielt mehr als 100 Kolonie-bildende Einheiten von L. monocytogenes je Gramm untersuchtes Lebensmittel (KBE/g), vier Proben enthielten L. monocytogenes zwischen 10-100 KBE/g: eine Probe verzehrfertiges Schweinefleisch, eine Probe von gekochten Fleischprodukten, eine Probe von den untersuchten Würsten, sowie eine Probe vom Gravad Lachs.

Nicht nachgewiesen wurde L. monocytogenes in 612 Proben von Frisch-, Hart- und Weichkäse aus pasteurisierter Milch sowie aus Rohmilch, in 115 Proben Feinbackwaren, in 22 Eiprodukten, in 20 Proben von Gewürzen, in 41 Proben geräucherten Fisches und in 70 Proben verzehrsfertiger Salate.

Keimreservoir Lebensmittel

Sofern keine Oberflächenkontamination oder nachträgliche Kontamination nach Öffnung der Verpackung erfolgt, sind einige Lebensmittel weitgehendst frei von Listerien: Bei unbehandelten Lebensmitteln, z. B. bei Karotten, Tomaten und saurem Obst wie Äpfel und Birnen ist das Risiko äußerst gering, zumal wenn durch Waschen oder Schälen eine eventuelle Oberflächenkontamination entfernt wurde.

Eine Kontamination von Lebensmitteln mit Listerien kann auf verschiedenen Stufen der Gewinnung und Bearbeitung erfolgen. Insbesondere Lebensmittel tierischer Herkunft wie Rohmilch und rohes Fleisch können bereits während der Gewinnung, z. B. beim Melken oder beim Schlachten, kontaminiert werden. Bei Käse, der aus unpasteurisierter Rohmilch hergestellt wird, ist eine Kontamination der Ausgangsmilch als Ursache für das Vorkommen von Listerien im Endprodukt nicht auszuschließen. Bei Käse, der aus wärmebehandelter Milch hergestellt wird, werden die Listerien bei der Pasteurisierung abgetötet. Bei mangelnder Hygiene im Bearbeitungsprozess ergeben sich jedoch nach der Wärmebehandlung erneute Kontaminationsmöglichkeiten für das Produkt. Meist erfolgt die für eine Infektionsübertragung relevante Kontamination von Käse erst bei der Reifung über eine Besiedelung der Rinde. In Käsesorten mit einer weichen, schmierigen Rinde können sich Listerien dann im Laufe der Reifung massiv vermehren. Sie sind oft nicht gleichmäßig über die gesamte Fläche, sondern vielmehr in Mikrokolonien punktuell verteilt.

Die Überlebens- und Vermehrungsfähigkeit von Listerien in Lebensmitteln ist von der technologischen Behandlung bzw. dem Herstellungsverfahren abhängig. Kochen, Braten, Sterilisierien und Pasteurisieren tötet die Bakterien ab. In Lebensmitteln, die wenig Wasser, viel Salz oder Konservierungsstoffe enthalten, oder die sehr sauer sind (z. B. Sauerkraut, Mixed Pickles und Joghurt), ist eine Vermehrung nur noch verzögert oder überhaupt nicht mehr möglich. Gute Wachstumsmöglichkeiten im Vergleich zu konkurrierenden Keimen haben Listerien bei reduziertem Sauerstoffangebot (z .B. in Vakuumverpackungen von Brühwürsten, Lachs und Räucherfisch) und langen Lagerzeiten der Lebensmittel unter Kühlung.

Tier

In den meisten Fällen wird L. monocytogenes nicht über das Tier, sondern über die unbelebte Umwelt bei der Verarbeitung in das Lebensmittel eingebracht. Eine Überwachung des Tierbestandes auf Listerien gilt deshalb nicht als zweckmäßig. Bei Rohmilch gilt die Verunreinigung mit Kot als häufigste Eintragsquelle, vereinzelt wurde eine direkte Keimeinbringung über eine Mastitis belegt.

Fachinformation

Humanmedizin

Diagnostik

Der kulturelle Erregernachweis aus Blut, Liquor, Eiter, Punktaten oder (bei Neugeborenen) Abstrichen von Nabel, Ohr oder Mekonium ist anzustreben. Der Nachweis von Listerien erfolgt mittels standardisierten qualitativen, quantitativen sowie molekularbiologischen Methoden. Eine PCR aus Liquor kann eingesetzt werden, falls nach antibiotischer Vorbehandlung der kulturelle Erregernachweis nicht gelingt. Serologische Untersuchungen sind schlecht zu interpretieren, da Kreuzreaktionen bei Gesunden und fehlende Antikörpernachweise trotz Infektion häufig sind. Fast 90 % der erkrankten Menschen sind mit den drei Serovaren 4b, 1/2a und 1/2b assoziiert.

Dr. Steliana Huhulescu, Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger: Produktrückrufe wegen Listerien: Konsequenzen für den hinzugezogenen Arzt?
Erschienen in tägliche praxis 2018 Band 59 / 4

Nationale Referenzzentrale für Listeriose

Labordiagnostisches Leistungsspektrum

Untersuchungsmaterial: Kulturisolat

Routine:

  • Identifizierung mit biochemischen Methoden
  • Serovarbestimmung mittels Multiplex-PCR und mittels Agglutination
  • Typisierung mittels PFGE (Pulsfeld-Gelelektrophorese)
  • Antibiogramm mittels Agardiffusionstest

Sonderuntersuchungen:

  • AFLP (Amplifikationsfragmentlängen-Polymorphismen)
  • Rep-PCR (Repetitive extragenic palindromic PCR)
  • Identifizierung mittels Sequenzierung
  • Bestimmung der Minimalen Hemmkonzentration mittels E-Test
  • Liquor: PCR auf Listeria monocytogenes
  • Stuhl: PCR auf  Listeria monocytogenes
  • Klinisches Untersuchungsmaterial: Direkte Anzucht auf festen und flüssigen Selektivnährböden

Im Regelfall reichen die genannten Routineuntersuchungen für eine sichere Beantwortung aller klinisch-diagnostischen und epidemiologischen Fragestellungen aus. PCR aus Liquor kann eingesetzt werden, falls nach antibiotischer Vorbehandlung der kulturelle Erregernachweis nicht gelingt. Serologische Untersuchungen sind schlecht zu interpretieren, da Kreuzreaktionen bei Gesunden und fehlende Antikörpernachweise trotz Infektion insbesondere beim Widal-Test häufig sind. Wir empfehlen daher nur in Einzelfällen (z. B. Verdacht auf Rhombencephalitis) serologische Untersuchungen, falls der direkte Erregernachweis nicht geführt werden kann.

Wenn VerbraucherInnen nach Warnungen über mit Listerien kontaminierte Lebensmittel Sorge haben, sich möglicherweise mit Listerien angesteckt zu haben, kann der Arzt eine Stuhlprobe an ein mikrobiologisches Labor für einen Listerienausschluss einsenden. Ein negatives Laborresultat sollte dann allfällige Sorgen beseitigen. Nur bei einem positiven Listerien-Nachweis im Stuhl kann  man eine prophylaktische Gabe von Amoxicillin in Erwägung ziehen; ohne kulturellen Erregernachweis gilt eine prophylaktische Antibiotikagabe als kontraindiziert, da das Risiko einer schweren Antibiotika-Nebenwirkung deutlich höher ist als das sehr niedrige Risiko, eine Listeriose zu entwickeln.

Untersuchungen von Isolaten aus Lebensmittel- und Umweltproben erfolgen am Nationalen Referenzlabor für Listerien.

Meldepflicht

Gemäß § 1 Epidemiegesetz 1950 sind Listerien als Erreger der bakteriellen Lebensmittelvergiftung oder als Erreger invasiver bakterieller Erkrankungen (Sepsis, Meningoenzephalitis) meldepflichtig. Für die Meldung von schwangerschaftsassoziierten Listeriosefällen gilt zudem seit Juni 2013: Zu melden ist jede Fehl- oder Totgeburt aufgrund einer schwangerschaftsassoziierten Listerioseerkrankung der Mutter. Die Listerioseerkrankung der Mutter ist als gesonderter, meldepflichtiger Fall zu betrachten.

    Nationale Referenzzentrale für Listeriose - Jahresbericht 2020 (560 K)
    Datei Download

    Nationale Referenzzentrale für Listeriose - Jahresbericht 2019 (454 K)
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    Produktrückrufe wegen Listerien: Konsequenzen für den hinzugezogenen Arzt? (1,49 M)
    Erschienen in tägliche praxis 2018 Band 59 / 4
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Screening

TaqMan Assay zum Screenen von Listeria monocytogenes Isolaten auf CT1248

Bernhard Prewein, Patrick Hyden, Werner Ruppitsch
Binationales Konsiliarlaboratorium für Listerien am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, AGES Wien, A-1090 Wien

Kurzbeschreibung

Real-time PCR Nachweis von L. monocytogenes CT1248 basierend auf lmo2231.

Protokoll

Proben: Alle getesteten Isolate sind genomsequenziert und stammen aus der Stammsammlung des binationalen Konsiliarlabors für Listerien. Fünf CT 1248 Isolate, elf willkürlich ausgewählte Isolate lmo2231 positiv, aber mit anderen Allelen, sowie 38 willkürlich ausgewählte Isolate lmo2231 negativ laut NGS.

Alle Isolate wurden vierfach getestet.

PCR Ansatz

ReagenzMenge
Reagenz
2x Mastermix
(LightCycler ® 480 Probes Master - Roche)
Menge
5 µL
Reagenz
Primer F
Menge
0,5 µL (of 10 µM)
Reagenz
Primer R
Menge
0,5 µL (of 10 µM)
Reagenz
Probe
Menge
0,2 µL (of 10 µM)
Reagenz
dH2O
Menge
1,8 µL
Reagenz
Template DNA
Menge
2 µL (1 ng/µL genomische DNA – Qubit Messung verdünnt in dH2O)
Reagenz
Total
Menge
10 µL

Bedingungen

95 °C 10 min

45 Cycles of: 60 °C 1 min
45 Cycles of: 95 °C 15 sec

Gerät: LC480 Roche

Primer F: GCGATGAATTTTAACGGATTTGAC
Primer R: GCCGTCCACATTATCCTTTTTC
Probe: 6FAM - TAATGACTGACAACATTGGCATGAACGG – BBQ

Ergebnis

Nur die Isolate vom Clustertyp 1248 zeigen ein positives Ergebnis (rote Kurven). Alle übrigen Isolate (lmo2231 negative und lmo2231 positive mit anderem Allel-Typ) waren negativ (grüne Kurven).

Wir empfehlen mehr als 1ng/µL DNA für die Reaktion einzusetzen.

Lebensmittelsicherheit

Das Nationale Referenzlabor für Listerien ist zuständig für die Differenzierung bzw. Charakterisierung von Listerienisolaten aus Lebensmitteln und Umfeldproben.

Die eingelangten Isolate werden mittels Ganzgenomsequenzierung typisiert (Van Walle et al. 2015). Zur Abklärung epidemiologischer Fragestellungen wie etwa der Bestätigung eines lebensmittelbedingten Listerioseausbruchs werden die Sequenzen mittels core genome MLST (cgMLST) Analyse ausgewertet (Rupptisch et al. 2015). Diese in-house Methode wurde 2015 gemeinsam mit der Uniklinik Münster und Ridom Bioinformatics entwickelt und findet seitdem internationale Verwendung (Van Walle et al. 2018). Das cgMLST Schema ist in der Software Ridom SeqSphere+ integriert. Zur Typisierung werden 1701 definierte Zielsequenzen analysiert und über einen Nomenklaturserver abgeglichen (https://www.cgmlst.org/ncs/schema/690488).

Der Nachweis von Listerien aus Humanisolaten erfolgt durch die Nationale Referenzzentrale für Listeriose.

Publikationen:

Van Walle I, Torgny Björkman J, Cormican M, Dallman T, Mossong J, Moura M, Pietzka A,
Ruppitsch W, Takkinen J, European Listeria WGS typing group. Retrospective validation of whole genome sequencing enhanced surveillance of listeriosis in Europe, 2010 to 2015. Euro
Surveill. 2018;23(33):pii=1700798. https://doi.org/10.2807/1560-7917.ES.2018.23.33.1700798

Van Walle I, Pietzka A, Moller Nielsen E, Takkinen J, Damjanova I, Michelacci V, Mossong J, Eelco F, Van Pelt W, Wolkowitz T, Borges, V, Jernberg C, Fisher I, Peters T, Agren J, Rizzi V, Da Silva Felicio MT, Struelns M, Palm D. European Centre for Disease Prevention and Control. Expert Opinion on the introduction of next-generation typing methods for food- and waterborne diseases in the EU and EEA. Stockholm: ECDC; 2015. Technical Report · October 2015. ISBN 978-92-9193-723-3; doi 10.2900/453641; catalogue number TQ-02-15-849-EN-N. 

Ruppitsch W, Pietzka A, Prior K, Bletz B, Lasa Fernandez H, Allerberger F, Harmsen D, Mellmann A. Defining and evaluating a core genome MLST scheme for whole genome sequence-based typing of Listeria monocytogenes. J Clin Microbiol. 2015;53(9):2869-76. doi:10.1128/JCM.01193-15.

Kontakt, Formulare

Nationale Referenzzentrale für Listeriose
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, AGES Wien
Währingerstraße 25a
A-1096 Wien
Tel.: +43 50 555-37218
E-mail: sonja.pleiningerno@Spam@agesno.Spam.at

Nationales Referenzlabor für Listerien
Beethovenstraße 6
8010 Graz
Mag. Dr. Ariane Pietzka
Tel: +43 50 555-61269
E-mail:ariane.pietzka@ages.at

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